Der Albrecht
Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Zu Gast in der Kunsthalle

Dozenten der CAU und wie sie die Welt sehen

von Mirjam Rüscher-Reher

Lurch. Reise in eine bizarre Welt, 1999-2000 Foto: Sven Grüß, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Lurch. Reise in eine bizarre Welt, 1999-2000 Foto: Sven Grüß, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Naturalienkabinett: Ein Lurch in einem Glas konserviert. Subjektives Kunstwerk oder wissenschaftliches Objekt? Die Grenzen zwischen wissenschaftlichen Abbildungen und Kunstwerken sind verschwommen. Das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft ist ambivalent. Forschungsgegenstände und Objekte, aber auch der Forscher selbst, sein Arbeitsplatz und die Forschungssituation sind Sujets und Gegenstände von Kunstwerken. Die Schwesternschaft von Kunst und Wissenschaft ist das Thema der Kunsthalle zu Beginn des Jahres 2010 – gleich in zwei Ausstellungen zeigt sich die Kunsthalle so deutlich wie nie in ihrer Rolle als Universitätsmuseum. Am 31. Januar werden die Ausstellungen SEE history 2010. ART & SCIENCE und DOPPLEREFFEKT. BILDER IN KUNST UND WISSENSCHAFT eröffnet. Es gilt, Perspektiven zu entdecken, Parallelen, unerwartete Korrespondenzen und Querverbindungen aufzudecken. Wie Kunst Wissen verschleiert oder aufdeckt – wie Kunst Wissen schafft. Und schafft Wissenschaft Kunst?

Lebensgroß, in geduckter Haltung, setzt der Leopard zum Sprung an – das Mitbringsel Prof. Dreyers begrüßt den Besucher der SEE history. 16 Professoren und Mitarbeiter der CAU wählten Kunstwerke aus dem Bestand der Kieler Kunsthalle und suchten ihrer Disziplin in der Kunst Ausdruck zu verleihen. Abbildungen, Skizzen, Reliefs, Gemälde, Plastiken – Kunstwerke können Theorien veranschaulichen. Die Ausstellungsräume spiegeln Interdisziplinarität wider, die Raumkonzepte und Hängungen sind so verschieden wie die Fächer und so individuell wie die Dozenten. Der oftmals überraschende Dialog über Fachgrenzen hinaus setzt sich in der Ausstellung DOPPLEREFFEKT. BILDER IN KUNST UND WISSENSCHAFT fort. Unter anderem mit Leihgaben aus dem Louvre und den Uffi zien und Werken von so bekannten Künstlern wie Salvador Dali, Max Ernst, Galileo Galilei, Antony Gormley, Ernst Haeckel, Damien Hurst und A.R. Penck werden aus Sicht des Kunstwerkes die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft der vergangenen sechs Jahrhunderte dargestellt. Es wird gezeigt, wie die Kunst die Wissenschaft aufgreift und zum Thema macht, wie sie ihre Errungenschaften und Techniken imitiert und ironisiert. Dabei wird die Faszination von wissenschaftlichen Bildern als Darstellung von Unbekanntem, Unerforschtem und Unvorstellbarem besonders deutlich.

Die Kunst zeigt, was ist und was nicht ist, aber so, als ob es sei. So steht sie zwischen Schein und Sein, wie oft die Wissenschaft selbst. Zu Gast in der Kunsthalle Mirjam Rüscher-Reher Boris Hars-Tschachotin – Lurch. Reise in eine bizarre Welt, 1999 – 2000 Foto Grüß DOPPLEREFFEKT. BILDER IN KUNST UND WISSENSCHAFT. 31. Januar 2010 bis 2. Mai 2010 SEE history 2010. ART & SCIENCE. Ab 31. Januar 2010

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