Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Jacko über alles

Wir unterbrechen das Programm für eine wichtige Meldung: Michael Jackson ist tot!

Die Welt trauert. Jeder trauert, ob Otto-Normal- Fan mit weißem Handschuh und Hut oder Promi- er-war-mein-großes-Vorbild-Bewunderer.

Die Nachrichtenagenturen und -redaktionen werden sich am 25. Juni die Hände gerieben haben, natürlich in tief betroffener Art und Weise. Kein Tag ohne neue Spekulationen oder Kommentare, kein Tag ohne ein allzu zermürbtes Jackson-Gesicht im Fernsehen.

Mit dem öffentlichen Zur-Schau-Stellen der Kinder (ob nun leiblich oder nicht) bei der sehr bescheidenen Trauerfeier, was natürlich nur im Sinne des Verstorbenen sein konnte, der die Nachkömmlinge schließlich immer offen und unverhüllt präsentiert hat, wurden sie quasi zum Papparazzi-Abschuss freigegeben. Michael konnte vermutlich gar nicht mehr aufhören, sich im goldenen Sarg umzudrehen.

Das Programm wird von den Sendern spontan umgestellt, um nicht nur die Trauerfeier live zu übertragen, sondern auch das Rennen derjenigen mitzuverfolgen, die Jackson als wirklich Allerallerletzte lebend gesehen oder wenige Tage vor seinem Tod noch ein außerordentlich prägendes Gespräch mit ihm geführt haben.

Da kann doch das Weltgeschehen mit seinen aktuellen kleinen, völlig unspektakulären Problemchen schon mal in den Hintergrund gerückt werden. Wen kümmern schon ermordete Iraner und Uiguren?

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