Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Piraten in Badelatschen

Piraten sind cool. Die Freibeuter haben etwas Freiheitliches und Verwegenes an sich. Sie segeln durch die Meere und nehmen sich, was sie wollen. Und spätestens seit Captain Jack Sparrow stehen auch leicht schwule Piraten hoch im Kurs. Doch heutige Piraten sind anders.

Keine Augenklappe, dafür Badelatschen. Kein Säbel oder Degen, dafür Kalaschnikow und Panzerfaust. Somalische Piraten kapern Schiffe in Serie, allein 90 in diesem Jahr. Sie treiben ihr Unwesen in den gefährlichsten Gewässern der Welt: am Horn von Afrika. Und der Rest der Welt ist machtlos. Ist das noch cool?

Nicht, wenn 95 Prozent des internationalen Warenverkehrs verschifft werden und das Meiste durch diese Gewässer schippert. Nicht, wenn die Piraten unsere Schuhe, Nahrungsmittel oder das Benzin klauen und das Lösegeld dafür immer höher wird. Nicht, wenn immer mehr Reedereien den Umweg um Afrika in Kauf nehmen und die gestiegenen Kosten an uns weitergeben.

Die Piratenjagd ist eröffnet. Das lassen wir uns nicht gefallen. Die Inder schossen in einem Anflug von Aktionismus schon wild um sich und versenkten einen harmlosen Fischkutter, den sie für ein Mutterschiff der Piraten gehalten hatten. Also alle Mann an Deck: Wir spielen Schiffe versenken.

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