Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

חנוכה – Das jüdische Lichterfest

von Svenja Nandszus

Alle Jahre wieder in der Winterzeit werden die Lichter angezündet – und es sind nicht irgendwelche elektrische Lichterketten aus einem Baumarkt, sondern es sind genau acht Lichter, meistens Kerzen oder Öllampen. Wenn man es genau nimmt und sich die Geschichte von Chanukka anschaut, sich in Jahr 164 v. Chr. in den Tempel versetzt, findet man die Menora mit sieben Armen. Nach dem Makkabäeraufstand gegen die Seleukiden sollte der jüdische Tempeldienst wieder eingeführt werden, aber es fand sich nur noch ein Krug mit heiligem Öl. Dieses reichte wundersamer Weise für acht Tage – und jene Lampe, die dem Allerheiligsten am nächsten stand, brannte doppelt so lange. In dieser Zeit konnte neues Öl hergestellt werden.

Heute finden wir stellvertretend für diese acht Tage einen Chanukka-Leuchter – auch Chanukkia genannt. Das erste Licht wird nach dem jüdischen Kalender immer am 25ten Tag des Monats Kislew angezündet. Dieses Jahr fiel dieser Tag auf den zwölften Dezember und leutete somit einen Sonderfall ein. Der zwölfte Dezember war nämlich ein Samstag – der heilige Shabbat. Und an diesem Tag ist es verboten, eine Flamme zu entzünden. Daher wurde das erste Licht des diesjährigen Chanukka am Freitag vor Shabbatbeginn, vor dem Anzünden der Shabbatkerzen, vor dem Einbruch der Dunkelheit angemacht. Und dann folgt jeden Tag ein weiteres Licht und der Segensspruch. Die Bräuche und Traditionen sind weitreichend und hängen meist von der Herkunft der Familien ab. Auch die typischen Gerichte haben mannigfaltige Variationen. Aber Sufganiot – Süßigkeiten – sind überall zu finden.

Da Öl bei Chanukka eine so große Rolle spielt, findet es auch bei der Zubereitung von Speisen besonders viel Verwendung. Sehr beliebt sind Latkes, eine Art Kartoffelpfannkuchen. Bei öffentlichen Menora-Zündungen werden jährlich ca. eine halbe Million Latkes genascht. Für die Kinder gibt es Chanukka-Geld, das als Ansporn oder Belohnung dienen soll. Sie spielen mit dem Dreidel, eine Art Kreisel, der zu den ältesten Spielzeugen der Welt gehört. Für das Spiel verwenden sie Bonbons, Münzen oder andere Kleinigkeiten als Einsatz, bevor sie den Dreidel, der auf seinen vier Seiten die hebräische Buchstaben Nun, Gimel, Heh und Shin hat, drehen. Das H geht als „Hälfte“ durch, G steht für „Ganz“, N für „Nichts“ und bei S müssen zwei Einsätze in das „Spiel“ eingezahlt werden. Chanukka ist aber nicht nur die Erinnerung an das Wunder im Tempel. Das Heim, in dem eine Chanukkia erstrahlt, verwandelt sich selbst in ein Heiligtum. Die Lichtfülle durchbricht nicht nur das Dunkel des Winters – sie erleuchtet auch die Herzen der Bewohner, strahlt aus den Fenstern raus in die Welt und scheint durch das ganze Jahr bis zum nächsten Chanukka.

Chag Chanukka Sameach – ein glückliches Chanukka

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