Cocker Spaniel and Other Tools for International Understanding
21. November 2009 | Kategorie: Kultur Keine Kommentare »Der Hund in der Kunst und was er über den Menschen erzählt
von Mirjam Rüscher-Reher

Kulik: Mad Dog Performance/ Reservoir Dog. 1994 - Foto: oleg kulik
Ein treuevoller Blick, ein Winseln, ein Wedeln mit dem Schwanz, das ist seine Masche – so zieht der Cocker Spaniel den Menschen in seinen Bann. Doch nicht nur er, der Hund an sich ist steter Begleiter, Freund, Partner, Kuscheltier. Manchmal ist er furchteinflößend und beängstigend. Er begleitet den Menschen schon seit langem, der Mensch verlässt sich auf ihn und der Hund verlässt sich auf den Menschen.
Kein Wunder also, dass der Hund immer wieder auch zum Kunstobjekt wurde und Gegenstand künstlerischen Interesses war. In der Kunsthalle zu Kiel treffen derzeit verschiedenste Zeugnisse dieser Betrachtungen aufeinander. Momentaufnahmen der facettenreichen Hund-Mensch-Beziehung im Wandel der Zeit: Der Hund als Arbeits-, Zucht- und Jagdtier, als vertrauenswürdiger Partner, als Seelenverwandter, als wissenschaftliches Objekt, als geklontes Mischwesen, als Alptraum, als Höllenhund und nicht zuletzt: Der Mensch als Hund. Das tierische Verhalten des Menschen wird mehrfach dokumentiert – auf allen Vieren an der Leine neben seinem Herrchen auf der Straße. Ausdruck einer Lebenseinstellung oder ein sarkastischer Blick auf das übertriebene Verhalten einiger Hundebesitzer? Der Hund in allen Lebenslagen des Menschen gibt Anlass für ironisch überzeichnete Szenarien und kuriose Darstellungen.
Vor allem auch in vielen zeitgenössischen Werken und Fotografien kommt die Rolle des Hundes im Alltag wie auch im Kunstgeschehen selbst zum Tragen. Ob in Einzelporträts, in Gruppendarstellungen, mit oder ohne Herrchen, in der Stadt oder im Bett, gleichermaßen verehrt und gefürchtet, der „beste Freund des Menschen“ wird auf verschiedenste Arten dargestellt.
Die Kunsthalle zu Kiel hat am 25.10.2009 die Ausstellung cocker spaniel and other tools for international unterstanding eröffnet, in der sowohl Hundeliebhaber als auch die Liebhaber der Kunst auf ihre Kosten kommen. Einer der alltäglichsten Begleiter des Menschen, der sonst nie so betrachtet wird, erscheint in einem völlig neuen Kontext. Die Kunsthalle zeigt einen anderen Hund, einen der nicht jeden Tag sichtbar ist und der zum Teil im Menschen selbst existiert. Und auch der eigene Hund kann hier zur „Kunst“ werden: Hunde selbst haben keinen Zutritt, aber wer seinen Liebling einmal im Museum sehen möchte, darf ein Foto mitbringen und es damit zum Teil der Ausstellung machen – da bietet sich die Möglichkeit des Fotos vom Foto im Museum. Dort wird er in bester Gesellschaft sein, neben Werken von u.a. Martin Eder, Lucian Freud, Jochem Hendricks, David Hockney, Jörg Immendorf, Max Liebermann, Jo Longhurst und Christian Rohlfs