Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Es weihnachtet zu sehr

Schaudervolle Dinge gehen dieser Tage vor sich, höchst schaudervolle Dinge. Der Geist der Weihnacht verfolgt einen permanent. Ob es der der vergangenen, der künftigen oder der gegenwärtigen Weihnacht ist, weiß man nicht. Denn: Eigentlich ist ja pausenlos Weihnachten. In Zeiten, in denen man sich gefühlsmäßig noch im Spätsommer befindet, geht es los. Man betritt ahnungslos den Stammsupermarkt, da springen einen prompt rot-gold-glitzernde Verpackungen an. Viel hilft es nicht, angewidert den Blick abzuwenden. Denn einer Krankheit gleich breitet sich das aufdringliche Geglitzer weiter und weiter aus, bis kaum ein Regal mehr verschont ist. Als wäre die Schweinegrippe allein noch nicht genug.

Wie sollt’s auch anders sein, ohne große Umschweife macht sich der Spuk auch die Uni zueigen, wo er mit offenen Armen empfangen wird. In einem Atemzug mit der neuen Literatur wird da der Termin für die anstehende Weihnachtsfeier genannt, mit der Teilnehmerliste geht die Wer-Bringt-Was-Mit-Liste für das gemeinsame weihnachtliche Schmausen herum. Da soll sich mal einer aufs Lernen konzentrieren … Das eigentliche Fest an Heiligabend ist bei dem ganzen Glamour und dem Gefuttere in den Wochen und Monaten vorher ziemlich unspektakulär. Es ist eher das Zeichen, dass der fleißige Student sich nun bitte wieder seiner offiziellen Bestimmung zuwenden soll. Bleibt zu hoffen, dass es dennoch gelingt, erfreulichere und originellere Seiten der Vorweihnachtszeit zu entdecken. Zum Beispiel beim Lesen dieser Ausgabe …

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