Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

500 Days of Summer

Eine Single-geeignete Liebesgeschichte

von Olga Wanner

Tom Hansen (Joseph Gordon-Levitt) verliebt sich in seine neue Kollegin Summer Finn (Zooey Deschanel) und durchlebt 500 Tage lang die Höhen und Tiefen einer Beziehung. Dies ist die Geschichte eines Mannes und einer Frau, die eine äußerst gegensätzliche Auffassung von Liebe haben. Tom glaubt daran, dass er nur dann vollkommen glücklich sein kann, wenn er die Frau seiner Träume findet. Summer hingegen teilt diesen Glauben nicht, denn so etwas wie Liebe existiert in ihrer Welt nicht. Sie hält das alles für Phantasie.

Hier wird zwar keine Liebesgeschichte erzählt, jedoch werden viele Bereiche einer Beziehung aus einer interessanten Perspektive beleuchtet. Tom ist der nette Typ von nebenan, dem man es gönnt, glücklich zu sein. Und wenn er am Boden zerstört ist, dann leidet man einfach mit. Tom zerscheppert vor Wut Teller, kündigt bei einem Redaktionsmeeting einfach mal seinen Job und holt sich im Bademantel leckere Spirituosen zum Frühstück. Dadurch entstehen tragikomische Situationen, weil jeder diese Situation nachvollziehen kann, sich aber nie getraut hat, solche Dinge zu tun.

Die Zeitsprünge im Film erzeugen oft zusätzlichen Witz. Tag 80 zeigt beide Händchen haltend im Möbelhaus, von der gemeinsamen Wohnung träumend. Tag 220 zeigt beide gelangweilt im Möbelhaus, eindeutig distanzierter von der gemeinsamen Zukunft. Tag 50 zeigt Tom glücklich in den Fahrstuhl steigen, Tag 110 zeigt Tom verwahrlost aus dem Fahrstuhl schlendern. Witzig und traurig zugleich. Ab und an hört der Zuschauer die Stimme eines Erzählers, der über die Personen berichtet. Es gibt sogar den Auftritt eines Zeichentrick-Vogels.

Dieser Film ist für all diejenigen Kinogänger geeignet, die sich fragen, wie man am besten mit Liebeskummer umgehen kann und eine Botschaft wie „Es geht immer weiter!“ vermittelt bekommen wollen. Denn im Film geht es tatsächlich immer weiter, auch für Tom. Obgleich nicht alles immer so ist, wie es scheint. Dies wird auf eine nicht kitschige Art und Weise dargestellt, was auch die Anti-Romantiker unter den Kinogängern freuen wird. Endlich mal ein Film über Liebe, den auch Singles lieben werden

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