Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Sneak Preview 3.1

von Bianca Maierhofer

Endlich, nach monatelangen Verschiebungen, ist es soweit: Mittwoch, 22:15 Uhr, „Neues Studio“, Sneak kann losgehen. Direkt beim Reinkommen fällt auf, dass das Publikum nicht passend auf einen bestimmten Film zugeschnitten, sondern kunterbunt gemischt ist. Zum ersten Mal in diesem Kino gibt es nur positive Überraschungen. Die Einrichtung mit ihrem roten, mit Pflanzenornamenten verzierten Teppich und dem weiträumigen Kinosaal ist sehr gemütlich und verbreitet 50er-Jahre-Charme. Spekulierend darüber, was wohl gezeigt werden könnte, erwähnt der Verlosungsmensch, dass letzte Woche der neue „Terminator“ lief. Nochmal Glück gehabt! Als Aperitif zeigten sie einen zehnminütigen „Filmschnipsel” der britischen Komödie „Wasser” aus dem Jahre 1985 mit Michael Caine in der Hauptrolle. Alles in allem richtig lustig und eine Überlegung wert, sich auch noch den Rest des Films anzusehen.

Des Einen Freud ist des Anderen Leid

Mittlerweile ist es schon 23 Uhr. Jetzt fängt auch der Hauptfilm endlich an. Die Spannung steigt: Eine Produktion von ZDF und Arte. „Aha, ok… schonmal nicht Transformers. Da sind ja griechische Schriftzeichen im Vorspann…och nee, bitte keine Untertitel.“ Es stellte sich heraus, dass es sich um eine deutsch/griechische Komödie von 2008 handelte, die Gott sei dank synchronisiert war.

„Small Crime“ (Original: „Mikro eglima“) spielt auf der idyllischen Insel Thirrassia im ägäischen Meer und zeigt zunächst ein paar Einblicke in das ereignislose Leben des Dorfpolizisten Leonida (Aris Servetalis), der sich nach den Kriminalfällen einer Großstadt sehnt und hofft, möglichst bald versetzt zu werden. Obwohl nichts passiert, versucht er wichtigtuerisch „Ordnung“ in das Nest zu bringen. Er schlägt sich mit Nudisten und kleineren Bagatelldelikten herum, wird dabei aber nicht wirklich ernst genommen. Natürlich bemerkt er die Respektlosigkeit der Delinquenten, aber um sein Gesicht zu wahren, lässt er sie gerade noch einmal davonkommen. Der Höhepunkt seines Tages ist morgens schon vorbei. Dann sieht er sich nämlich mit einigen anderen Dorfbewohnern zusammen eine Fernsehsendung an, die die junge, attraktive Angeliki (Vicky Papadopoulou), eine ehemalige Inselbewohnerin, moderiert. Sich treiben lassend in seinem Trott, passiert eines Tages etwas Unerwartetes. Er wird zu einem Notfall gerufen. Der Dorfbewohner und Gewohnheitstrinker Zaharia (Antonis Katsaris) wird am Fuße einer Klippe tot aufgefunden. Für den Hauptkomissar steht fest: Es war ein Unfall. Doch bei Leonidas treten Zweifel auf, dass es sich wirklich nur um ein zufälliges Mißgeschick handelt. Auf so eine Gelegenheit hat er nur gewartet. Er fühlt sich herausgefordert und beginnt auf eigene Faust mit den Ermittlungen. Dabei bekommt er Unterstützung von Angeliki, die überraschenderweise auf die Insel zurückkehrt. Natürlich entwickelt sich eine Romanze zwischen den beiden. Hier wird ein beobachteter Kuss im Klatsch und Tratsch der Dorfgemeinde schnell zu einer geplanten Hochzeit. Währenddessen erweisen sich die Untersuchungen schwieriger als gedacht, hat doch jeder der Inselbewohner eine andere Version des Vorfalls zu bieten.

„Small Crime“ unter der Regie von Christos Georgius ist ein hinreißender Soft-Krimi mit komödienhaften Zügen. Seine charmanten Charaktere und die maritimen Naturaufnahmen tragen zu einer wohligen Athmosphäre bei, die manchen leider zum Verhängnis wurde. Zwei, drei Köpfe sanken nach vorne und schreckten wieder hoch. Bei „Terminator“ wäre das bestimmt nicht passiert.

Small Crime

Kinostart: 11.06.

Regie: Christos Georgius

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