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	<title>Der Albrecht &#187; B. blogt</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Das Fiepquiekpiepen</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 18:55:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Heizung]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>

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		<description><![CDATA[Was hat eine Heizung mit akuter Schlaflosigkeit und Mundgeruch zu tun?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<p>Ich erinnere mich noch genau an einen denkwürdigen Tag während der letzten Prüfungszeit: Ich sollte eine Klausur schreiben.</p>
<p>Den entscheidenden Tag plante ich so, dass mir nach dem obligatorischen ausgiebigen Ausschlafen noch Zeit zum, ähem, Wiederholen des wichtigsten Stoffes bleiben würde. Dann würde ich mich gemütlich auf mein Fahrrad schwingen und zur Universität radeln, die Lösungen für die Klausur aus dem Handgelenk direkt in das Hirn des Dozenten schütteln, wieder nach Hause fahren und zehn Tage durchschlafen. Soweit der Plan.</p>
<p>Der Plan wurde durchkreuzt. Auf kreative Art.</p>
<p>Und zwar von meiner Heizung.</p>
<p>Ich wandelte gerade in finsteren Traumtälern und fürchtete dennoch kein Unglück, da fing es auf einmal an zu quieken. Ein monotones, sehr hohes Quieken. Mehr ein Piepen denn ein Quieken. Penetrant auf nahezu nur einem einzigen Ton.</p>
<p>Da war ich wach. Es war 5:02 Uhr.</p>
<p>Leicht entnervt entstieg ich der wohligen Wonne des Bettes. Das Fiepquiekpiepen kam, o Wunder, aus dem Badezimmer. Es entsprang der Decke über der Heizung, so dachte ich.</p>
<p>Heizungsfachmann, der ich bin, wusste ich natürlich trotz zugenebelten Hirns, aufsteigender Wut, kompletter Übermüdung und grässlichen Mundgeruchs: Es gab einen Überdruck in der Leitung. Geistesgegenwärtig öffnete ich sofort alle Wasserhähne, betätigte drei Mal die Klospülung und klopfte aggressiv gegen die Heizungsrohre.</p>
<p>Nichts geschah, außer dass mein Wasserverbrauch sprunghaft anstieg. Das Fiepquieken war immer noch da.</p>
<p>Ich gestand meine Unfähigkeit ein, dieses Problems Herr zu werden. Das war meine letzte bewusste Entscheidung. Die nächsten Minuten brachte ich nämlich damit zu, wutentbrannt kreuz und quer durch meine Wohnung zu laufen.</p>
<p>Das muss wirklich ein erstaunliches Bild gewesen sein: ein zerzaustes Wesen in Puschen und einem zu weiten rot-weiß-quergestreiften, mit Wasser bespritzten Nachthemd, das laut schreiend und die Fäuste ballend durch eine nur rudimentär erhellte Wohnung rennt, die von einem geheimnisvollen Piepton beschallt wird. Das ist der Stoff, aus dem Alpträume sind.</p>
<p>Ich erkannte, dass ich wegen des Fiepens nicht mehr würde schlafen können, schrie unschöne Dinge durch die Wohnung und riss die Gardinen auf. Tristes graues Wetter grinste mir hämisch entgegen. 5:22 Uhr.</p>
<p>Ich rastete noch ein wenig aus. Danach drehte ich die Wasserhähne wieder zu.</p>
<p>Die Heizung piepte noch eine Stunde lang Uhr weiter. Dann hörte sie auf. Mission erfüllt.</p>
<p>Die Klausur habe ich zwar bestanden – trotzdem möchte ich die Heizungsgötter dieser Welt bitten, mir so eine Aktion dieses Mal zu ersparen. Sonst ziehe ich demnächst in eine Laubhütte im Schrevenpark.</p>
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		<title>B.blogt</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 06:14:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>

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		<description><![CDATA[von Bastian Kruse
Eigenartigerweise ist die Weihnachtszeit meistens die stressigste Zeit des Jahres. Ist es nicht so? Da wird es kurz nach dem Aufstehen schon wieder dunkel. Da ärgert man sich stundenlang darüber, dass man kein Weihnachtsgeld bekommt. Und dass der Nikolaus wieder nur die Rute gebracht hat. Und dass sich dann der Notarzt geweigert hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<p>Eigenartigerweise ist die Weihnachtszeit meistens die stressigste Zeit des Jahres. Ist es nicht so? Da wird es kurz nach dem Aufstehen schon wieder dunkel. Da ärgert man sich stundenlang darüber, dass man kein Weihnachtsgeld bekommt. Und dass der Nikolaus wieder nur die Rute gebracht hat. Und dass sich dann der Notarzt geweigert hat, zu kommen: „Was?? Sie sind vom Nikolaus mit der Rute verprügelt worden?? Sie sollten lieber die Seelsorge anrufen, ich gebe Ihnen die Durchwahl &#8230;“</p>
<p>Da muss man sich Gedanken machen, was man seinen Lieben unter den Tannenbaum legen will (außer den alten Flickenteppich, der den Fußboden schützen soll). Ach &#8211; den Tannenbaum, den muss man auch noch holen. Kaufen kann man den ja gar nicht mehr, schließlich verlangen die heutzutage schon 25 Euro für einen popeligen Möchtegern-Weihnachtsbaum. Nein, der wahre Mann geht seinem vorweihnachtlichen Jagdtrieb nach und schlägt mit der Axt im Wald um sich (wenn dabei was schief geht, kommt sogar der Notarzt).</p>
<p>Ich finde es immer besonders schlimm, wenn der vorweihnachtliche Stress auch noch durch das typisch festliche Gedudel konterkariert wird – man verzeihe mir dieses grässliche Wort.</p>
<p>Ich wandere hektisch durch die Straßen auf der Suche nach dem Richtigen. Dem richtigen Weihnachtsgeschenk, natürlich. Und ständig halten mich rumänische Einwanderer auf, reiben mir eine Altblechdose unter die Nase und krächzen: „Gutten Tak! Frrrohs Fest!“</p>
<p>Im Fernsehen nähert sich die Kerner-Jauch-Gottschalk-Front. Erstere wollen mir erzählen, was in diesem Jahr Tolles passiert ist, während letzterer mein Geld will. Für seine Kinder, sagt er. Naja, und alle anderen Kinder, natürlich.</p>
<p>Außerdem sollen wir ja auch noch spenden, für Herrn Carreras’ Leukämie-Stiftung und UNICEF und das Rote Kreuz und die Linke Fraktion und wer weiß sonst noch alles. Gerne, wenn ich Geld hätte. Aber das Geld ist im Haushaltsplan schon für die Weihnachtsgeschenke vorgesehen – die Vorsehung hat wieder zugeschlagen. Das passiert in Deutschland öfters, und meistens endet es nicht gut &#8230;</p>
<p>Plätzchen backen muss man dann auch noch, schließlich ist Advent. Und erst wenn das letzte unförmige schwarze Häufchen einstiger Teigmasse dem stinkenden Ofen entrissen worden sein wird, erst wenn die letzte Sahne zu Butter geschlagen worden sein wird, erst wenn der letzte Eischnee nicht steif werden wollen wird, erst wenn die letzte Durchfallerkrankung besiegt worden sein wird, erst dann werdet ihr wissen, dass ich nicht backen kann.</p>
<p>Und nachdem ihr obigen Satz noch einmal gelesen haben werdet, werdet ihr wissen, dass ihr vom Futur II im Deutschen in Zukunft lieber die Finger lassen werdet, damit kann man nämlich ganz schön auf die Fresse fallen.</p>
<p>Ich resümiere: Die Weihnachtszeit mag zwar besinnlich sein und schön, und es mögen überall Englein fliegen und Glöckchen bimmeln und andersherum, es mögen Kinder voller Vorfreude umherspringen und sich vor Glück kaum halten können – das mag ja alles sein, nur nicht hier. Vielleicht in Finnland?</p>
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		<title>Nächtlicher Einkauf</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/11/21/nachtlicher_einkauf/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 12:25:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Hunde]]></category>
		<category><![CDATA[Lasagne]]></category>
		<category><![CDATA[Mythologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitternächtliche Tiefkühllasagne und haarige griechische Schönheiten ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von </em><em>Bastian Kruse</em></p>
<p style="text-align: justify;">Neuerdings kann man ja auch mitten in der Nacht noch einkaufen. Das ist ganz nützlich, wenn man so wie ich völlig fertig von einem nächtlichen Seminar wiederkommt und noch schnell was Giftiges zum Magenfüllen ergattern will (in diesem Falle Lasagne für die Mikrowelle – widerliches Zeug).</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz entspannend gestaltet sich auch der ganze Einkaufsprozess an sich – der Laden ist nicht wie tagsüber gefüllt mit gestressten Menschen, die so aussehen, als ob sie es gerade fürchterlich eilig hätten… Oh nein! Betritt man um 21:30 Uhr einen Supermarkt, blinzeln einem die Mitarbeiter nur müde entgegen und scheinen fragen zu wollen, ob man sich verlaufen habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Darum geht es aber auch gar nicht. Ich fange schon wieder an zu lamentieren. Geisteswissenschaftler, halt. Ich habe jedenfalls eingekauft. Punkt. Und ich werde hier auch nicht ausführen, was. Naja, außer die Lasagne, das wisst ihr ja nun schon.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe also, nachdem ich für zweieinhalb Kilo Nahrungsmittel 11,83 € bezahlt habe, den Laden zähneknirschend wieder verlassen und mich athletisch auf meinen Drahtesel geschwungen. Da kommt mir ein weibliches Wesen entgegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich sind etwa 50% der Weltbevölkerung Frauen. Die Frau war in Begleitung eines Hundes. Auch das nicht verwunderlich, schließlich gibt es in Deutschland über fünf Millionen Hunde. Auch die Tatsache, dass der Hund eher wie ein explodierter Wischmopp aussah, störte mich nicht, denn schließlich gibt es wenige Hunde, die nicht so aussehen (oder sich nicht so benehmen).</p>
<p style="text-align: justify;">Im Fell des Mopps befand sich eine mittelgroße Menge Schmutz, die trotz präwinterlicher Dunkelheit gut zur Geltung kam, denn eigentlich hätte es ein weißer Hund sein sollen. Wie dem auch sei, Hund und Frauchen wollten jedenfalls einkaufen gehen, wobei Hund natürlich draußen bleiben muss, was Hund nur deshalb schnallt, weil man ihn vor der Tür festbindet.</p>
<p style="text-align: justify;">Hund stellte sich, von Langeweile betäubt, vor einen zufällig mitten auf dem Parkplatz stehenden Metallzaun und starrte diesen stur an. Das wirkte leicht drogenabhängig. Und nun kam diese Frau daher, sie mag ungefähr 20 Jahre alt gewesen sein, vielleicht auch etwas älter; diese Frau jedenfalls sprach mit dem Hund. Auch das nicht ungewöhnlich, wahrscheinlich hat diese Frau keinen Freund. Da macht man das dann halt so. Bevor man anfängt, mit seiner Lasagne zu reden… oder einen Blog zu schreiben…</p>
<p style="text-align: justify;">Das, was sie sagte, war der Clou des Abends. Sie sagte also zu diesem schmutzigen, ehemals weißen explodierten Wischmopp, der bewegungslos vor dem Metallzaun stand und diesen stumpfsinnig anstarrte: „Ach Aphrodite, was hast du denn…?“ Ich bin nachhaltig stolz auf mich, dass ich erst gelacht habe, als ich schon einige Meter weitergefahren war.</p>
<p style="text-align: justify;">Aphrodite ist nämlich eine der schönsten Frauen der griechischen Mythologie. Wenn nicht gar die schönste. Aphrodites größtes Problem ist ihr Name, der nämlich, wenn man ihn griechisch korrekt ausspräche, in etwa Affrodditäh lauten würde – aber dafür kann sie nichts, denn das ist ein generelles Problem der altgriechischen Sprache.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit Sicherheit sah Affrodditäh nicht so aus wie diese schmutzige Flohschleuder. Wie kann man ein Fellknäuel nur Affrodditäh nennen? Das ist ja so, als ob ich meinen Haustier-Grottenolm „Adonis“ nennen würde. Respektlos, so was.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie das Frauchen wohl hieß? Oirühdikkäh?</p>
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		<title>Post auf Abwegen</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/10/23/post-auf-abwegen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 14:06:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>

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		<description><![CDATA[Mama und Heinz machen Urlaub im Harz. Die Aussicht ist herrlich. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<p>Ich bekomme wirklich selten Post. Deswegen freue ich mich auch über fast alles, was ich in meinem Postkasten finde, und sei es die hundertvierzigste Pizza-Proskriptionsliste in dieser Woche.</p>
<p>Ich habe gestern jedenfalls Post bekommen, hurra. Eine Postkarte aus dem Harz war&#8217;s, genauer aus dem Südharz. Eigenartig, schließlich hält sich dort zur Zeit niemand auf, den ich kenne. Ein Blick auf die Postkarte bestätigt: Dieses Stück Post ist nicht für mich bestimmt. Es ist nämlich nicht an mich adressiert, auch wenn der glückliche Empfänger eine Familie Kruse ist, der Nachname also stimmt. Die Hausnummer ist ebenfalls korrekt, nur der Straßenname und die Postleitzahl stimmen nicht mit meiner Adresse überein, sind ihr nicht einmal ähnlich. Ich kriege jetzt wohl die Post für alle Kruses, die in Kiel wohnen. Na herzlichen Glückwunsch.</p>
<p>Ich werde natürlich als guter Kunde des großen gelben Konzerns das Postgeheimnis wahren und euch nicht mitteilen, was auf der Karte steht. Nur so viel: Familie Kruse wird herzlichst gegrüßt von Mama und Heinz, die im Harz weilen und den Sonnenschein genießen und auch den Schnee. Mama hat schon erfolglos versucht, anzurufen (wahrscheinlich hat sie die falsche Nummer gewählt).</p>
<p>Schön, dass es Mama und Heinz im Harz so gut geht. Da kann man glatt neidisch werden. Mama und Heinz sind wahrscheinlich Früh- oder Spätrentner, die Glücklichen, und machen nun im Harz einen drauf.</p>
<p>Frage: Warum Mama und Heinz? Warum nicht Mama und Papa? Hat Mama etwa wieder geheiratet, nachdem sie sich von Papa getrennt hatte oder er sich von ihr? Das sind Skandale, liebe Leser; Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt. Und wenn das Leben sie schreibt, dann schreibt es sie auf eine Postkarte und schickt diese planlos in der Welt herum.</p>
<p>Natürlich könnte diese vermeintlich falsch ausgetragene Postkarte auch eine geheime Nachricht des BND sein und so etwas bedeuten wie: Kommen Sie bei Mondschein zum Bungsberg und halten Sie Ausschau nach einer älteren, fülligen Frau mit Rechtschreibschwäche und dicker Brille und einem glatzköpfigen Mann mit Goldkettchen. Passwort: “Ich habe schon versucht, euch anzurufen”.</p>
<p>Dabei ist es schon so lange her, dass ich für den BND gearbeitet habe &#8230;</p>
<p>Vielleicht schicke ich die Karte doch lieber zurück.</p>
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		<title>Gallienus gesucht</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/07/21/gallienus-gesucht/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 12:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Gallienus]]></category>
		<category><![CDATA[Hausarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Römische Kaiser, ein Fettnapf und die Zeitmaschine]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<p>Ich bin dieser Tage quasi gezwungen, dem Geschreibsel mir gänzlich unbekannter Personen hinterherzujagen, und das auch noch in einer beängstigenden Umgebung.</p>
<p>Ich orientierungsloser Historiker-Azubi sitze nun also seit einer Woche jeden Tag vor den ächzenden Rechnern der Bibliothek und filtere die kryptischen Suchergebnisse nach Brauchbarem. Es geht nämlich um Gallienus, liebe Leser. Gallienus, ein römischer Kaiser, von dessen Existenz Sie bisher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts gewusst haben. Und genau das ist auch das Problem, das der gute Gallienus hat – im Grunde interessiert sich eigentlich kein Schwein für ihn. Das mag daran liegen, dass er in einer Zeit lebte, in der das Römische Reich alle paar Monate den Kaiser gewechselt hat (eine Tradition, die im heutigen Italien fortlebt).</p>
<p>Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Menschen, die sich aus irgendeinem Grunde dazu berufen fühlen, Bücher über Gallienus zu schreiben. Normalerweise möchte man solche Menschen entweder ignorieren oder wegsperren, in diesem Falle jedoch muss ich doch tatsächlich nach ihren geistigen Ergüssen Ausschau halten. In der hinreißenden Ordnung unseres universitären Buchsuchprogramms finde ich auch tatsächlich ein Buch, das zu lesen ich erträume, nämlich: „The Numbering of the victories of the emperor Gallienus and of the loyality of his legions“, von Andreas Alföldi höchstpersönlich.</p>
<p>Es scheint jedoch tatsächlich so etwas wie eine höhere Gerichtsbarkeit zu geben, denn: Wie eben von mir gewünscht, hat man den Alföldi tatsächlich weggesperrt. In die Geschlossene. Leider aber nur sein Buch, nämlich ins Geschlossene Magazin.</p>
<p>Begleiten wir B. Kruse, stud. phil., auf seinem Weg in den Fettnapf. B. Kruse fragt sich, nachdem er in der großen Zentralbibliothek eine geschlagene Viertelstunde vor dem Übersichtsplan campiert hat: Wo ist das geschlossene Magazin? Man bedenke: B. Kruse fragt sich. Er denkt nicht. Er fragt nur.</p>
<p>Und so fragt er die freundliche Frau mit dem modischen Kurzhaarschnitt an der Auskunft (die in der Zentralbibliothek polternd „WEGWEISUNG“ genannt wird): „Entschuldigung, ich suche das geschlossene Magazin &#8230;“, und erntet einen Blick, als ob er soeben aus jenem entflohen wäre. Da klickt es bei B. Kruse, stud. phil., Abiturschnitt 2,5, und er vollendet hastig seinen Satz: „&#8230; oder heißt es geschlossenes Magazin, weil man da nicht reindarf?“</p>
<p>Das zustimmende Nicken des Kurzhaarschnitts in Kombination mit einem mitleidigen Blick macht B. Kruse bewusst, dass er in einem erstaunlichen Fettnapf watet. In dem Bewusstsein, letzteren kaum noch vergrößern zu können, lässt er sich noch schnell erklären, wie man sich ein Buch aus der GESCHLOSSENEN ausleiht und verlässt fluchtartig den Raum.</p>
<p>Dieser Tage wälze ich also verdammt viele verdammt alte Bücher auf der Suche nach Informationen über Gallienus (derer gibt es übrigens nicht viele) und die Dinge, die Gallienus im Römischen Reich getan oder auch nicht getan hat. Dazu gibt es, wie auch sonst, unzählige Meinungen. Ich bin der Überzeugung:</p>
<p>Hätte Gallienus ein Buch über sich geschrieben (wenn er denn schreiben konnte), er hätte noch eine andere Meinung vertreten als Alföldi und Kumpanen.</p>
<p>Manchmal wünsche ich mir, eine praktische zusammenklappbare Zeitmaschine zu haben. Die stelle ich dann in der Bibliothek auf den Tisch, beame mich mal eben zu Gallienus, dem ollen Stecher, frage ihn, warum er denn nun diese Heeresreform durchführt, wundere mich über seinen Gesichtsausdruck und seine Antwort („Was denn für eine Heeresreform?“), beame mich wieder zurück, bevor Gallienus gewalttätig wird, ignoriere die entsetzten Blicke des Bibliothekspersonals und schreibe eine Hausarbeit mit dem Titel „Alföldis Irrtum: Gallienus, der Reformunwillige“. Danach bekomme ich sowohl Pulitzer- als auch Nobelpreis, heirate eine schöne, wenn auch blöde Frau, zeuge schöne, wenn auch blöde Kinder und setze mich in einem Haus in Südfrankreich zur Ruhe (von Frau und Kindern).</p>
<p>Das Leben könnte so einfach sein.</p>
<p>Isses aber nicht.</p>
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		<title>Bibliotheksbesuch</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/06/22/bibliotheksbesuch/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 13:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>

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		<description><![CDATA[Bedrückende Buchbeschaffungsängste bei beschränkt begeisterndem Bibliotheksbesuch ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich ahnungsloser kleiner Student, in meinem Wesen friedfertig und niemandem etwas Böses wollend, bin neulich in die Bibliothek gegangen. Und zwar nicht irgendeine Bibliothek, o nein, sondern in die Fachbibliothek für Anglistik.</p>
<p>Ich bahne mir also meinen Weg vorbei an der Bibliothekswächterin, die meinen Bibliotheksausweis als Pfand bei sich behält (denn ich könnte ja mit einem Arm voller kostbarer Bücher aus dem Fenster springen).</p>
<p>Gut vorbereitet, wie ich nun mal standardmäßig bin, weiß ich auch schon die Signatur des von mir gesuchten Buches: Sie lautet 001 MEY Eng. Herzlichen Glückwunsch.</p>
<p>Nachdem ich den mehrstöckigen Raum betreten habe, sehe ich als erstes zu meiner Linken ein paar Regale mit offenkundig englischen Büchern, die nach Jahrhunderten geordnet sind. Das bringt mir nicht viel, weil ich ja nur die Signatur meines Buches weiß, aber nicht, in welchem Jahrhundert der Autor gelebt hat.</p>
<p>Ich gehe unbeirrt weiter und finde eine Treppe tiefer einen gar illustren Haufen von Regalen mit Aufschriften wie „800“ oder „427.1“. Das ist doch schon mal schön, hier scheint es nach Nummern geordnet zu sein. Ich suche also die Nummer 001. Die gibt es natürlich nicht. Dafür scheint es die Nummern 800 bis 899 umso öfter zu geben.</p>
<p>Ich gehe noch eine Treppe tiefer. „American Fiction“, heißt es da auf den Regalen, die sich mir monströs entgegenrecken. Ja, weiß denn ich, ob es American Fiction ist, was ich suche??? Ich weiß doch nur die Signatur!</p>
<p>Noch eine Treppe tiefer. Das Licht ist schummrig. Ich sehe eine große, hagere Gestalt, die in einem Abstand von etwa 30 Zentimetern vor einem großen Regal steht und bewegungslos auf eine bestimmte Stelle dieses Regals starrt. Ob das einer dieser grusligen Lehramtsstudenten ist, die ihr Erstes Staatsexamen nicht geschafft haben und nun dazu verdammt sind, auf ewig ein Leben in der Uni zu fristen? Schnell gehe ich geradeaus weiter, in der Hoffnung, vielleicht einen hell erleuchteten, wohl temperierten Raum zu finden, über dem in großer, gut lesbarer Schrift ein Schild mit der Nummer 001 prangt.</p>
<p>Fehlanzeige. Es wird noch dunkler. Es riecht muffig. Ich sehe einen kleinen, vergilbten Zettel an der Wand kleben, auf dem „Lichtschalter“ steht. Haha, sehr witzig.</p>
<p>Ich eile weiter. Gelange in einen hell erleuchteten Raum, der wohltemperiert ist. Das ist schon mal gut. Leider hat sich dort die portugiesische Literatur versammelt. Mit dazugehöriger Sekundärlitatur!</p>
<p>Brauche ich aber nicht.</p>
<p>Ich entdecke nach hektischer Suche eine kleine Treppe, die ich kurz entschlossen auch benutze. Ich bin im obersten Stockwerk und blicke mich verstohlen um &#8230; vielleicht ist hier ja die Signatur 001? Doch alles, was ich sehen kann, sind Regale mit sehr französischen Büchern. Hier bin ich wohl falsch. Die Franzosen an den Arbeitstischen gucken mich schon ganz angewidert an.</p>
<p>Ich schleiche weiter, vorbei an weißen Regalen mit obskuren Nummern. Vorbei an emsig arbeitenden Menschen, die die Bücher über katalanische Suffixe und galizische Adverbien anscheinend äußerst inspirierend finden. Ich ekele mich ein wenig und ergreife die Flucht.</p>
<p>Mir reicht&#8217;s. Ich gehe jetzt professionelle Hilfe holen. Marschiere festen Schrittes ins obere Stockwerk, denn da wohnen die freundlichen Mitarbeiterinnen der Bibliothek, das weiß ich. Ich flehe um Hilfe. Ich schildere meine verfahrene Situation. Ich setze meinen Hundeblick auf.</p>
<p>Und tatsächlich, ich werde erhört. Blondie und ich machen uns auf den Weg, das Buch mit der hehren Signatur 001 MEY Eng zu suchen.</p>
<p>Um es kurz zu machen: Wir finden es nicht.</p>
<p>„Ist ja komisch, dass das hier nicht ist &#8230;“</p>
<p>„Ach ja &#8230;?!“</p>
<p>„Ich bin ja auch erst seit März hier &#8230;“</p>
<p>„Argh!“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Nichts, nichts …“</p>
<p>Ich widerstehe dem Drang, mit meinem Kopf gegen das Regal „American Fiction“ zu hämmern.</p>
<p>Blondie sagt jetzt mit fester Stimme: „Ich frage jetzt Frau Wrmblzmbl.“ (Den Namen der Bibliothekswächterin habe ich bis heute nicht verstanden, obwohl ich ihn schon öfter gehört habe).</p>
<p>Frau Wrmblzmbl schaut Blondie amüsiert an. Und als Blondie fragt: „Wissen Sie, wo 001 ist?“, da sagt sie schlicht: „Ja.“</p>
<p>Und deutet auf den Zeitschriftenraum, fünf Meter Luftlinie von ihrem Schreibtisch entfernt. Blondie zeigt mir noch schnell den Zeitschriftenraum und entschwindet wieder. Ich bin nun allein mit einer Horde englischer Zeitschriften in einem gut beleuchteten, wohl temperierten Raum. Jedes Buch hier trägt die Signatur 001 (die Zeitschriften sind mit einem dicken „Z“ gebrandmarkt) &#8230; es ist ein bisschen wie im Himmel &#8230; das leise Summen und Surren der Neonleuchten &#8230;</p>
<p>Ich schnappe mir Buch 001 MEY Eng (English and American Literatures) und frage mich, wieso Bücher mit der Signatur 001 im Zeitschriftenraum stehen. Aber das versteht wohl nur Frau Wrmblzmbl.</p>
<p><em>Der Autor bloggt auch unter <a href="http://www.das-unwort.de " target="_blank">das-unwort.de </a></em></p>
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		<title>Blah</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/05/16/blah/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2009 12:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Blah]]></category>
		<category><![CDATA[Jehova]]></category>
		<category><![CDATA[techem]]></category>

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		<description><![CDATA[Terror am Morgen: Der gutgelaunte techem-Mann und die Zeugen Jehovas. Denn Sie wissen nicht, was ich tue. Schlafen nämlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach sechs Wochen unerquicklicher Arbeit an erstaunlich langweiligen Hausarbeiten freut sich der handelsübliche Student, seine Semesterferien so begehen zu können, wie der Rest Deutschlands denkt, dass er es ohnehin tut: Emsig an der Matratze horchend.</p>
<p>Umso unerfreulicher ist es dann, wenn das Schicksal wie ein Dozent auf Droge den Rotstift zückt und die schöngeistig-schlummernden Pläne des Studenten effektvoll durchkreuzt.</p>
<p>So wie neulich. Ich kämpfe mich gerade durch morgendliche sittenwidrige Träume, da klingelt es an der Tür. Es ist 9:03 Uhr.</p>
<p>Ich schlurfe also hin, öffne und starre entnervt in den leicht modrig riechenden Hausflur, in der Erwartung, morbide grinsende Zeugen Jehovas zu entdecken, die mich vom morgigen Ende der Welt überzeugen wollen.</p>
<p>Die Zeugen Jehovas tragen heute aber ihre Ausgehuniform, denke ich noch, als es auf einmal spricht: „Guten Morgen, Firma techem, ich komme, weil blah … Aushang im Treppenhaus … Installierung eines Zählers … blah … Keller … und den Wasserhahn jetzt mal aufdrehen.“</p>
<p>Ich verstehe nur Bahnhof. Das sieht man mir anscheinend an, und so bahnt sich der techem-Mann an dem wirren, aus dem Mund stinkenden Wesen mit dem blaukarierten Schlafanzug, das ich bin, einen Weg vorbei und findet auf Anhieb das Badezimmer. Ich schlurfe hinterher.</p>
<p>Der Mann erzählt munter weiter.</p>
<p>„Ja blah. Und Zähler … besser messen … Wasserhahn auf, Druckluft blah … wollen wir ja nicht, nech? Haha.“ Und er dreht meinen Wasserhahn auf.</p>
<p>Dass da nichts rauskommt, wundert mich nur deswegen nicht, weil ich ohnehin nichts von dem ganzen Geschehen mitbekomme. Also nicht etwa deswegen, weil ich seine Ausführungen über das Wesen unserer Wasserversorgung im Allgemeinen und die Pläne der techem-Männer für den heutigen Tag im Speziellen verstanden hätte.</p>
<p>Munter redend bahnt sich der techem-Mann den Weg zurück zur Tür, spricht sowas wie „Auf Wiedersehen“ und verschwindet in den Weiten des modrigen Flurs. Ich beschließe, dass ich noch träume und gehe in gewohnter Konsequenz wieder ins Bett.</p>
<p>Das Einschlafen gestaltet sich schwierig, weil ich jetzt alle zwei Minuten im Hausflur eine Klingel höre und eine freundliche Stimme, die zu einem Monolog über die Wasserzähler ansetzt.</p>
<p>Trotzdem befinde ich mich gerade wieder auf dem Weg ins Reich der Träume, als es um 9.36 Uhr an der Tür klingelt. Entnervt schäle ich mich aus der Bettdecke.</p>
<p>Wenn das jetzt die Zeugen Jehovas sind, reiße ich mir die Klamotten von Leib, stecke mir zwei Korken in die Nasenlöcher, übergieße mich mit H-Milch und gebe mich, die Monogamie verfluchend und den modrigen Flur mit meiner Klobürste segnend, als Reinkarnation unseres Herrn Jesus Christus (dem Jahwe sein Sohn) zu erkennen. In Gedanken habe ich die Korken schon in der Hand, da erkenne ich, dass es wieder nur der Mann von techem ist, der zu einem entschuldigenden Monolog ansetzt: „Ja, das tut uns nun leid, blah … technische Schwierigkeiten, wir können den Zähler nicht anbringen blah … neuer Aushang dann … blah …“</p>
<p>Redend eilt er in mein Badezimmer, dreht meinen Wasserhahn zu und sondert einen Scherz ab, vielleicht den: „Wir wollen ja nicht, dass bei Ihnen das Wasser läuft, wenn Sie nicht da sind, nech? Haha.“ Entschuldigt sich und geht.</p>
<p>Ich stehe da wie dem Jahwe sein Sohn ohne Latschen und schwinge mich, nun doch unerfreulich wach, in mein Bett.</p>
<p>Ich versuche mit Gewalt, einzuschlafen. Und weil das nicht geht, liege ich da und höre dem techem- Mann zu, wie er den Rest des Mietblocks über seine technischen Schwierigkeiten informiert, die Wasserhähne zudreht und denselben Witz macht, haha.</p>
<p>Als der techem-Mann endlich fertig ist, könnte ich schlafen.</p>
<p>Kann ich aber nicht.</p>
<p>Ich stehe auf.</p>
<p>Wenn jeder Tag so anfangen würde, wäre ich ein potentieller Amokläufer. Und alle Welt würde denken, die Killerspiele wären Schuld.</p>
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		<title>Listenreich</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/04/14/listenreich/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 14:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Anwesenheitspflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Rektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Vorlesungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Über den Fortbestand der Anwesenheitspflicht in Vorlesungen gab es in der letzten Zeit viele Gerüchte. Richtig ist, dass das Rektorat nun empfiehlt, in Vorlesungen mit mehr als 100 Studenten die Anwesenheit künftig nicht mehr zu kontrollieren. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche, die Theologische und die Philosophische Fakultät gaben bekannt, der Empfehlung des Rektorats Folge leisten zu wollen. Summa summarum bedeutet dies: Zu Beginn der Vorlesung nachfragen, da es keine einheitliche Regelung an der Universität gibt. Wer nicht fragt, bleibt dumm. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde dazu gezwungen, ein ganzes Semester lang eine Vorlesung über „Konzentrische Kreise als Fruchtbarkeissymbol in der Malerei usbekischer Immigranten im ausgehenden 17. Jahrhundert“ zu besuchen. Es besteht Anwesenheitspflicht. Ich finde niemanden, der mich in die Listen einträgt. Und: Die Vorlesung ist komplett auf Usbekisch.</p>
<p>Dieses unglaublich anschauliche, weil schockierende Beispiel überzeugt, denke ich, auch den letzten Leser, der die Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen für eine (Zitat) „geile Sache“ hält. Und ja, liebe Nicht-BA/MA-Studenten, es gibt sie tatsächlich, die Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen. Früher undenkbar, heute Standard. Bologna sei gepriesen.</p>
<p>Es ist nämlich so, dass mit der Umstellung auf die neuen Abschlüsse die Verwaltung zwar schlanker werden und die Anmeldung zu den Kursen und Prüfungen noch effizienter, weil online stattfinden soll. Das Gegenteil ist aber der Fall. Seit der Umstellung auf BA/MA geht ein Gespenst um in Europa. Es ist ein gar geiles Gespenst, denn es ist ein Fetisch: Der Listenfetisch.</p>
<p>Irgendwer von ganz ganz oben muss sich an Listen derart berauschen, dass es nun eine wahre Flut an Listen gibt: Große Listen, kleine Listen, dicke Listen, dünne Listen, Anwesenheitslisten, Prüfungsanmeldungslisten, Äquivalenzlisten, Notenlisten, schwarze Listen… Das führt dazu, dass die Studenten gefühlte 347 Prozent mehr Formulare ausfüllen müssen als noch vor drei Jahren. Das kostet Zeit und Geld und Nerven. Aber irgendwer findet das anscheinend richtig anregend.</p>
<p>Unter Betrachtung des eingangs erwähnten alptraumhaften Beispiels stellt sich die Frage, warum es die Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen eigentlich gibt. Eine befriedigende Antwort findet augenscheinlich niemand. Aber so wirklich abschaffen wollen die Listenfetischisten die Anwesenheitslisten auch nicht. Listig, wie sie nun mal sind, gebären sie also einen Kompromiss: Die pädagogisch erwiesenermaßen komplett sinnfreie Anwesenheitspflicht bleibt bestehen. Das Rektorat empfiehlt jedoch von nun an, bei Vorlesungen mit mehr als 100 Hörern die Anwesenheit nicht mehr zu prüfen.</p>
<p>Dem mitdenkenden Menschen stellen sich nun zwei Fragen: Warum kommt dieser wagemutige Vorstoß gerade jetzt, zwei Jahre, nachdem die meisten Studiengänge umgestellt worden sind? Und was zum heiligen Bullen von Bologna unterscheidet Vorlesungen mit weniger als 100 Hörern von größeren Vorlesungen?</p>
<p>Ich als Hobbymediziner diagnostiziere anhand dieser präzise gestellten Fragen und der fiktiven Antworten darauf folgende Krankheit: morbus dimidii faciendi – das Etwas-zur-Hälfte-tun-Syndrom. Wir trauen uns nicht, das, was wir eigentlich wollen, auch wirklich zu machen, also tun wir’s zur Hälfte. Das ist so, als wenn der Bundestag die Soldaten nicht nach Afghanistan geschickt hätte (zu gefährlich!), sondern nur irgendwie in die Richtung, aber nur so ein bisschen. Nach Bulgarien, zum Beispiel. Da gibt’s auch nette Badestrände. Das Ziel, Afghanistan zu befrieden, wird so aber nicht erreicht.</p>
<p>Morbus dimidii faciendi ist jedoch eine Krankheit, die vor allem Entscheider im Bildungssektor befällt. Bundesbildungsministerin Schavan ist ein weiteres Opfer. Symptom: Sie schlug neulich vor, „Top- Leute“ aus der Wirtschaft an die Schulen zu schicken, um des Lehrermangels Herr zu werden.</p>
<p>Als Therapie schlage ich den erkrankten Entscheidern eine Kur an der Basis vor. Das Rektorat möge sich eine überfüllte Vorlesung mit Anwesenheitspflicht antun und Frau Schavan möge eine Unterrichtsstunde besuchen, die ein Top-Manager in einer sechsten Klasse gibt. Das kuriert.</p>
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		<title>Kopulieren in der Krise</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/02/09/kopulieren-in-der-krise/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 19:19:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Kopulieren]]></category>
		<category><![CDATA[Steinbrück]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Not ist groß. Von Steinbrück, Fleischmassen in Tomatensoße und hemmungslosem Sex am Schwarzen Brett ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Not macht erfinderisch. Je größer die Not, desto eigentümlicher die Erfindung. Zum Beispiel: Die Welt steckt in einer veritablen Finanzkrise. Steinbrück merkelt daraufhin geschwind ein Rettungspaket von mal eben 500 Milliarden Euro zusammen &#8211; Problem gelöst. Oder: Der Mensa-Küchenchef in Bedrängnis. Er hat noch 250 Tonnen Hacksteak, die noch unbedingt weg müssen. Außerdem muss das Silo mit dem Maggi-Tomatensoßenpulver dringend renoviert werden. Was also tun?</p>
<p>Klaro – einfach mal was Neues versuchen. Hmm, lecker Hacksteak mit Tomatensoße und, ach ja, Reis. Die Studenten werden schon nicht merken, dass sie mit dem Verzehr der innovativen Speise kulinarisches Neuland betreten.</p>
<p>Die Kreativität des Chefs muss im wahrsten Sinne des Wortes das arme Hacksteak ausbaden, das mutwillig in einem Tomatensoßenmeer ertränkt wird. Denn schließlich muss das Silo auf dem Hinterhof leer werden. Dementsprechend schaut mich das Steak hilfesuchend an, als wolle es sagen: „Rette mich… iss mich auf, schmeiß mich weg, irgendwas… nur raus hier…“</p>
<p>Wenden wir uns nun vom Drama auf dem Mittagstisch ab und betrachten mit der Neugier des Wissenschaftlers eine weitere Not, die nach Erfindungsreichtum schreit: Das dringende Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr. Möglichst zeitnah, möglichst häufig und möglichst erfüllend.</p>
<p>Nun gibt es ja Kommilitoninnen und Kommilitonen, die gelegentlich, ich drücke es nett aus, Abwechslung suchen. Ich spüre jetzt schon, während ich am Schreibtisch sitze und diese Zeilen schreibe, dass ein nicht geringer Teil von Ihnen entrüstet zusammenzucken und sich hastig umschauen wird, ob sie auch niemand beim Lesen dieses moralisch verderbten Artikels beobachtet. Doch seien Sie tolerant, liebe Leser. Ich bin es auch. Wenn ich gute Laune habe.</p>
<p>Bis zu einem gewissen Punkt. Denn diese Anzeige, die mir vor dem Klo der Mensa II auffiel, zeugt von sowohl akuter Wollust als auch einer Spur Frechheit: „Zweite Frau für extra geilen Dreier gesucht! Melde dich mit Bild bei: ICQ…“</p>
<p>Der Zettel mit der sich vor Geilheit krümmenden grünen Schrift gibt dem schwarzen Brett und all seinen „Verkaufe kaputten Wäschetrockner“- und „Suche stubenreinen Mitbewohner“-Anzeigen eine noch, sagen wir, metropolitanere Note.</p>
<p>Ich sage es ja: Not macht erfinderisch. Warum also nicht auf dem schwarzen Brett nach moralisch höchst bedenklichem Sex suchen, der finalen vögelnden Vereinigung fremder Versauter? Das ist doch immerhin ehrlicher als das, was ich und mit mir geschätzte 10.000 weitere Studenten praktizieren: Wir ersticken unseren Trieb im Keim, indem wir uns dem abturnenden Hacksteak und der Tomatensoßenüberschwemmung aussetzen. Wer ist hier also das arme Schwein?</p>
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		<title>B. blogt &#8211; Bildungsprozesse</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2008/12/12/b-blogt-bildungsprozesse/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 19:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[B. blogt]]></category>
		<category><![CDATA[Porno]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorlesung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Universität ist ein Hort des Wissens. Ein Ort, an dem weise Wissende Wesentliches an willenlos Lernende weitergeben. Doch wollen die Willenlosen wirklich weiteres Wissen erwerben? Das natürliche Verhalten eines Studenten gibt guten Grund, daran zu zweifeln. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität ist ein Hort des Wissens. Ein Ort, an dem weise Wissende Wesentliches an willenlos Lernende weitergeben. Doch wollen die Willenlosen wirklich weiteres Wissen erwerben? Das natürliche Verhalten eines Studenten gibt guten Grund, daran zu zweifeln.</p>
<p>Sichtbar wird dies zum Beispiel in Professor Horatscheks erquicklicher Vorlesung über bildende britische Bücher des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Ich sitze dort jede Woche und folge teilweise der Bildungsreise, die Professor Horatschek verzweifelt mit uns zu unternehmen versucht, teilweise beobachte ich meine Kommilitonen. Letzteres überwiegt.</p>
<p>Blondchen vor mir malt mit einem Edding sorgfältig einen blauen Kreis auf ihren Collegeblock. Nach einer kurzen Pause (in der Vorlesung ging es gerade um Jane Austen) kommen nun mit einem orangefarbenen Textmarker noch fünf wohlgeformte Blütenblätter hinzu.</p>
<p>Unten am Rednerpult schreit unterdessen die Dozentin mit emporgereckter Faust und entrücktem Gesichtsausdruck ihre Erkenntnis in die Welt hinaus: „Bildung ist ein prozessualer Begriff!“ Die folgende Kunstpause füllt sich jedoch wider Erwarten nicht mit Erstaunten „Ohs“ und „Ahs“ aus dem Publikum. Vielmehr herrscht betretenes Schweigen.</p>
<p>Vor mir sitzt ein Pärchen. Sie hockt beinahe auf seinem Schoß und beginnt, zärtlich seinen Nacken abzulecken. Er verharrt männlich-regungslos. Ihr Gesicht verschwindet fast zur Gänze in seinem rechten Ohr, während Professor Horatschek gerade mit bedeutungsschwangerer Miene erklärt, was es mit nicht relativierten oder problematisierten Ontologien auf sich hat, „welche die Illusion objektiver Erkenntnis erzeugen, in der das problematische Verhältnis zwischen Welt und Welterklärungsmodell verschwimmt.“ Die Lüstlinge vor mir scheinen eher bemüht zu sein, ihr Verhältnis zueinander zu intensivieren. Ich wende mich schnell ab, bevor ich aggressiv werde.</p>
<p>Der Kommilitone zwei Reihen vor mir fühlt sich weder vom Porno hinter ihm belästigt noch scheint ihn Professor Horatscheks wortreicher Kampf um die finale Erkenntnis zu interessieren. Er hat es nämlich geschafft, so in sich zusammenzusacken, dass man von vorne denken muss, er würde interessiert zuhören. Tatsächlich jedoch hat sein Sitznachbar Mühe, ihn zu wecken, als die Anwesenheitsliste endlich da ist.</p>
<p>Links neben mir werden SMS geschrieben; hinter mir diskutieren zwei bärtige Fünftsemester ein 50-Seiten-Papier aus der Politikwissenschaft. Ich fühle mich gut und fleißig, denn ich arbeite ja. Ich schreibe nämlich diesen Artikel.</p>
<p>Mein Erkenntnisgewinn aus dieser Vorlesung ist zwar enorm, beinhaltet jedoch eher die Bettgewohnheiten meiner Kommilitonen und die neuesten Gerüchte aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät als das von Professor Horatschek gewohnt griffig beschriebene Ziel, „historisch spezifische Modelle von Subjektivität und Identität mit ihren Implikationen für Bildungskonzepte (…) in ihrer diachronen Abfolge herauszuarbeiten.“ Was ich nun so schlimm nicht finde, ehrlich gesagt.</p>
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