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	<title>Der Albrecht &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Trinken ja, aber nicht auf der Straße</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Trinkraum von HEMPELS e.V. in Kiel hat es geschafft, die Szene von der Straße zu holen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Betreuter Alkoholkonsum in dem Trinkraum von HEMPELS</span></p>
<p><em>von Alexa Magsaam</em></p>
<p><div id="attachment_1951" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/trinkstube.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/trinkstube.jpg" alt="Der Trinkraum: Ein Ort für Jedermann. Foto: am " title="Der Trinkraum: Ein Ort für Jedermann. Foto: am " width="200" height="150" class="size-full wp-image-1951" /></a><p class="wp-caption-text">Der Trinkraum: Ein Ort für Jedermann. Foto: am </p></div>Die Schaßstraße 4 ist für die Kieler Straßen- und Trinkerszene seit 2003 ein fester Anlaufpunkt. Hier in Kiel Südfriedhof entstand vor sieben Jahren der Trinkraum des Vereins HEMPELS. „Es gab damals eine sehr ausgeprägte Straßenszene“, sagt Reinhard Böttner, Sozialpädagoge und der Geschäftsführer von HEMPELS e.V. „Die Leute hingen auf der Straße rum, betranken sich, machten Lärm, urinierten öffentlich.“ Ärger mit den AnwohnerInnen stand an der Tagesordnung. Diese fühlten sich durch die Straßenszene belästigt, aber auch die Szene wurde von den AnwohnerInnen beschimpft und beleidigt. Es musste eine Lösung für das Problem her, mit der beide Seiten leben konnten. Die Menschen mussten weg von der Straße. Zuerst wurden Platzverweise und Verbote ausgesprochen. „Das hatte aber nur zur Folge, dass die Szene – immer noch auf der Straße – von dem einen zum nächsten Ort wanderte.“</p>
<p>Die ersten Versuche das Problem zu lösen scheiterten.</p>
<p>Bis 2003 das Konzept des Trinkraums entstand. Entwickelt wurde die Idee vom Amt für Wohn- und Grundsicherung, dem Verein Hempels und der Stadt Kiel. Aus Sicht der Stadt handelte es sich dabei um eine ordnungspolitische Maßnahme, nicht um ein therapeutisches Angebot. Denn zunächst ging es nur darum, die Szene zu entspannen &#8211; die Menschen weg von den Straßen zu holen.</p>
<blockquote><p>„Das Konzept funktioniert und hat sich bewährt.“ (Reinhard Böttner, Geschäftsführer von HEMPELS e.V.)</p></blockquote>
<p>Mittlerweile ist der Trinkraum mehr als nur das. Hier treffen sich Alkoholiker, Wohnungslose, Hartz IV-Empfänger und Drogenabhängige. 30 Prozent der BesucherInnen sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. Im Schnitt besuchen 50 Personen pro Tag den Trinkraum in der Schaßstraße 4. Wer hierher kommt, muss keine Voraussetzungen erfüllen und wird akzeptiert, wie er ist. Mann oder Frau kann hier in aller Ruhe Alkohol konsumieren, ohne Belästigung. Täglich von 9 Uhr bis 15 Uhr, das sind die Öffnungszeiten des Trinkraums. Die Besucher müssen ihren niedrigprozentigen Alkohol selbst mitbringen. Meist ist das Bier oder Wein. Erlaubt ist aber alles bis 15 Prozent. Verboten sind Waffen, harter Alkohol und andere Drogen. An der Theke gibt es keinen Alkohol. Nur normale Getränke und starken Kaffee. Hinterm Tresen stehen Heike und Dirk. Sie  sind bei HEMPELS als Tresenpersonal fest angestellt. Sie sorgen auch dafür, dass die Regeln des Trinkraums befolgt werden. Auch hier zieht das Prinzip der sanften Tour, nicht des erhobenen Zeigefingers. Da die beiden selber aus der Szene kommen, haben sie den besten Zugang zu den Besuchern, kennen einige privat. „Sie wissen, wie man reagiert, wenn es mal Stress gibt“, sagt Herr Böttner. „Außerdem dürfen sie auch Hausverbote aussprechen, wenn es wirklich mal eskalieren sollte. Allerdings ist das nicht oft vorgekommen.“</p>
<p><div id="attachment_2043" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/600px-HEMPELS_von_Aussen.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/600px-HEMPELS_von_Aussen.jpg" alt="Das HEMPELS-Gebäude in der Schaßstraße 4 in Südfriedhof - Foto: am " title="Das HEMPELS-Gebäude in der Schaßstraße 4 in Südfriedhof - Foto: am " width="150" height="200" class="size-full wp-image-2043" /></a><p class="wp-caption-text">Das HEMPELS-Gebäude in der Schaßstraße 4 in Südfriedhof Foto: am </p></div>Ob man den Trinkraum auch als Kapitulation der Sozialarbeit ansehen könnte, beantwortet Herr Böttner klar mit nein. Gerade durch den Trinkraum sei es gelungen, die Szene zu erreichen. Man könne „nicht einfach auf die Straße zu den Menschen gehen und ihnen sagen, was richtig und was falsch ist.“ Es gehe viel mehr darum Vertrauen aufzubauen, die Menschen kennenzulernen und ihnen zu zeigen, dass sie akzeptiert werden, wie sie sind. Es seien zwar langwierige Prozesse, aber haben die Menschen erstmal Vertrauen aufgebaut, fragen sie auch nach Hilfe. Dafür bietet HEMPELS im zweiten Stock der Schaßstraße einen Sozialdienst auf Nachfrage. „Hier bieten wir z.B. Hilfe bei Verlust des Girokontos, Begleitung zu Behördengängen und psychosoziale Beratung in Krisensituationen an.“</p>
<p>„Das Konzept funktioniert und hat sich bewährt.“ so Böttner. Die Szene ist weg von der Straße und die AnwohnerInnen und Geschäfte müssen sich nicht länger belästigt fühlen. Da der Trinkraum in Südfriedhof seit nunmehr sieben Jahren so positive Resonanz erhält, wird demnächst ein weiterer Raum in Gaarden eröffnet. Auch dort soll es nicht nur um betreutes Trinken gehen. Sondern es wird ebenfalls einen Sozialdienst geben &#8211; auf Nachfrage, so wie es sich bewährt hat. Wann genau die Eröffnung stattfindet, ist noch unklar. „Die Planungen sind so gut wie abgeschlossen, wenn jetzt noch die Finanzierung klar geht, kann es losgehen.“</p>
<p>Bislang ist der Trinkraum von HEMPELS der einzige seiner Art in ganz Deutschland. Weshalb bis jetzt keine andere Stadt das Konzept übernommen hat, kann sich Reinhard Böttner nicht erklären. Warum ausgerechnet Kiel in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle übernimmt, weiß niemand so richtig. Fest steht: Die Idee, über den Trinkraum an die Szene zu gelangen und durch das Aufbauen von Vertrauen auch geringfügig Sozialhilfe an den Mann zu bringen, ist aufgegangen. Nur Vorsicht: Denn es sei auch gesagt, dass Probleme weiterhin existieren und noch immer Menschen auf den Straßen „rumhängen“, sich öffentlich betrinken und andere Menschen verärgern. Trotzdem wurde hier in Kiel, mit dem Trinkraum, ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.</p>
<p>Mittlerweile hat sich das Konzept des Trinkraumes und dessen Erfolg herumgesprochen. Immer mehr Städte und Kommunen erkundigen sich darüber, bekunden ihr Interesse. Bis jetzt kamen Nachfragen aus Hamburg, Freiburg, Hannover und Dortmund. Es werden wohl nicht die letzten gewesen sein.</p>
<p>Zum Interview mit Reinhard Böttner geht es <a href="http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/interview-mit-reinhard-bottner-geschaftsfuhrer-hempels-e-v">hier</a>.</p>
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		<title>Celler Trialog in Kiel</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/celler-trialog-in-kiel/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Celler Trialog]]></category>
		<category><![CDATA[Marine]]></category>
		<category><![CDATA[Militarisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Jahr also Kiel. Unter dem Titel „Handel und Wandel – Maritime Herausforderung und nationale Interessen“ werden neue Konzepte für militärisches Handeln in der Zukunft besprochen. Mit Kiel soll auch die Marine deutlicher in den Fokus rücken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Wirtschaft, Militär und Politik überlegen Konzepte für die Zukunft</span></p>
<p><em>ein Kommentar von Hendrik Lux</em></p>
<p>Das Wort „Trialog“ klingt zunächst ja ganz harmlos. Drei Parteien befinden sich in einem Gespräch. Das Ganze hat jedoch eine sicherheitspolitische und militärische Zielsetzung. Ins Leben gerufen wurde diese Konferenz von Herrn Oberstleutnant der Reserve Müller, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank ist. Zum ersten Mal fand der Trialog 2007 in Celle statt, diesmal ist er nach Kiel ausgewichen, da die gastgebende 1. Panzerdivision sich derzeit in Auslandsverwendung befindet. Vom ersten bis zum dritten September werden sich also in Kiel und dem Landeskulturzentrum Salzau Führungspersönlichkeiten aus Militär, Wirtschaft und Politik treffen.</p>
<p>Das Ziel dieses Trialogs ist die engere Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Militär zur Wahrung deutscher Sicherheitsinteressen. Die Sicherheit Deutschlands könne nicht allein militärisch gewährleistet werden. 2007 sagte der damalige parlamentarische Staatssekretär Kossendey: „Die investive Schwäche des Staates zwingt uns dazu, Verbesserungen in der Truppe durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen.“ Zusätzlich zur Privatisierung mancher Aufgabenbereiche, etwa durch die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, sucht die Bundeswehr verstärkt den Kontakt zur Wirtschaft, um mögliche Synergieeffekte abzuschöpfen.</p>
<p>Ein weiteres Augenmerk ist das Werben in Politik und Wirtschaft für die Belange der Bundeswehr. Die Bundeswehr will die Politik über ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse informieren. Das ist verständlich und sicherlich auch sinnvoll. Demokratietheoretisch komplizierter wird es, wenn die Bundeswehr der Politik reinredet, wie und wo sie eingesetzt werden soll. Zivile Autorität steht über der militärischen und die Politik gibt der Bundeswehr ein Mandat zum Handeln, nicht umgekehrt. Diese ehernen Grundsätze könnten durch diesen Trialog verwischen.</p>
<p>Es scheint insgesamt ein Umdenken in der Gesellschaft gegeben zu haben, dass das Militär unkritischer wahrgenommen wird als noch vor einigen Jahrzehnten. Diese Wandlung kann auch an unserer Universität festgestellt werden. Das Schleswig-Holsteinische Institut für Friedenswissenschaften wurde aufgelöst und seine Mitarbeiter an die CAU angegliedert. Zugleich scheint sich das Institut für Sicherheitspolitik an unserer Uni wachsender Bekanntheit zu erfreuen. Also Sicherheit statt Frieden? Wie drückte es die Band Kettcar aus: „Das Leben, das wir leben, geschützt im Schützengraben“?</p>
<blockquote><p>Um gegen eine weitergehende Militarisierung der Gesellschaft zu protestieren, hat sich ein Bündnis in Kiel gegründet. Nähere Informationen findet ihr unter: <a href="http://kein-trialog.so36.net/">http://kein-trialog.so36.net/</a></p></blockquote>
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		<title>Interview mit Reinhard Böttner</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:10:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sozialarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkraum]]></category>

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		<description><![CDATA[„Du bist so wie du bist und das ist ok für uns.“ – Der Geschäftsführer von HEMPELS e.V. erklärt das Konzept der Trinkräume.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1954" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/trinkstube2.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/trinkstube2.jpg" alt="Herr Böttner, Sozialpädagoge und Geschäftsführer HEMPELS e. V. Foto: am" title="Herr Böttner, Sozialpädagoge und Geschäftsführer HEMPELS e. V. Foto: am " width="150" height="200" class="size-full wp-image-1954" /></a><p class="wp-caption-text">Herr Böttner, Sozialpädagoge und Geschäftsführer HEMPELS e. V. Foto: am </p></div><span class="unt">Das Konzept der Trinkhalle und dessen Vorbildfunktion für andere Kommunen</span></p>
<p><em>DER ALBRECHT: Herr Böttner, Sie sind der Geschäftsführer von HEMPELS e.V., wie lange machen Sie das schon?</em></p>
<p>Böttner: Ich bin noch gar nicht so lange dabei. Erst seit August 2009. Vorher war ich vorübergehend beim Tagestreff in Flensburg tätig. Da dort auch die Straßenzeitung HEMPELS verteilt wurde, habe ich den Kontakt aufgebaut und bin so zu HEMPELS gekommen. Zudem war ich in Flensburg Mediator und habe im Täter-Opfer-Ausgleich gearbeitet.</p>
<p><em>DER ALBRECHT: Wie erklären Sie sich, dass jetzt in kürzester Zeit die Nachfrage nach dem Konzept des Trinkraums anderer Städte und Kommunen so gestiegen ist? Erst sieben Jahre nachdem der Trinkraum entstanden ist.</em></p>
<p>Böttner: Anfangs standen andere Städte und Kommunen dem Prinzip des Trinkraums eher kritisch gegenüber. Die Meinung vieler war, dass man den Menschen das Trinken nicht noch bequem machen sollte. Wie auch anfangs in Kiel, versuchten andere Kommunen mit Verboten und Platzverweisen, das Problem zu lösen. Allerdings genauso erfolglos wie hier. Trotzdem konnte sich wohl keiner dazu durchringen einen Trinkraum anzubieten. Vielleicht auch, weil die monetäre Unterstützung der Stadt und der Kommunen fehlte.</p>
<p><em>DER ALBRECHT: Wie wird denn der Trinkraum in Südfriedhof finanziert?</em></p>
<p>Böttner: Wir erhalten neben Zuwendungen der Stadt Kiel auch Zuwendungen der Arbeitsverwaltung. So können wir die Ein-Euro-Jobber finanzieren und wir erhalten dadurch auch Beschäftigungszuschüsse für unsere Festangestellten. Ebenso finanzieren wir uns zusätzlich durch unseren Verein HEMPELS und sind vor allem auf Spenden angewiesen.</p>
<p><em><br />
DER ALBRECHT: Was sagen Sie persönlich zu dem Konzept des Trinkraums und zu dem Vorwurf, man könne auch von der „Kapitulation der Sozialarbeit“ sprechen?</em></p>
<p>Böttner: Bei der Konzeptionierung des Trinkraums ist HEMPELS von der Annahme ausgegangen, dass eine Einrichtung nur dann nachhaltig von seiner Zielgruppe genutzt wird, wenn die Betroffenen &#8211; viele mit starkem Alkoholkonsum und teilweise entsprechendem Verhalten &#8211; dort auch Akzeptanz für ihre Situation finden. Es handelt sich hier nicht um „Kapitulation der Sozialarbeit“. Vielmehr wird durch das Angebot Vertrauen aufgebaut, über einen längeren Zeitraum. Hier in unserem Trinkraum bei HEMPELS wollen wir den Menschen zeigen: Du bist so wie du bist und das ist ok für uns. Außerdem bieten wir doch einen niedrigschwelligen Sozialdienst &#8211; auf Nachfrage &#8211; und diverse Arbeits- und Beteiligungsmöglichkeiten für unsere Besucherinnen und Besucher.</p>
<blockquote><p>„Du bist so wie du bist und das ist ok für uns.“ </p></blockquote>
<p><em>DER ALBRECHT: Wie ist es jetzt für Sie, wenn sich andere Städte und Kommunen bei Ihnen melden und auch das mediale Interesse so stark zunimmt?</em></p>
<p>Böttner: Erstmal ist es sehr positiv, weil es ja zeigt, dass wir es hier in Kiel mit dem Trinkraum richtig gemacht haben. Warum wir bis jetzt den einzigen Trinkraum in ganz Deutschland haben, kann ich mir sowieso nicht erklären. Mittlerweile kommen aber so viele Anfragen, dass wir auf die Pressestelle der Stadt Kiel verweisen müssen. Dort liegt das Konzept des Trinkraums vor. Gerade nach dem Spiegel Artikel, im April diesen Jahres, sind die Nachfragen so massiv gestiegen, dass wir das alleine gar nicht mehr bewältigen können, schließlich haben wir keinen Pressesprecher.</p>
<p><em>DER ALBRECHT: Demnächst soll auch hier in Kiel ein zweiter Trinkraum entstehen, in Gaarden am Vineta Platz. Was wünschen Sie sich für die Neueröffnung? Wann soll diese stattfinden?</em></p>
<p>Böttner: Wann genau der Trinkraum in Gaarden öffnet, kann ich leider noch nicht sagen. Ich hoffe aber, dass es so schnell wie möglich losegehen kann und wir damit genauso positive Erfahrungen machen, wie hier in Südfriedhof. </p>
<p><em>DER ALBRECHT: Vielen Dank für das Gespräch Herr Böttner und alles Gute. </em></p>
<p>Der Artikel zum Konzept des Trinkraums kann <a href="http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/trinken-ja-aber-nicht-auf-der-strase">hier</a> nachgelesen werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kiel wird „Stadt der jungen Forscher 2011“</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/kiel-wird-%e2%80%9estadt-der-jungen-forscher-2011%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt der jungen Forscher]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Kiel gewinnt in Gießen finanzielle Unterstützung, um SchülerInnen einen spannenden, nachhaltigen und interessanten Einblick in die Wissenschaft zu geben. Wie das genau aussehen wird, hat DER ALBRECHT herausgefunden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt"> „Mit dem Forschungsschiff auf Expedition durch Kieler Schulen“</span></p>
<p><em>von Elisabeth Jaeger</em></p>
<p><div id="attachment_1961" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Stadtderjungenforscher.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Stadtderjungenforscher.jpg" alt="Glückliche Gewinner - Quelle: Landeshauptstadt Kiel " title="Glückliche Gewinner - Quelle: Landeshauptstadt Kiel " width="200" height="133" class="size-full wp-image-1961" /></a><p class="wp-caption-text">Glückliche Gewinner - Quelle: Landeshauptstadt Kiel </p></div>Kiel hat es geschafft. Am 28. Mai 2010 setzte sich die Stadt in Gießen gegen seine Konkurrenten Jena und Karlsruhe durch und konnte mit einem einzigartigen Konzept die Jury des bundesweiten Wettbewerbs „Stadt der jungen Forscher“ überzeugen.</p>
<p>Die Auszeichnung „Stadt der jungen Forscher“ wird der Stadt verliehen, die am effektivsten und nachhaltigsten Jugendliche an die Wissenschaft heranführt. „Man versucht an einem Strang zu ziehen“, sagt Ute Berg, Stadträtin für Arbeit und Wirtschaft der Stadt Kiel. Und dafür wurde ein breites Netzwerk gesponnen. Unterstützung gibt es von der Stadt, den Hochschulen und Schulen Kiels und der Wirtschaft.</p>
<blockquote><p>„Es wird geballt unterstützt. Sowohl mit Finanzen, aber eben auch mit Men- und Womenpower.&#8221; (Ute Berg, Stadträtin für Arbeit und Wirtschaft)</p></blockquote>
<p>50 000 Euro Preisgeld, gesponsert von der Körber-Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Telekom Stiftung, sind dem Konzept zugesichert. Schafft die Gewinnerstadt es, zusätzliche Sponsoren und Kooperationspartner zu finden, erhöht sich das Preisgeld um weitere 15 000 Euro. Kiel ist dies gelungen. Mit an Bord sind unter anderem die IHK, die Förde Sparkasse, die Kieler Nachrichten, das Institut für Weltwirtschaft, die KiWi GmbH und viele, viele weitere Unternehmen. „Es wird geballt unterstützt. Sowohl mit Finanzen, aber eben auch mit Men- und Womenpower“, schwärmt Ute Berg.</p>
<p>Kiel bietet ein großes Potenzial, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Zudem hilft es, vorhandene Entwicklungsmöglichkeiten weiter auszubauen. Das Motto des Konzepts „Mit dem Forschungsschiff auf Expedition durch Kieler Schulen“ fängt selbstverständlich auch den maritimen Charakter Kiels ein.</p>
<p>Und so soll das Ganze aussehen: Alle Schülerinnen und Schüler der Schulen Kiels ab der 8. Klassenstufe können selbst entwickelte Projekte einreichen, welche mit Hilfe des Preisgeldes und der Unterstützung der Kooperationspartner gefördert werden. Maximal 5000 Euro stehen jedem Projekt zur Verfügung. Die endgültige Ausschreibung der Projekte findet nach den Sommerferien statt. Danach wird entschieden, welche Projekte den Zuschlag bekommen. Vorgestellt werden die Projekte auf einem Wissenschaftsfestival, welches im Zentrum der Stadt ausgerichtet werden soll. Geplant ist eine Zeltstadt in der Umgebung des Kieler Schlosses, in der sich die einzelnen Projekte vorstellen. Das Wissenschaftsfestival soll im Frühjahr 2011 stattfinden. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Möglicherweise wird es mit dem Wettbewerb „Jugend forscht“ in Verbindung gebracht. Das Konzept wurde bisher sehr erfolgreich angenommen und eine erste Arbeitsgruppe hat sich mit einigen Schulen in Verbindung gesetzt.</p>
<p>Die Auszeichnung „Stadt der jungen Forscher 2011“ bietet Kiel weitere Chancen in der Wissenschaft und, was noch wichtiger ist, nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten. Zwar ist das Preisgeld nach dem Wissenschaftsfestival aufgebraucht, aber das Netzwerk wird bestehen bleiben und weiterhin versuchen, die Jugendlichen der Kieler Schulen in die Wissenschaft und Wirtschaft einzubinden. 2011 wird Kiel also ganz im Zeichen der Wissenschaft und Forschung stehen, wir dürfen gespannt sein. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>(W)Er ist unser neuer Bundespräsident?</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/wer-ist-unser-neuer-bundesprasident/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>

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		<description><![CDATA[Überraschend trat der neunte Bundespräsident Deutschlands, Horst Köhler, von seinem Amt zurück. Erschütterung, ganz Deutschland in Aufregung. Nach nur kurzer Zeit, hitzigen Debatten und medialen Aufregern standen drei Kandidaten zur Auswahl. Die Bundesversammlung hat am 30. Juni 2010 entschieden: Christian Wulff ist unser neuer Bundespräsident!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Der Albrecht stellt den zehnten Bundespräsidenten vor: Christian Wulff</span></p>
<p><em>von Alexa Magsaam </em></p>
<p><div id="attachment_1958" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Christian_Wulff.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Christian_Wulff.jpg" alt="Unser neuer Bundespräsident: Christian Wulff - Foto: Pressefotos (www.christian-wulff.de) " title="Christian_Wulff" width="200" height="140" class="size-full wp-image-1958" /></a><p class="wp-caption-text">Unser neuer Bundespräsident: Christian Wulff - Foto: www.christian-wulff.de </p></div>Christian Wulff ist Jurist und Politker. Sein politisches Interesse und Engagement reicht weit in seine Jugend zurück: Angefangen bei der Schülerunion, über die Junge Union, und schließlich, seit 1984, als Landesvorstandsmitglied der CDU in Niedersachsen. Seit März 2003 ist er Mitglied im Vorstand der Konrad Adenauer Stiftung.</p>
<p><strong>Woher kommt er?</strong></p>
<p>Christian Wulff wurde am 19. Juni 1959 in Osnabrück geboren. Seine Eltern trennten sich, als er zwei Jahre alt war. Nachdem auch der Stiefvater die Familie verlassen hatte, kümmerte er sich als 16 Jähriger um seine Mutter, die an Multipler Sklerose erkrankte, und half bei der Erziehung seiner kleinen Schwester. Noch heute setzt sich Wulff für MS-Patienten ein. Seit 2001 ist er Schirmherr der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG).</p>
<p><strong>Was zeichnet ihn aus?</strong></p>
<p>Christian Wulffs Hauptanliegen ist die Zukunft: Er steht für Fortschritt und Integration. Erst vor einigen Monaten sorgte er für Schlagzeilen, als er Aygül Özkan zur Sozialmisterin von Niedersachsen ernannte. Die erste türkischstämmige Ministerin Deutschlands. Außerdem hat er eine hohe politische Professionalität durch jahrelange Erfahrung. Er kommt zwar aus der CDU und ist damit nicht parteilos nominiert worden, wie Joachim Gauck, aber auch acht von neun Bundespräsidenten vor ihm, u.a. Johannes Rau, kamen ebenfalls aus der aktuellen Politik. Was auch als Vorteil angesehen werden kann, da er mit der aktuellen politischen Lage vertraut ist.</p>
<p><strong>Warum ist er der Richtige für das Amt?</strong></p>
<p>Christian Wulff ist ein alter Hase im Politikgeschäft. Er war jahrelang nicht nur politisch sondern auch sozial engagiert. Hat durch die Einsetzung der ersten türkischstämmigen Ministerin Maßstäbe gesetzt. Steht für Integration und Zukunft. Er wünscht sich ein bunteres und vielfältigeres Land, so sagte er es in der ARD in „Farbebekennen“. Besonders aber seine langjährigen Politikerfahrungen machen ihn zu einem Bundespräsidenten, bei dem es gewiss keinen Mangel an Professionalität zu befürchten gibt.</p>
<p><strong>Welche war die Kernaussage seiner Kandidatur?</strong></p>
<p>„Mein Thema ist „Zukunft“. Konkreter: Jeder, der in Deutschland lebt, muss ein Angebot bekommen, mitzumachen.“ schrieb Christian Wulff auf seiner Homepage (<a href="http://www.christian-wulff.de">www.christian-wulff.de</a>).</p>
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		<title>Von splitternden Scheiben und scharfen Schüssen</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/06/08/von-splitternden-scheiben-und-scharfen-schussen/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Meierei]]></category>
		<category><![CDATA[Dampfziegelei]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Zapata]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Buchladen „Zapata" im Jungfernstieg wurden zum vierten Mal in zwei Jahren die Scheiben eingeworfen. Dass die Taten einen politischen Hintergrund haben, vermuten auf den ersten Blick Wenige. Verantwortlich für die Angriffe seien jedoch gewaltbereite Kieler Neonazis, da ist sich der Inhaber sicher. So sind die gewalttätigen Attacken auch keine Einzelfälle in der Landeshauptstadt. Vielmehr reihen sie sich in eine Serie von rechtsradikalen Aktionen in Kiel ein. Dabei blieb es bislang nicht nur bei zerstörten Scheiben. Schwere Körperverletzungen und sogar Schüsse auf Wohnhäuser sollen auf das Konto Kieler Neonazis gehen. Die TäterInnen blieben jedoch bislang meist unbehelligt. Erstmalig konnten ZeugInnen nun die TäterInnen beobachten und der Polizei Hinweise geben. Eine Chronologie der Übergriffe. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Der Buchladen „Zapata&#8221; &#8211; Ein Tatort rechter Gewalt in Kiel </span></p>
<p><em>von Feliks Todtmann</em></p>
<div id="attachment_1887" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/zapata.png"><img class="size-full wp-image-1887" title="Der Stein des Anstoßes - Foto: ft" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/zapata.png" alt="Der Stein des Anstoßes - Foto: ft" width="499" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Der Stein des Anstoßes - Foto: ft</p></div>
<p>Vier Mal sei das Geschäft in den zurückliegenden zwei Jahren Ziel  vandalistischer Angriffe aus dem rechten Spektrum geworden, sagt Helene  Walter*. Sichtlich verunsichert berichtet die Mitarbeiterin des kleinen  Buchladens „Zapata“ über den  erneuten Angriff vom neunten Mai, bei dem  die lediglich notdürftig verglasten Fenster – die letzte Attacke liegt  gerade einmal vier Monate zurück – erneut eingeworfen  wurden.</p>
<p>Für die kleine Buchhandlung stellen die Angriffe nicht nur eine  verstärkte Bedrohung durch rechte GewalttäterInnen dar, sondern  verursachen auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Und die  TäterInnen wüssten dies, meint Helene Walter*. So sieht sich der  Besitzer nunmehr gezwungen, teure Schutzrollläden anzubringen, die vor  zukünftigen Attacken schützen sollen. Zugleich berauben die Rolläden den  Laden auch seiner Schaufenster. Nur dank der Spenden vieler  UnterstützerInnen und KundInnen können diese jetzt angeschafft werden.</p>
<p>Daran, dass die TäterInnen Neonazis waren, hat sie keine Zweifel.  Das Geschäft ist weithin als links-alternativer Buchladen bekannt und  passt in das Feindbild der Rechten. Zudem ist das Fluchtauto der  TäterInnen angeblich einem bekannten Neonazi zuzuordnen. Zeugen hatten  das Kennzeichen notiert, nachdem sie um 23.30 Uhr die Scheiben des  Ladens klirren gehört hatten.</p>
<p>Die Buchhandlung war nicht das einzige Ziel faschistischer Gewalt  an diesem Abend. Am Vortag, dem Tag der Befreiung vom deutschen  Faschismus, hatten die Kieler Nazis versucht, eine  geschichtsrevisionistische Kundgebung unter dem Motto: „8. Mai &#8211; Wir  feiern nicht&#8221; am Hauptbahnhof abzuhalten. Diese verlief jedoch für die  Handvoll anwesender Nazis aufgrund von breiten Gegenprotesten  ernüchternd, sodass wohl der aufgestaute Frust anderweitig abgelassen  werden musste. So wurde neben dem Buchladen auch das alternative  Wohnprojekt „Dampfziegelei“ in Wik Opfer rechter Aggression. Hier warfen  die TäterInnen gegen 23.00 Uhr die Fensterscheiben einer Wohnküche und  eines Kinderzimmers ein, in dem ein vierjähriges Mädchen schlief.  Verletzt wurde niemand.</p>
<p>Die Ereignisse dieses Maiwochenendes stellen jedoch leider keine  Einzelfälle dar. Vielmehr reihen sich die Angriffe in eine Serie rechter  Gewalttaten in Kiel ein, in deren Zusammenhang es seit 2008 immer  wieder zu Sachbeschädigungen und tätlichen Angriffen durch Neonazis  gekommen war. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand diese Serie im Januar  2010. In der Nacht vom 19. zum 20. Januar hatten vermutlich Neonazis mit  einer Schusswaffe in ein Fenster des bewohnten Teils des linken Wohn-  und Kulturprojektes „Alte Meierei“ geschossen. Die zwei Schüsse, die in  ein hell erleuchtetes Fenster abgegeben wurden, verfehlten die sich dort  aufhaltende Person.</p>
<p>Ebenso wie der Buchladen „Zapata“ und die „Dampfziegelei“ ist die  „Alte Meierei“ das, was die Neonazis als „exemplarischen Ort, der von  ihnen als Feind angesehen wird“ betrachten, wie Julia Schmidt*,  Bewohnerin der „Alten Meierei“, erklärt. Auch sie ist sich daher sicher,  dass es rechte Gewalttäter waren, die im Januar gezeigt haben, dass sie  auch vor möglichen Todesopfern nicht zurückschrecken. Die Qualität des  Angriffs bereite ihr persönlich etwas Unbehagen. Angst will sie nicht  sagen, doch sei ihr „Sicherheitsgefühl durch den Vorfall schon  beeinträchtigt&#8221;. Sie spricht von einem „Fanal“ für eine mögliche  Veränderung in der gewaltbereiten Naziszene Kiels, da Schüsse mit  scharfen Waffen auf Hausprojekte ein Novum darstellten.</p>
<p>Von den Ermittlungsbehörden zeigten sich die Betroffenen  enttäuscht. Die polizeilichen Ermittlungen seien in den Fällen eher  schleppend verlaufen. Der Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft war  aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens zu keiner Stellungnahme  bereit. Die Verfahren zu den früheren Sachbeschädigungen am „Zapata“ und  den Schüssen auf die Alte Meierei wurden eingestellt, da keine Täter  ermittelt werden konnten. Dennoch hoffen die Mitarbeiter des Buchladens  aufgrund der Zeugenaussagen dieses Mal auf eine Feststellung und  Verurteilung der TäterInnen.</p>
<p>Die Kieler  Ermittlungsbehörden sowie die lokale Presse sehen  indes keine Eskalation der politisch motivierten Gewalt von rechts. Das  Problem wird allzu oft zu einer Art „unpolitischen Bandenkrieg“  heruntergespielt, selbst wenn es der Kinderladen des Kulturprojekts  „Hansastraße 48“ ist, der Opfer von Steinwürfen wird. Für die Bewohner  der „Alten Meierei“ passt diese Verharmlosung von rechter Gewalt gut in  die Strategie der Kieler Polizeiführung, die den Bewohnern zufolge damit  versucht, den Konflikt „nicht weiter anzuheizen“.</p>
<p>Ein weiterer schwerer Fall rechter Gewalt fand im April letzten  Jahres statt. Nach einer misslungenen Kundgebung der „Aktionsgruppe  Kiel“ wurde ein Balletttänzer offensichtlich von Neonazis  lebensgefährlich verletzt. Der Mann, dessen lange Haare offenbar nicht  ins menschenverachtende Weltbild der Nazis passten, wurde dermaßen  zusammengeschlagen, dass er einen Schädelbasisbruch erlitt. Der damals  28jährige leidet noch immer an den Spätfolgen des Angriffs und kann  seinen Beruf aufgrund von Taubheit auf dem linken Ohr nicht mehr  ausüben. Der Hauptverdächtige des Angriffs auf den Tänzer der Kieler  Oper steht zwar ab Juni diesen Jahres vor Gericht, dennoch reißt die  Serie der Gewalt nicht ab.</p>
<p>Die Chronologie ließe sich um zahlreiche weitere Erscheinungen  erweitern, von eingeworfenen Fensterscheiben über Propagandaaktionen bis  hin zu gewalttätigen Übergriffen. Oft führen die Aktivitäten zurück zur  AG Kiel. Die sogenannten „Aktionsgruppe Kiel“ ist eine Gruppe aktiver  Rechtsradikaler, die sich auf ihrer Internetpräsenz selbst als aktive  Nationalisten bezeichnen und sich den vermeintlichen Idealen eines  „nationalen Sozialismus“ verschrieben haben. Der Kapitalismus wird von  ihnen angeblich ebenso abgelehnt wie die „gescheiterte multikulturelle  Gesellschaft“.</p>
<p>Diese Gruppe ist in den Horizont der „autonomen Nationalisten“  einzuordnen, die sich um das Jahr 2000 herum von den festgefahrenen  Neonazistrukturen wie Parteien, Kameradschaften und Vereinen gelöst  haben und vermehrt auf öffentlichkeitswirksamere Aktionsformen setzen.  Der Nazi in Springerstiefeln und Bomberjacke hat für sie ebenso  ausgedient wie der Nazi im Nadelstreifenanzug. Beides ist  gesellschaftlich verpönt und für Jugendliche wenig attraktiv.</p>
<p>Um junge aktive Mitglieder in ihren Bann zu ziehen, scheuen die  „autonomen Nationalisten“ nicht davor zurück, sich vormals  traditioneller linker Politikfelder und Erscheinungsbilder anzunehmen.  Umwelt- und Tierschutz, Konsumkritik und Geschlechterpolitik sind für  sie ebenso Teil des Gesamtbildes, wie schwarze Kleidung auf  Demonstrationen und politische Spontanaktionen. Es ist eine absurde  Verquickung von jugendlicher Subkultur und traditionellem  Stammtischnationalismus. Der Habitus und die Themen werden schlicht vom  politischen Gegner übernommen und mit einem nationalen Anstrich  versehen. „Autonome Nationalisten“ haben keine Berührungsängste mehr mit  Anglizismen und übernehmen Graffitischriftzüge auf ihren Flyern und  Aufklebern, die optisch nur bei sehr genauem Hinsehen von denen der  Linken zu unterscheiden sind.</p>
<p>Aus welchen Neonazikreisen und -gruppen die TäterInnen in den  Fällen der zerstörten Scheiben des Buchladens und der „Dampfziegelei&#8221;  jedoch tatsächlich kommen, darüber lässt dich derzeit nur spekulieren.  Es bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen dies  schnell klären werden.</p>
<p>Ob denn „etwas geklaut worden“ sei, fragen bestürzte  AnwohnerInnen, die sich keinen politischen Hintergrund der Taten  vorstellen können, Helene Walter mit Blick auf die zerstörten Scheiben.  Nein, antwortet die Mitarbeitern des Ladens.  Kurt Tucholsky sagte jedoch schon, dass die literarischen Fähigkeiten  der Nazis sich wohl darauf beschränken würden, einem politischen Gegner  mit einem Telefonbuch auf den Kopf zu hauen.</p>
<p><em>* alle Namen redaktionell geändert</em></p>
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		<title>Die Klimashopper</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[KliMarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Schlemmermarkt Freund]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltakltion]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem 'Carrotmob' hat eine Gruppe junger Umweltaktivisten in Kiel etwas für den Klimaschutz getan. Eine stolze Summe und viele zufriedene Supermarkt Kunden waren das Ergebnis.


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Die Kür des ersten Kieler KliMarkts war ein voller Erfolg </span></p>
<p><em>von Boris Rozanski</em></p>
<div id="attachment_1814" class="wp-caption alignleft" style="width: 420px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-KliMarkt1.jpg"><img class="size-full wp-image-1814" title="Die Kieler Klimapartner im Schlemmermarkt - Foto: br" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-KliMarkt1.jpg" alt="Die Kieler Klimapartner im Schlemmermarkt - Foto: br" width="410" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Die Kieler Klimapartner im Schlemmermarkt - Foto: br</p></div>
<p>„5000 Euro für den Klimaschutz“ so lautet die Tagesbilanz von Markus  Rohrandt. Der 29-jährige Kieler hatte gemeinsam mit sechs weiteren  Umweltschützern am achten Mai den Schlemmermarkt Freund zu Kiels erstem  KliMarkt ernannt. Supermarktinhaber Marten Freund verpflichtete sich als  Gegenleistung dazu, zehn Prozent des Tagesumsatzes in die  klimafreundliche Umgestaltung seines Ladens zu investieren. Sämtliche  Beteiligten – allen voran Rohrandt – sind mit dem Verlauf der Aktion  mehr als zufrieden: „Mit so viel Geld hätten wir nie gerechnet. Außerdem  haben wir von allen Seiten tolles Feedback bekommen. Einige Leute sind  extra eine Woche lang nicht einkaufen gegangen, um heute hier  zuzuschlagen – das ist ein toller Anfang!“<br />
Zu Beginn des Jahres hatte die Gruppe eine Auktion um den KliMarkt-Titel  gestartet: Eine Vielzahl von Supermärkten war dazu aufgerufen worden,  ein Gebot für den zu spendenden Umsatzanteil abzugeben. Vom russischen  Einzelhändler bis zu den großen Ketten waren alle mit dabei; Freund  bekam schließlich den Zuschlag. Von da an ging alles ganz schnell: Über  Internetportale, Flyer und sogar mit Hilfe eines eigens für die Kampagne  gedrehten Werbefilmes hat die Gruppe um Markus Rohrandt und die 27  Jahre alte Sarah Sjögren auf ihre Aktion aufmerksam gemacht: „Einkaufen  muss man immer. Hier kann man noch etwas Gutes tun.“ Das Interesse ist  nach gemeinsamem Bekunden der Umwelt-Partner insbesondere, „dass junge  Menschen sich Gedanken über das Klima machen.“<br />
Das Prinzip des sogenannten &#8216;Carrotmob&#8217; stammt eigentlich aus den USA:  Durch wirtschaftlichen Anreiz sollen Unternehmen zu umweltfreundlicherem  Verhalten erzogen werden – ähnlich dem sturen Esel, dem man die Karotte  vor die Nase hält, damit er sich vom Fleck bewegt. Die Idee für die  Kieler KliMarkt-Kampagne kam hingegen aus Köln, wo andere  Umweltaktivisten anlässlich des Muttertags eine ähnliche Aktion in  Kooperation mit den Blumenläden der Rheinmetropole organisiert hatten.  Die Kieler Zelle hält zwar sporadischen Kontakt mit den anderen  deutschen Gruppen, ist jedoch vollkommen unabhängig. Während sich  Sjögren noch darüber freut, dass die &#8216;Carrotmobs&#8217; jetzt „überall in  Deutschland aus dem Boden sprießen,“ hegt Marten Freund ganz andere  Hoffnungen: „Vielleicht kommen ja auch Leute, die noch nie bei uns  eingekauft haben.“</p>
<p style="text-align: left;">Ob er tatsächlich neue Stammkundschaft gewonnen hat, wird sich erst noch  zeigen. Sicher ist hingegen, dass die Vorschläge eines unabhängigen  Energieberaters, wie mit dem erwirtschafteten Geld im Tagesgeschäft des  Schlemmermarktes mehr Rücksicht auf das Klima genommen werden kann,  zügig umgesetzt werden. Im Fokus stehen dabei vermutlich insbesondere  der Austausch von Leuchtstoffröhren, die Installation von  Bewegungsmeldern zur Lichtsteuerung und die Überholung der bereits  vorhandenen Wärmerückgewinnungsanlage.<br />
Möglich wurde dies erst durch das Engagement der Klimaschützer, die den  Tagesumsatz des Supermarktes um satte 25 Prozent gesteigert haben und  nun Pläne für den kommenden Sommer schmieden: „Wir haben ein  Aktionskonzept für die Eisdielen im Stadtzentrum entwickelt ,“ aber mehr  will Rohrandt dann lieber noch nicht verraten.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="405" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/IlPQqC5vhKY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/v/IlPQqC5vhKY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Studieren in einer anderen Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arkansas]]></category>
		<category><![CDATA[Privat-Uni]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie studiert es sich eigentlich woanders? Ein Besuch in einer Privat-Uni in Arkansas bringt überraschende Einblicke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Ein Besuch an einer konservativen amerikanischen Privat-Uni</span></p>
<p><em>von Hannes Reinhardt</em></p>
<div id="attachment_1843" class="wp-caption aligncenter" style="width: 579px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-Amiuni.jpg"><img class="size-full wp-image-1843" title="Harding-Studierende genießen die Sonne an einem der Springbrunnen auf dem Campus - Foto: hr " src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-Amiuni.jpg" alt="Harding-Studierende genießen die Sonne an einem der Springbrunnen auf dem Campus - Foto: hr " width="569" height="426" /></a><p class="wp-caption-text">Harding-Studierende genießen die Sonne an einem der Springbrunnen auf dem Campus - Foto: hr </p></div>
<p>Zugegeben, im ersten Moment ist es schon überraschend oder vielleicht  doch eher verwunderlich, wenn von der Empfangsdame die Bewohnerinnen  des Mädchen-Wohngebäudes vor „Männern im ersten Stock“ gewarnt werden,  sollte doch  lediglich einmal eins der Zimmer besichtigt werden. Dies  ist jedoch gang und gäbe an der christlich-konservativen  Privat-Universität Harding in Searcy im US-Bundesstaat Arkansas.</p>
<p>Dass  die Mädchen über die männliche Anwesenheit informiert werden,  dient dem  Zweck, dass keine der Bewohnerinnen eventuell leicht bekleidet oder gar  nackt über die Flure hüpft. Kurz vor eben einer solchen „Warnung“ muss  sich mit Name, Uhrzeit und Unterschrift in eine Art Besucherliste  eintragen werden. Dies soll wohl im Falle eines Vorfalls jedweder Art  nachvollziehbar machen, wer an „Externen“ sich von wann bis wann im  Gebäude aufgehalten hat.</p>
<p>Auch wenn in diesem Fall sowohl die Ankündigung von sich im  Gebäude aufhaltenden Männern als auch das Eintragen in Listen sicherlich  Sinn ergeben und nachvollziehbar sind, so ist dies beileibe nicht bei  allen Dingen der Fall, denen während eines Besuches an der Harding  University begegnet werden kann. Sicherlich hat die Universität in den  USA eine ganz andere Aufgabe im erzieherischen Bereich als unsere  deutschen Hochschulen. Die Studierenden dort kommen frisch von der  Highschool, sind 18 oder gar 17 Jahre alt und damit nach dem  amerikanischen Gesetz minderjährig.</p>
<p>Viele Eltern schicken ihre  Sprösslinge ganz bewusst an eine solche Universität, damit ihnen neben  der wissenschaftlichen Ausbildung auch Werte und Morale vermittelt  werden, die sie selbst teilen und ihren Kindern in deren Lebensjahren  zuvor beigebracht haben: Glaube, Enthaltsamkeit vor der Ehe, Verzicht  auf Zigaretten und Alkohol (von sonstigen Drogen ganz zu schweigen), um  nur ein paar zu nennen. Das Einfließen dieser Maßstäbe in die Regeln der  Harding University bringt Dinge hervor, die auf einen „normalen“  deutschen Studierenden oft fremd, manchmal aber auch belustigend wirken.</p>
<p>Einige dieser Regeln sind jedoch nicht dem christlich-konservativen  Glauben, sondern auch der Mentalität der amerikanischen Südstaatenkultur  zuzurechnen, wobei sich letztere sicherlich auch aus ersterem  entwickelt hat. So ist das Tanzen unter den Studenten verboten, da hier  eine gewisse erotische Komponente konstatiert wird. Dies ist, folgt man  dieser Argumentationslinie, zwar nachvollziehbar, wirkt auf einen jungen  deutschen Erwachsenen jedoch völlig absurd.</p>
<p>An „Tagen der offenen Tür“, an denen sich die Studierenden  unterschiedlichen Geschlechts untereinander in den Wohngebäuden besuchen  dürfen, müssen immer alle Füße auf dem Boden bleiben. Ähnlich wie beim  Tanz-Verbot sollen so sexuelle Kontakte ausgeschlossen werden. Unnötig  zu erwähnen, dass dies vergleichsweise leicht umgangen werden kann.</p>
<p>Dem  entgegen wirkt jedoch die Bedingung, an solchen Besuchertagen die Türen –  das Motto also wörtlich auslegend – zu jeder Zeit geöffnet zu lassen.  Traute Zweisamkeit entsteht so also wohl tatsächlich nicht. Leider – aus  deutscher Sicht – sind die Studenten verpflichtet, mindestens das erste  Studienjahr in den Gebäuden auf dem Campus zu wohnen. Erst danach  dürfen sie auf Antrag „off campus“ ziehen.</p>
<p>„Mich nervt vor allem der ‚Curfew-Check‘. Jeden Tag um  Mitternacht wird die Zimmertür geöffnet und kontrolliert, ob alle in  ihren Betten liegen. Mich hat das jedes Mal geweckt“, berichtet eine  Studierende im ersten Semester. Auch die Sauberkeit wird regelmäßig  kontrolliert. „Da müssen wir dann das Bad komplett putzen“, so die  Studierende.</p>
<p>Jeden Morgen um neun Uhr versammeln sich alle Studierenden im  großen Auditorium zum sogenannten „Chapel“. Hier wird gesungen, gebetet  und Ankündigungen werden angesagt. Anwesenheit ist hier Pflicht, jede  und jeder Studierende hat seinen festen, semesterweise wechselnden  Platz, was eine Kontrolle leichter ermöglicht. Damen mit Listen  schreiten wichtigtuerisch durch die Gänge, um eventuell leere Plätze zu  registrieren.</p>
<p>Keine Rolle spielt es allerdings, ob die auf dem Platz  sitzende Person tatsächlich der oder die anwesenheitspflichtige  Studierende ist. Ein besuchendes Eltern- oder Geschwisterteil eines  Kommilitonen ermöglicht dem einen oder anderen so gelegentlich einen  freien Vormittag. Wer würde da noch von Unmenschlichkeit sprechen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Da ist noch soviel möglich…</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/06/08/da-ist-noch-soviel-moglich%e2%80%a6/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lotta e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchenhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 21 Jahren hilft das autonome Mädchenhaus Kiel Mädchen und jungen Frauen, die von Gewalt bedroht sind oder sich in einer anderen Notlage befinden ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Parteiische Mädchenarbeit, fernab vom Klischee der Feministinnen mit lila Latzhose</span></p>
<p>von Anna Piekulla</p>
<p>Die Anlauf- und Beratungsstelle des autonomen Mädchenhauses in der  Holtenauerstraße ist ein schöner Ort. Die in einem dunklen Gelb  gestrichenen Wände, die Holzdielen und die zahlreichen Bilder an den  Wänden vermitteln ein Gefühl der Wärme und der Geborgenheit. Mädchen und  junge Frauen zwischen 12 und 27 Jahren wenden sich aus  unterschiedlichen Gründen an die Beratungsstelle, die einen wollen ihre  Lebenssituation reflektieren, andere wurden Opfer von psychischer,  physischer oder sexualisierter Gewalt, wieder andere haben massive  Probleme mit ihrem Elternhaus und manche Mädchen haben vergleichsweise  kleine Probleme.</p>
<p>Sie alle finden in den Räumen der Beratungsstelle Zeit,  Ruhe und Pädagoginnen, die sie ernst nehmen, die ihnen zu hören und die  gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen.  Die Anlauf- und Beratungsstelle ist der öffentliche Teil von vier  Komponenten, aus denen sich das Mädchenhaus zusammen setzt. Neben der  Kontaktstelle existieren für die längerfristige Hilfe die  Zufluchtsstätte, die Wohn-und Verselbstständigungsgruppe und die  flexible Hilfe unter der Trägerschaft des Vereins Lotta e.V. zur  Förderung feministischer Mädchen- und Frauenarbeit.</p>
<p>Die Zufluchtsstätte  bietet bis zu sieben Mädchen im Alter von 13 bis 21 Jahren  vorrübergehend einen Schutz- und Schonraum. Sie ist rund um die Uhr  telefonisch zu erreichen, die Adresse ist geheim.  Das Angebot wird gut angenommen, 76 Mädchen nutzten im Jahre 2009 die  Zufluchtsstätte, einige blieben nur kurz, andere Monate. Auch die  Anlauf- und Beratungstelle war mit über 200 Ratsuchenden gut  ausgelastet. Dies zeigt wie wichtig die Arbeit des Mädchenhauses ist, in  manchen Fällen gar überlebenswichtig. Dass die Arbeit des Mädchenhauses  so gut angenommen werden würde glaubten in der Gründungszeit, Ende der  80er Jahre nur wenige.</p>
<p>Zu Beginn ihrer Arbeit, 1989 ,sahen sich die Pädagoginnen des  Mädchenhauses immer wieder der Frage nach der Notwendigkeit ihrer Arbeit  gegenüber, doch mittlerweile ist die Thematik der Gewalt gegenüber  Frauen und Mädchen anerkannt und auch das Klischee der“ lila Latzhose-  tragenden“ Feministin, die versucht junge Mädchen zu missionieren ist  nicht mehr so präsent wie früher, findet Michaela Peschel, Leiterin der  Anlauf- und Beratungsstelle.</p>
<p>Der feministische Aspekt des Mädchenhauses  zeigt sich in den Freiräumen, die die Mädchen unabhängig von männlichen  Betreuern oder männlichen Kindern und Jugendlichen erleben können. Das  Frauenhaus arbeitet parteilich, also für die Mädchen. Dies ist vor dem  Hintergrund zu verstehen, dass Frauen und Mädchen in der Gesellschaft  immer noch benachteiligt und häufig Gewalt ausgesetzt sind. Passend zu  diesem Konzept werden im Mädchenhaus nur Frauen angestellt, diese leben  den Mädchen vor, dass Frauen stark sein und ihre Ziele und Wünsche  durchsetzten können.</p>
<p>Die Beratungsstelle, als Teil des Hilfenprogrammes des autonomen  Mädchenhauses wird von der Stadt Kiel finanziert. Mit den gewährten  Geldern lässt sich die Arbeit der Pädagoginnen zwar einigermaßen  verrichten, so Michaela Peschel, doch gewisse Extras müssen durch  Spenden finanziert werden. So zum Beispiel eine neue Waschmaschine, wenn  die alte kaputt ist oder Ausflüge mit den Mädchen aus der  Zufluchtsstätte. Diese sind wichtig, damit die Mädchen Normalität leben  können, erfolgreich stabilisiert werden.</p>
<p>Ebenfalls wichtig für die  Pädagoginnen und die Atmosphäre im Mädchenhaus ist ein gesichertes  Fortbestehen, doch die andauernden Existenzängste und Kämpfe der  Vergangenheit rauben die Energie der Mitarbeiterinnen. 2005 stand das  Mädchenhaus kurz vor der Schließung, konnte nur durch das Engagement der  Mitarbeiterinnen und durch Spenden vor der Schließung bewahrt werden.  Doch gerade in solchen Krisensituationen spenden die Mädchen und ihre  Schicksale Kraft und Zuversicht für die Mitarbeiterinnen. „ Wenn ich mir  vorstelle, was diese Mädchen teilweise erlebt haben und was für eine  Stärke sie trotz allem besitzen, dann wissen wir Frauen vom Mädchenhaus,  wofür es sich zu kämpfen lohnt“, sagt Michaela Peschel.</p>
<p>Momentan ist  die finanzielle Situation gesichert, jedoch hat das Land bereits  Kürzungen angekündigt, aufgrund der miserablen Haushaltslage der  Kommunen. Es werden also neue Kämpfe bevorstehen, was angesichts von  Milliarden, die nach Griechenland gesendet werden nur schwer zu  verstehen sei, denn im Vergleich zur internationalen Finanzpolitik  handele es sich bei den Zahlungen für Mädchenhäuser und Mädchentreffs im  ganzen Land um verschwindend geringe Summen, bemerkt Peschel.</p>
<p>Doch die letzte Krise im Jahr 2005 zeigt, dass es  durchaus so etwas wie  einen gesellschaftlichen Konsens über die Notwendigkeit der Arbeit des  Mädchenhauses gibt. Zahlreiche KielerInnen wendeten sich via  Unterschriftenaktionen an die Stadt, um die Schließung zu verhindern. Es ist für junge Frauen, die sich aufgrund von Gewalterfahrungen,  eingeschränkten Lebensbedingungen oder ähnlichem von ihren Familien  trennen wollen extrem schwer diesen Schritt auch wirklich zu gehen.</p>
<p>Oft  scheitert der Weg in ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt an der  Zerissenheit der Mädchen, die sich auf der einen Seite ein glückliches  Familienleben ersehnen und auf der anderen Seite mit der gegenteiligen  Realität konfrontiert sind. So gehen ca. 60-70% der jungen Mädchen  wieder zurück zu ihren Familien. Gerade deshalb ist ein intaktes Netz  aus sozialen Hilfe und Mädchenhäusern so wichtig, um junge Frauen  während dieses Prozesses zu unterstützen und die Leere, die sooft nach  dem Verlassen der Familie entsteht, zu füllen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kopf an: Motor aus</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/05/13/kopf-an-motor-aus/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 11:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Kiel ist Klimaschutzstadt. Wusstet ihr das? Spätestens wer beim Fahrradfahren geblitzt worden ist, wird es wissen. Mit Witz und Provokation wirbt von April bis September die Kampagne „Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken“ in Kiel für mehr Radfahrer und Fußgänger. Die Bürger sollen da angesprochen werden, wo sie Auto fahren: auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, im Parkhaus, vor Schulen. Es sollen immer mehr Menschen zum „Umsteigen“ motiviert werden und da kommt die neue Radstation „Umsteiger“ am Hauptbahnhof gerade recht. Seit Januar stehen die Türen des Treffpunkts für klimafreundliche Mobilität offen. Unkompliziertes, sicheres und preiswertes Parken des Fahrrads und das Serviceangebot rund ums Rad konnten schon die Jury des Kampagnenwettbwerbs überzeugen. Nun sollen auch die Kieler den „Umsteiger" mal so richtig kennenlernen.


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Jetzt „Umsteigen“ </span></p>
<p><em>von Mirjam Rüscher-Reher</em></p>
<div id="attachment_1634" class="wp-caption alignleft" style="width: 424px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0419.jpg"><img class="size-full wp-image-1634" style="margin-right: 10px;" title="Der Slogan spricht für sich - Foto: mrr" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0419.jpg" alt="" width="414" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">Der Slogan spricht für sich - Foto: mrr</p></div>
<p>Kiel hat gewonnen! Als eine von fünf Städten konnte Kiel beim  Kampagne-Wettbewerb des Bundesumweltministeriums (BMU) „Kopf an“  überzeugen und sich gegen 50 andere Städte und Kommunen durchsetzen. Der  Gewinn ist die Finanzierung einer Image-Kampagne im Jahr 2010 aus den  Mitteln der nationalen Klimaschutzinitiative. Schlagkräftige Argumente  für die Positionierung lieferten hierbei die im vergangenen Jahr  konzipierte Dachmarke „Kieler Wege“ und der neu eröffnete „Umsteiger“.</p>
<p>Im Rahmen des Zero-Emission-Mobility-Projekts startete 2009 die  erste Runde der Kampagne „Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf  Kurzstrecken“ der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für  Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Kampagne hat sich zum  Ziel gesetzt, Autofahrer zum Verzicht auf den fahrbaren Untersatz auf  Kurzstrecken bis zu sechs Kilometer zu bewegen. Stattdessen soll mit  Mitteln der Verbraucherinformation das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen  gefördert werden. Da in den Köpfen immer noch der Gedanke verhaftet ist,  mit dem Auto vorzufahren sei irgendwie cooler und ein Ausdruck von  Wohlstand, ist das Ziel, das Image des Rad- und Fußverkehrs aufzuwerten  und eine nachhaltige Veränderung des Mobilitätsverhaltens auf kurzen  Wegen zu erreichen.</p>
<div id="attachment_1636" class="wp-caption alignright" style="width: 311px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0449.jpg"><img class="size-full wp-image-1636" style="margin-left: 10px;" title="Kam mit dem Rad: Bürgermeister  Peter Todeskino - Foto: mrr" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0449.jpg" alt="" width="301" height="448" /></a><p class="wp-caption-text">Kam mit dem Rad: Bürgermeister Peter Todeskino -  Foto: mrr</p></div>
<p>Dabei will die Kampagne die hohen  CO2-Einsparpotentiale im Nahbereich nutzen. Würde jeder Bürger die  Strecken, die er täglich zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt, verdoppeln  (statt sie mit dem Auto zu fahren), würde das ein Einsparpotential von  1,5 Mio Tonnen CO2 beim Fußverkehr und über 4 Mio. Tonnen beim  Fahrradverkehr bedeuten. Mit der Verdoppelung der zu Fuß oder mit dem  Rad zurückgelegten Wege und der besseren Verkehrsplanung zugunsten des  emissionsfreien Verkehrs in der Stadt soll ein deutlicher Beitrag zum  CO2-Reduktionsziel der Bundesrepublik innerhalb des Verkehrssektors  geleistet werden. Außerdem spart man dabei bares Geld und tut etwas für  seine Gesundheit – und einen knackigen Po. Mit ihren humorvollen  Aktionen und flotten Sprüchen will die Straßenkampagne zum Schmunzeln  und Nachdenken anregen und so Impulse setzen – beim Verbraucher und auf  der Ebene der kommunalen Verwaltung.</p>
<p>Nach dem Auftakt der Kampagne in den anderen Modellstädten  Berlin, Braunschweig, Herzogenrauch und Freiburg fiel am 26. April der  Startschuss in Kiel. Peter Todeskino, Bürgermeister und Stadtrat für  Stadtentwicklung und Umwelt, kam trotz schlechten Wetters zum Start der  Kampagne mit dem Rad, und freute sich sichtlich über Kiels neues Image  als Klimaschutzstadt. „Es ist eine wirklich schöne Wettbewerbsteilnahme,  die Kiel sich da ergattern konnte“, so Todeskino. Er selbst nutze auch  schon hin und wieder den „Umsteiger“. Außerdem merkte er an, dass es  skandalös sei, dass man im ICE kein Fahrrad mit sich führen kann.  „Wir  schaffen die Infrastruktur“, so Bürgermeister Todeskino, „die Kampagne  liefert die Motivation. Wer vom Auto aufs Rad oder das Zu-Fuß-Gehen  umsteigt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.“</p>
<div id="attachment_1637" class="wp-caption alignleft" style="width: 311px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0451.jpg"><img class="size-full wp-image-1637 " style="margin-right: 10px;" title="Überall in der Stadt wird auf die  Kampagne aufmerksam gemacht - Foto: mrr " src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/DSC_0451.jpg" alt="" width="301" height="448" /></a><p class="wp-caption-text">Überall in der Stadt wird auf die Kampagne  aufmerksam gemacht - Foto: mrr </p></div>
<p>Die Klima-Kampagne wird bis September 2010 andauern. Drei Phasen  markieren ihren Verlauf: Zunächst soll die rote Phase Aufmerksamkeit  erregen, Plakate an Litfaßsäulen und öffentlichen Plätzen, Werbebanner,  Kinospots und weitere Maßnahmen sollen für das Bekanntwerden der Aktion  sorgen. In der grünen Phase werden dann verschiedene Aktionen  stattfinden, so heißt eine zum Beispiel ab Mitte Juni „Achtung Blitzer“.  Bei dieser Aktion können Radfahrer, Fußgänger aber auch Rollerblader  und Skateboarder – kurz, alle die CO2-frei unterwegs sind – „geblitzt“  werden und damit an einem Gewinnspiel teilnehmen. Hauptgewinn, was  sollte es anderes geben, ist ein Fahrrad. Die blaue Phase bildet das  Schlusslicht der Kampagne. Sie soll diejenigen, die mitgemacht und das  Auto stehen gelassen haben, in ihrem Handeln bestätigen und auch für die  Zukunft bestärken. Hierzu sollen beispielsweise Schilder dienen, auf  denen „Reserviert für Klimahelden“ steht oder große Plakate, auf denen  den Klimahelden gedankt wird.</p>
<p>Bereits im letzten Jahr hatte Kiel sich für die Modellkampagne  „Kopf an: Motor aus“ beworben. Herr Redecker, der Fahrradbeauftragte der  Stadt, erklärt, dass Kiel in der ersten Runde unter die ersten zwölf  gekommen ist, danach aber Schluss war. Doch Redecker sieht hierin keinen  Verlust: „Es ist vielleicht auch ganz gut so, dass wir erst in diesem  Jahr gewonnen haben, mit dem „Umsteiger&#8221; passt jetzt einfach alles  zusammen“, so der Fahrradbeauftragte weiter. Denn dass sich Kiel zu den  fünf Gewinnerstädten zählen darf, verdankt die Stadt unter anderem  gerade diesem „Umsteiger“.</p>
<p>Der „Umsteiger“, die neue Radstation am Hauptbahnhof, steht ganz  im Zeichen des Klimaschutzes und im Sinne der Kampagne. Es ist Kiels  neuestes Angebot, Wege in der Stadt einfacher, umweltfreundlicher und  klimaschonender zurückzulegen. Seit Januar 2010 bietet der „Umsteiger“  nicht nur Platz für das Fahrrad, sondern Service rund ums Rad: Es gibt  einen Reparaturdienst, einen Verleihservice und einen Servicepoint. Hier  gibt es Informationen über die schönsten Fuß- und Radwege,  Straßenkarten, die besten Bus- und Fördeschiffverbindungen, Tickets für  die öffentlichen Verkehrsmittel oder die günstigsten Alternativen zum  eigenen Auto, wie etwa die Beratung zum CarSharing. Zum Service der  Werkstatt gehört es, dass man sein Rad morgens zur Reparatur bringen und  es abends wieder mit nach Hause nehmen kann.</p>
<p>Das Fahrradparkhaus mit über 600 bewachten und wettergeschützten  Stellplätzen auf zwei Etagen ist 24 Stunden zugänglich. Und es wird gut  angenommen. Momentan ist die gesamte untere Etage ausgelastet. Das  heißt, rund 220 Fahrräder werden hier regelmäßig untergestellt. 80 davon  sind private (also fest zugewiesene) Dauerjahresplätze. Bereits im Bau,  aber noch nicht fertig gestellt, ist die Wandelhalle, die den Übergang  von den Gleisen direkt zur Fahrrad-Station ermöglichen soll.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 458px"><a href="../wp-content/uploads/DSC_0427.jpg"><img style="margin-left: 10px;" title="Hauptsache es hat Räder aber keinen Motor - Foto: mrr" src="../wp-content/uploads/DSC_0427.jpg" alt="" width="448" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Hauptsache es hat Räder aber keinen Motor - Foto: mrr</p></div>
<p>Nach der Aktionswoche Ende April, die zeitgleich mit der  Klimakampagne begann, hält der „Umsteiger&#8221; noch weitere Angebote bereit,  um auf sich aufmerksam zu machen. So gibt es am 25. und 26. Mai den  Themenschwerpunkt „Endlich Radfahren lernen“. Die Radfahrschule  „radmobil“ bietet hier Informationen zu ihren zweiwöchigen Kursen, die  hauptsächlich für Erwachsene sind. Bereits seit neun Jahren betreibt  Frau Kock ihre Radschule. Ihr zufolge sind es viele Frauen mit  Migrationshintergrund, die bei ihr endlich Radfahren lernen wollen. Es  verwundert sie nicht weiter, dass es gerade unter MigrantInnen einige  gibt, die kein Rad fahren können. Sie berichtet von einer schwedischen  Studie, derzufolge ca. 30 % aller Menschen mit Migrationshintergrund nie  gelernt haben, Fahrrad zu fahren. „Hier bei uns ist das mit Sicherheit  nicht viel anders“, so vermutet Frau Kock. Aber auch viele andere  Erwachsene können nicht Fahrrad fahren und wenden sich an die Schule.  Hier lernen sie spielerisch nach der Methode „moveo ergo sum“, sich an  das Fahrrad zu gewöhnen und damit zu fahren.</p>
<p>Es bleibt abzuwarten, wie die Klimakampagne bei den Kielern  ankommt und welche Ergebnisse sie erzielen wird. Mit dem „Umsteiger“ ist  es bereits wesentlich einfacher geworden eben einfach „umzusteigen“.  Sollte die Kampagne in Kiel nicht so ziehen wie erwartet, wird es wohl  sicherlich nicht an den originellen Sprüchen liegen, mit denen für eine  klimafreundlichere Fortbewegungsart geworben wird: „Besser Sie nehmen  ab, als die Eisberge“ oder „Wow sehen Sie fit aus. Radfahrer oder was?“  Auch wenn die Kieler mit Kampagnen schlechte Erfahrungen gemacht haben –  die böse Erinnerung an die „Wir Kieler“-Kampagne hält noch an – so ist  diese doch tatsächlich für den guten Zweck und gut für den…Körperbau.</p>
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<p style="text-align: center;"><strong>Öffnungszeiten Werkstatt und Verleih</strong></p>
<p style="text-align: center;">Mo-Fr: 6 bis 19 Uhr; Sa: 8 bis 14 Uhr</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Park-Preise</strong></p>
<p style="text-align: center;">Tageskarte: 70 Cent; 10er Karte: 5 Euro; Monatskarte: 7 Euro;  Jahresabo: 70 Euro | mit persönlichem Stellplatz: 90 Euro</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Preise Fahrradverleih</strong></p>
<p style="text-align: center;">Einfache Räder mit 3 oder weniger Gängen: Pro Tag: 7,50 Euro; Pro  24 Stunden: 9 Euro; Pro Woche: 40 Euro;</p>
<p style="text-align: center;">Gute Räder mit 7 oder mehr Gängen: 9 | 10,50 | 50 Euro</p>
<p style="text-align: center;">Kinder-Räder: 5 | 6,50 | 28 Euro</p>
<p style="text-align: center;">Für Gruppen gibt es Rabatt</p>
<p style="text-align: center;">Kontakt: radstation@bruecke-sh.de.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Öffnungszeiten Servicepoint</strong></p>
<p style="text-align: center;">Mo-Fr: 6.30 bis 19 Uhr Sa: 8.45 &#8211; 16 Uhr</p>
</blockquote>
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