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	<title>Der Albrecht &#187; Kultur</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Die Kieler Musiklandschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:24:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Liedermacher]]></category>
		<category><![CDATA[Open Stage]]></category>
		<category><![CDATA[Unrat]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Titel „Offenes Gelände“ gibt es in Kiel jetzt eine Open Stage, auf der Nachwuchsmusiker sich mitteilen können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">&#8230;ist ein „Offenes Gelände“</span></p>
<p><em>von Bernadett Skala</em></p>
<p><div id="attachment_2024" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/unrat.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/unrat.jpg" alt="Auf offenem Gelände - Foto: bs" title="Auf offenem Gelände - Foto: bs" width="200" height="150" class="size-full wp-image-2024" /></a><p class="wp-caption-text">Auf offenem Gelände - Foto: bs</p></div>Fast jede größere Stadt hat sie. Nur Kiel hinkt mal wieder hinterher. Doch seit Mai kann auch die Landeshauptstadt eine regelmäßige Open Stage für Liedermacher vorweisen &#8211; die Gelegenheit für Nachwuchsmusiker ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen.</p>
<p>Bisher waren die Chancen auf einen Auftritt für neue Musiktalente in dieser Richtung spärlich gesäht. Lediglich im Prinz Willy oder einmal im Jahr bei der Kieler Woche auf der Jungen Bühne gab es die Chance auf einen Auftritt. Doch jetzt kann man sich einmal im Monat ganz ohne undurchsichtige Auswahlverfahren und komplette Platte im Gepäck an die Musikfront trauen. „Wir wollen auch jemandem die Möglichkeit geben, der vielleicht noch nie vorher auf einer Bühne gestanden hat und das einfach mal ausprobieren möchte“, so Robert Daugs, einer der Initiatoren. Und Maximilian Schiller, der Zweite im Bunde, fügt hinzu: „Wir wollen niemanden einschränken und sagen, wir nehmen nur den klassischen Liedermacher. Es kann sich auch jemand hinsetzen und was Anderes machen. Es soll aber vornehmlich Akustikmusik sein.“</p>
<p>Dass es keine Beschränkungen für die Stilmittel und Instrumentenauswahl gibt, zeigte auch die Eröffnungsfeier am 20. Mai, wo es unter anderem osteuropäischen Folk und Klezmer von der „Sitzgruppe Ost“, eine klassische Gitarre und eine Bomben-Stimme von „Janina“ und Hamburger Schule von „Walheimat“ auf die Ohren gab. Das „Unrat“ in der Metzstraße war gerappelt voll &#8211; gut für die Hutkasse! Denn der Eintritt ist frei und die Bands spielen ohne Gage. Und auch Maximilian und Robert wollen keinen Gewinn machen. „Wir wollen, dass Musiker kommunizieren und Kontakte knüpfen können. Und dass jeder die Chance hat, gute Musik zu hören“, so Max. Die beiden sind selbst in der Gruppe „Laut ist Leichter“ aktiv und wissen, wie bedeutsam „eine Plattform für die Musikerszene ist, welche die Möglichkeit gibt, miteinander Sachen zu machen und sich auszuprobieren“, so Robert.</p>
<p>Auch in Zukunft soll zunächst eine Band beziehungsweise ein Liedermacher spielen und danach die Bühne freigegeben werden für Leute, die ihre Songs gern mit anderen teilen möchten und bisher vielleicht noch nicht die Gelegenheit dazu hatten. Die nächste Möglichkeit zum Spielen, Lauschen und Genießen bietet sich am 22. Juli im „Unrat“. Eingeleitet wird der Abend von N.A. Wilckens, dem Gewinner des ersten Singer Songwriter Contests in Kiel, und dann heißt es Bühne frei für alle Arten der Akustikmusik. Hingehen lohnt sich, denn Kiel hat in Sachen Musik mehr zu bieten, als man denkt, und kann mit anderen Großstädten allemal mithalten.</p>
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		<title>„Micmacs“</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:12:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Pierre Jeunet]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Studio]]></category>
		<category><![CDATA[Sneak Preview]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sneak-Preview im Neuen Studio feiert ihr halbjähriges Bestehen. Es gibt Preise für alle und einen französischen Film.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Ein Mann und seine Freunde gegen die Waffenindustrie</span></p>
<p><em>von Claudia Baldeweg</em></p>
<p><div id="attachment_1971" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Plakat_Micmacs_A4-D-1_215.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Plakat_Micmacs_A4-D-1_215.jpg" alt="Filmplakat: Micmacs - Quelle: Kinowelt" title="Filmplakat: Micmacs - Quelle: Kinowelt" width="215" height="304" class="size-full wp-image-1971" /></a><p class="wp-caption-text">Filmplakat: Micmacs - Quelle: Kinowelt</p></div>Es ist Mittwochabend, 22:20 Uhr. Noch 10 Minuten bis die Vorstellung beginnen soll. Zu meiner Schande muss ich zugeben, noch nie in einer Sneak-Preview gewesen zu sein. Umso aufgeregter war ich natürlich. Langsam füllen sich die Sitzreihen. Nach der Vorschau beginnt die Verlosung. Und da die Sneak im Neuen Studio ein halbes Jahr alt wird, gibt es nette Preise für alle. Manche gewinnen Strandsets, andere Kulis und Schlüsselanhänger und ich bin seitdem stolze Besitzerin eines Hörbuchs von Stieg Larsson. Nach der Preisvergabe folgen die „Filmschnipsel“. Hier werden diesmal zwei Ausschnitte von „Grand Torino“ gezeigt. Sehr gute Wahl!</p>
<p>Jetzt beginnt endlich der Film. Im Voraus wurde bereits verraten, dass er erst in einem Monat in den deutschen Kinos anläuft und deshalb im Orginaltton gezeigt wird. Es wird ganz ruhig im Saal. Und, und.. Ohja, ein französischer Film!</p>
<p>Es geht um Bazil (Dany Boon), der nicht viel Glück in seinem Leben hat. Als er noch ein kleiner Junge ist, stirbt sein Vater beim Entschärfen einer Granate und dann, einige Jahre später, schießt ein Fremder Bazil noch eine Kugel in den Kopf. Diese verletzt ihn allerdings nicht tödlich, sodass die Ärzte auf entscheiden, die Kugel drin zu lassen. Schließlich verliert er seinen Job und seine Wohnung, was ihn dazu bewegt, sich als Straßenkünstler durchzuschlagen.</p>
<p>Doch wie in jedem guten Film folgt eine glückliche Wendung. Bazil lernt auf der Straße den alten Canaille (Jean-Pierre Marielle) kennen und findet so in einer Hütte auf einem Schrottplatz sein neues zu Hause und eine verrückte, aber liebevolle Familie. Diese besteht ebenfalls aus Außenseiterfiguren und bastelt aus Schrott neue Sachen, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Und wie es der Zufall will, kommt er ganz nebenbei dem Mördern seines Vaters und auch den Leuten, denen er die Kugel in seinem Kopf zu verdanken hat, auf die Schliche.</p>
<p>Bei diesem Film ist für jeden was dabei. Die Jungs bekommen explodierende Häuser und die Mädchen eine kleine Liebesgeschichte. Jean-Pierre Jeunet, der bereits Filme wie „Delicatessen“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ drehte, beweist auch hier wieder sein Können. Er zaubert bizarre Figuren und den typisch französischen Humor auf die Leinwand, sodass es Spaß macht hinzusehen. Trotz allem darf man den politischen Aspekt dieses Films nicht außer Acht lassen. Er setzt ein klares Statement gegen die Waffenindustrie und all ihre Beteiligten.</p>
<p>Kurz nach 1:00 Uhr neigte sich der Kinoabend dem Ende zu. Das Publikum sah sehr zufrieden aus. Und ich war es auch.</p>
<p>Für alle Interessierten: Filmstart ist der 22.Juli</p>
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		<title>Hinter der Fassade</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 20:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Charts]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Charts gelten als Stimmungbarometer für den musikalischen Geschmack der Nationen. Aber sind die Charts wirklich so unabhängig wie man meint? Wer sie wirklich macht und wer nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Warum die Plattenbosse die Charts bestimmen</span></p>
<p><em>von Jannik Niestroy </em></p>
<p>Die wichtigsten Charts der Welt sind wohl die Billboard-Charts, benannt nach dem Billboard-Magazin, dem weltweit renommiertesten Fachblatt für Musik. Sie errechnen sich aus Verkaufszahlen und den sogenannten „Airplay-Charts“, also der Häufigkeit, mit der einzelne Lieder im Radio zu hören sind. Nun stellt sich allerdings die Frage, nach welchen Kriterien diese Radiosender entscheiden, wie oft ein bestimmtes Lied gespielt wird.</p>
<p>Die Antwort lautet, dass sich Radiosender an den großen Labels orientieren. Das läuft meist so: Radiosender sind kommerzielle Unternehmen, die sich mit Werbung finanzieren. Daraus folgt, dass höhere Einschaltquoten zu höheren Werbeeinnahmen führen. Deswegen entscheiden sich Radiosender in aller Regel dazu, die „sichere“ Variante zu wählen- in Gestalt von KünstlerInnen, die bei den großen Labels unter Vertrag stehen. Der Erfolg dieser großen Labels bedeutet nämlich im Zweifelsfall auch, dass die Werbeeinnahmen höher sind. Denn selbst, wenn sich die Labels gelegentlich irren und sich ein vermeintlich guter Song als Flop entpuppt &#8211; die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens einige der neuen Songs dieser großen Plattenfirmen echtes Hitpotenzial haben, ist groß genug, um potenziellen Werbekunden einen großen Anreiz zu bieten &#8211; einen größeren jedenfalls als würden die Radiosender Songs nach dem eigenen Geschmack auswählen.</p>
<blockquote><p>„Fast jeder in der Branche kauft seine eigenen Platten &#8211; wer nicht, ist dumm.“- Gracia Baur</p></blockquote>
<p>Doch trotz allem wird nicht jede/r KünstlerIn, der/die bei einem großen Label unter Vertrag steht, ausgestrahlt, und vor allem steht bei weitem nicht jede/r KünstlerIn bei einer Plattenfirma unter Vertrag, die gewichtig genug ist, um die Radiosender zu beeinflussen. So bleibt der Kreis derer, die sich über „Airplay-Time“ freuen dürfen, sehr exklusiv. Zwar werden in Deutschland die Charts nur nach Verkaufszahlen errechnet, der allgemeine Eindruck, die Charts seien dadurch unabhängig, trügt aber deutlich. Schließlich muss ein neues Lied, bevor es oft genug gekauft wird, um in den Charts zu erscheinen, zunächst einmal einen anderen Weg in die Ohren der Zuhörerschaft finden, in der Regel über das Radio.</p>
<p>Auch illegale Manipulationen lassen sich gelegentlich finden. Bekannt geworden ist vor allem der Fall der Gracia Baur. 2005 wollte sie mit dem Song „Run &#038; Hide“ beim Eurovision Song Contest antreten. Grundvorraussetzung dafür war aber, dass das Lied mindestens unter den Top 40 der Charts stand, woran Baur zunächst scheiterte. Ihr Manager ließ also kurzerhand so viele Platten aufkaufen, dass das Lied doch noch die nötige Vorbedingung erreichte. Der Skandal war groß, es gab Forderungen nach einem Ausschluss Baurs vom Contest. Auf die Geschehnisse angesprochen äußerte Baur selbst: „Fast jeder in der Branche kauft seine eigenen Platten &#8211; wer nicht, ist dumm.“ Zwar sorgte der Vorfall dann dafür, dass das Lied aus den Charts ausgeschlossen wurde, die Teilnahme Baurs am Eurovision Song Contest verhinderte er letztendlich aber nicht mehr.</p>
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		<title>Die Vuvuzela: Kunstwerk des Jahres?</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 19:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-WM]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Vuvuzela]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein lautes „Puööt!“ hält uns im fernen Südafrika den Spiegel vor: Eine Apologie auf die Vuvuzela. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Plastiktröte sorgt für Realitätsflash, Deutsche genervt</span></p>
<p><em>von Kilian Haller</em></p>
<p><div id="attachment_1988" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-Vuvuzelas_Warning.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/800px-Vuvuzelas_Warning.jpg" alt="Auf Vuvuzelas wird vor Gehörschädigung gewarnt - Foto: Dundas Football Club" title="Vuvuzela mit Warnung" width="200" height="134" class="size-full wp-image-1988" /></a><p class="wp-caption-text">Auf Vuvuzelas wird vor Gehörschädigung gewarnt - Foto: Dundas Football Club</p></div>„Der Haider-Crash war das Realkunstwerk des Jahres 2008, das Überkunstwerk überhaupt“, plappert der Ich-Erzähler in Rainald Goetz&#8217; letzter Erzählung „Loslabern“. Eine makabre Idee, die auf schlauem Boden gewachsen ist – werden Prominente wie der bei einem Autounfall verstorbene Kärntner Rechtspopulist Jörg Haider doch vor allem als Figuren auf einer Bühne und erst sekundär als Menschen wahrgenommen. Ein Realitätsflash ist das Ableben eines Darstellers dieser Reality-Soap und gleichzeitig ein Problem für die Medienmaschine, die wütend versucht, sich den Ausreißer posthum wieder einzuverleiben. Schon wenige Stunden nach dem Unfall stehen 3D-Animationen zur Verfügung. Die größte Illusionsdurchbrechung im Folgejahr wäre dann der Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke.</p>
<p><br/><strong>Die Vuvuzela entlarvt unsere Unfähigkeit, Abweichungen von medialen Konventionen zu akzeptieren</strong><br/></p>
<p>Beste Chancen auf das „Kunstwerk des Jahres 2010“ hat indes die Vuvuzela. Auf der Plastiktröte kann man nur einen Ton spielen, den dafür laut, und zu Tausenden im Fußballstadion geblasen drängt sich eher die Assoziation zu einem Hornissenschwarm als zu einer Elefantenherde auf. Ob diese Störung unserer Fußballguckgewohnheiten nun als südafrikanisches Kulturgut zu legitimieren ist oder vielmehr die goldene Nase einiger weniger dahinter steckt – das ist nebensächlich. Der Hauptverdienst der Vuvuzela ist: Sie entlarvt unsere Unfähigkeit, Abweichungen von medialen Konventionen zu akzeptieren. Implizit tut das der Erfolg von Hollywood-Filmen übrigens seit Generationen – die Vuvuzela, nach der WM wohl im Mülleimer und wieder vergessen, weist nur pointierter darauf hin. Sie könnte als Symbol der Verweigerung gefeiert werden, weil sie dem für eine optimale Medienauswertung gestylten Sport gekonnt die Haare verwuschelt. Tatsächlich könnte der Lärmpegel sogar die Kommunikation auf dem Platz erschweren und so das Spiel zurückwerfen! Stattdessen wird genörgelt; bereits über 200.000 Deutsche fordern per Petition vom Weltfußballverband FIFA, die Ersatzrüssel zu verbieten, die Bild-Zeitung marschiert hinterher. – Auch wenn die Kritik nicht nur aus Deutschland kommt, können „wir“ dem Gastgeber nicht vorschreiben, wie er zu feiern hat – denn so sieht Neokolonialismus aus.</p>
<p>Wer sich mit der Musikrichtung Noise beschäftigt hat, weiß, dass auch Musik ohne Melodie und Rhythmus schön sein kann. Autor Goetz hat sein Kunstverständnis so auf den Punkt gebracht: „Kunst haut einen um, Kritik bringt einen zum Denken.“ In diesem Fall hat die Kunst eine Länge von bis zu einem Meter und schlägt mit 131 Dezibel zu.</p>
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		<title>Vier Fäuste für ein Hallelujah</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2010/07/04/vier-fauste-fur-ein-hallelujah/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 19:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Flix]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Comiczeichner Flix versetzt Goethes „Faust” ins Berlin der Gegenwart und muss am eigenen Leib erfahren, dass man sich einige Leberhaken einhandeln kann, wenn man mit einem Weimarer Klassiker in den Ring steigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Flix adaptiert Goethes Vorzeigewerk als Comic</span></p>
<p><em>von Janwillem Dubil</em></p>
<p><div id="attachment_1966" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Faust_Bild.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Faust_Bild.jpg" alt="Cover &quot;Faust&quot; - Quelle: Carlsen Comics" title="Cover &quot;Faust&quot; - Quelle: Carlsen Comics" width="180" height="250" class="size-full wp-image-1966" /></a><p class="wp-caption-text">Cover Faust - Quelle: Carlsen Comics</p></div>Goethe ist quasi der Rocky der deutschsprachigen Literatur. Obwohl seine Zeit längst vorbei ist, gelingt es ihm wieder und wieder, gegen Herausforderer neuer Generationen in den Ring zu steigen und zu bestehen. Dieses Mal stammt der Fehdehandschuh von Flix, seines Zeichens Schwergewicht der einheimischen Comic-Szene. Auf Goethes „Faust” hat er es abgesehen und diesen für das 21. Jahrhundert ordentlich aufgemöbelt.</p>
<p>Tatsächlich ist es ein ganzes Bombardement aus Geraden und Haken, das da auf den Ausgangstext einprasselt: Berlin der Gegenwart als Handlungsort. Fausts akademische Karriere gescheitert, Profession stattdessen: Taxifahrer. Gretchen ist Türkin, Wagner Afrogermane im Rollstuhl. Ein Volltreffer sind dabei seine ausladenden Wortgefechte mit Faust, die einen Dialogwitz entwickeln, wie man ihn in dieser Präzision seit Walter Moers „Kleinem Arschloch“ nicht mehr gelesen hat. Ähnlich gelungen ist Flix Darstellung des Himmels, der zum ständigen Nebenschauplatz aufsteigt: Ein Großraumbüro in dem Mephisto und Gott nur durch Stellwände getrennt nebeneinander arbeiten. Auch die Kollegen Allah und Buddha kommen gerne mal auf ein Schwätzchen vorbei – religiöse Koexistenz kann so einfach sein.</p>
<p>Nach diesem flotten Auftakt vernachlässigt Flix aber seine Deckung: Abseits der netten Einfälle fehlt es der Handlung an Substanz und für ein Berlin hart an der Grenze zum urbanen Multi-Kulti Klischee wird er gleich mal angezählt. Während das Duracell-Häschen Goethe jahrhundertelang läuft und läuft ohne Staub anzusetzen, mangelt es seinem Herausforderer offensichtlich an der Kondition. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Anders als bei Faust schlagen in Flix Brust nicht „ach, zwei” sondern nur ein Herz &#8211; das eines Humoristen und Cartoonisten, jedoch nicht das eines Literaten oder Stilisten. So ist auch sein schwarz-weißer Strich klar und effektiv, gleichzeitig aber variationsarm. Der großzügige Einsatz dunkelgrauer oder schwarzer Flächen verleiht dem Comic zusätzlich ein unattraktives Erscheinungsbild und bremst den Lesefluss. Ein wirklich grandioser Gegenschlag gelingt nur mit der Covergestaltung: Die gelbe Farbe und Platzierung von Titel und Autor sind detailgetreu einem alten Reclam-Heft nachempfunden, Kaffeeflecken und abgestoßene Ecken inklusive.</p>
<p>Wie der Kampf schließlich ausgeht ist dann auch keine Überraschung: Flix wird vom übermächtigen Vorbild ausgeknockt. Dessen Basisarbeit bleibt unerreicht, seinen elementaren Existenzkrisen können banale Befindlichkeitsschilderungen nichts anhaben. Der Comic bleibt je nach Leseweise ein überflüssiger Abklatsch oder eine optionale Ergänzung zum Hauptwerk, schafft aber auf jeden Fall Abhilfe für diejenigen, denen es beim Weimarer Klassiker zu wenig zu lachen gab. Ansonsten gilt heute wie 1772: Wo die Urfaust hinschlägt, wächst kein Gras mehr.</p>
<blockquote><p>Flix: Faust. Der Tragödie erster Teil. Carlsen Comics, Hamburg 2010. 95 Seiten, Hardcover. 14,90 Euro.</p></blockquote>
<hr />
<p><br/><br/><br />
<h4>Comics des Monats</h4>
<p><strong>A LOLLYPOP OR A BULLET</strong></p>
<p>Kulleraugen voller Tränen: Anfangs wie ein konventioneller Schulmädchen-Manga erscheinend, steigert sich die Geschichte von der dreizehnjährigen Nagisa und ihrer neuen Mitschülerin Mozuku, die behauptet eine Meerjungfrau zu sein, zu einer komplexen Charakterstudie mit überragend gezeichneten Hauptfiguren. Die lichtdurchfluteten Bildkompositionen verleihen der Geschichte eine irreale, hypnotische Qualität, die sie weit über den Genre-Durchschnitt hebt. Einzig die uninspirierte Unterteilung in zwei Bände die mit zweimonatigem Abstand erscheinen stört den Lesefluss. Elende Warterei. ****</p>
<blockquote><p>Kazuki Sukaraba/Iqura Sugimoto: A Lollypop or a Bullet Bd. 1. Egmont Manga &amp; Anime, Köln 2010. 244 Seiten, Taschenbuch. 7,50 Euro.</p></blockquote>
<p><strong>ARGSTEIN &#8211; ALBTRAUM UNTERM BERG</strong></p>
<p>Kinder im Wald ausgesetzt, Ehefrau tot. Die neue Gattin entpuppt sich als intrigantes Scheusal und zu allem Überfluss hat der Wolf auch noch die Oma gefressen. Das Leben im Märchen ist wahrlich kein Ponyhof &#8211; doch kein Schicksal ist so hart wie die Faust des Försters! Als letzte Verteidigungslinie beschützt er die Menschen vor fiesen Fabelwesen &#8211; leider in etwas zu groben und dunklen Zeichungen. Die extra-pampigen Sprüche von Förster Gereon suchen jedoch ihresgleichen und veredeln „Argstein“ zum „Hellboy im Märchenwald“. ****</p>
<blockquote><p>Josef Rother/Eckart Breitschuh: Welten des Schreckens #3: Argstein &#8211; Albtraum unterm Berg. Weissblech Comics, Raisdorf 2010. 68 Seiten, Broschiert. 7,80 Euro.</p></blockquote>
<p><strong>KICK-ASS</strong></p>
<p>Mark Millars Vorlage zum gleichnamigen Kinofilm liegt mit dem zweiten Band nun endlich komplett auf deutsch vor. Nachdem der erste Teil erzählte, wie Teeneager Dave in ein bei eBay ersteigerten Neoprenanzug stieg um den Comichelden nachzueifern, wird es jetzt ernst, als er in einen Privatkrieg gegen die Mafia gerät. „Kick-Ass“ bitter-bösen Humor zu unterstellen wäre sowohl ein blanker Euphemismus, als auch zu kurz gegriffen: Er ist ein psychologisch fundierter, gesellschaftspolitisch aussagekräftiger Höllenritt, der keinerlei Gefangene macht &#8211; endlich mal was für Erwachsene. *****</p>
<blockquote><p>Mark Millar/John Romita, jr.: Kick-Ass Bd. 2. Panini Comics, Nettetal-Kaldenkirchen 2010. 100 Seiten, Softcover mit Faltcover. 12,95 Euro.</p></blockquote>
<p><strong>TOKYO INFERNO</strong></p>
<p>Von diversen Katastrophenfilmen inspiriert schildert Usamuru Furuyas Manga die Folgen eines Erdbebens auf die japanische Hauptstadt, optisch eindrucksvoll in kantige, expressive Bilder übersetzt. Die Handlung besticht durch ihren Realismus, die Figuren und ihre Konflikte bleiben jedoch im Klischee verhaftet. Dass Furuya die Katastrophe dazu nutzt, eine handelsübliche Boy-meets-Girl Geschichte zu erzählen, kann man in dem Zusammenhang schon wieder konsequent finden.***</p>
<blockquote><p>Usamuru Furuya: Tokyo Inferno Bd. 1. Tokyopop, Hamburg 2010. 480 Seiten, Broschiert. 16,95 Euro.</p></blockquote>
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		<title>Hardcore-Angriff auf „Bacardi Feeling“</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 19:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Eckernförder Strand Festival]]></category>
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		<category><![CDATA[Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Abseits der großen Festivals laden zwei eintägige Open Airs an lokalen Stränden dazu ein, sich den Kopf freipusten zu lassen oder geballter musikalischer Prominenz zu begegnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Ein-Tages-Festivals an den Stränden von Falckenstein und Eckernförde</span></p>
<p><em>von Janwillem Dubil</em></p>
<p><div id="attachment_2015" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/falckenstein.jpg"><img src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/falckenstein.jpg" alt="Lockt bald wieder zur Deichperle: Der Friedrichsorter Leuchtturm<br />
- Foto wk" title="Falckenstein" width="212" height="144" class="size-full wp-image-2015" /></a><p class="wp-caption-text">Lockt bald wieder zur Deichperle: Der Friedrichsorter Leuchtturm<br />
- Foto wk</p></div>Wer sich am Samstag, den 24. Juli einen erholsamen Strandtag machen will, sollte den Strandabschnitt des Fähranlegers Falckenstein weiträumig umgehen. Denn hier findet an diesem Tag das „Deichperle Open Air“ mit vier Bands statt, denen der Begriff „Sunshine Reggae“ fremd sein dürfte. Elephant Party, mit ihrem Latin-Funk-Hybriden, könnten ihn vielleicht mal gehört haben, doch Escapado und Turbostaat dürfte er völlig unbekannt vorkommen. Beide spielen deutschsprachigen Hardcore/Punk, der das Wort fröhlich nicht kennt &#8211; depressiv und wütend dafür umso besser.</p>
<p>Abschließend spielt der Headliner auf: Kiels finest, Smoke Blow. Mit ihrem letzten Album „The Record“ ruderte die Band jüngst zurück zum knochentrockenen Hardcore früherer Tage und injizierte diesem zusätzlich Tugenden extremen Metals von Slayer bis Dimmu Borgir. Der Erfolg war durchschlagend, Auszeichnung als „Album des Monats“ samt Höchstwertung im „Metal Hammer“ und ein Engagement auf Wacken inklusive. Zu Recht: Songs wie „Transylvanian Frost“ ohrfeigen förmlich die Sonne und säubern den Strand in Windeseile von zartbesaiteten Besuchern.</p>
<p>Entspannter geht es knapp einen Monat später beim „Eckernförder Strand Festival“ zu. Nachdem der Auftritt von Rod Stewart im Jahr zuvor den Veranstalter prompt in die Insolvenz trieb, krempelte man das Konzept grundlegend um. Statt Altstars, deren Alben seit zwanzig Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit erscheinen, setzt man nun auf einige der gegenwärtig erfolgreichsten deutschsprachigen Pop-Bands: Ein Dreigestirn aus Culcha Candela, Ich &#038; Ich und den Headlinern Die fantastischen Vier.</p>
<p>Dass aber nicht nur auf den Massengeschmack, sondern auch auf die musikalische Qualität geachtet wurde, beweist ein Blick auf das Vorprogramm, in dem zwei britische Bands das Festival eröffnen. Den Auftakt machen Mamas Gun, die sich der Modernisierung des legendären „Motown“-Soul-Funks verschrieben und das Prädikat „Jamiroquai in gut“ verdient haben. Doll &#038; The Kicks um Frontfrau Hannah Scanlon spielen hingegen Indie-Rock und können dabei den Geburtshelfer dieser Stilrichtung zu ihren Fans zählen: Dass Morrissey sie persönlich als Support für seine letzte Tour engagierte, ist ein Gütesiegel.</p>
<p>Anschließend treten die Sängerin Eisblume, deren Pop mit gemäßigten Gothic-Anleihen (ein Cover der Band Subway to Sally inklusive) für ein Strandfestival eine eher ungewöhnliche Wahl ist, und die Band Stanfour auf. Diese demonstrieren mit radiotauglichen Balladen wie „All the Lovers“ ihre Fähigkeit, Songs ohne jegliche Ecken oder Kanten zu schreiben, bevor es im Hauptprogramm dann heißt: Hamma. Pflasta. Die da?!</p>
<blockquote><p>Deichperle Open Air, 24.7. Falckensteiner Strand. Line-Up: Smoke Blow, Turbostaat, Escapado, Elephant Party.</p></blockquote>
<blockquote><p>Eckernförder Strand Festival, 22.8. Eckernförder Südstrand. Line-Up: Die fantastischen Vier, Ich &#038; Ich, Culcha Candela, Stanfour, Eisblume, Doll &#038; The Kicks, Mamas Gun. </p></blockquote>
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		<title>Faszination Fernweh</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Atlas der abgelegenen Inseln]]></category>
		<category><![CDATA[Die wundersame Irrfahrt des William Lithgow]]></category>
		<category><![CDATA[Mare-Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Lust am Reisen und dem Meer hat sich der kleine mareVerlag in Hamburg verschrieben.Beim Lesen des "Atlas der abgelegenen Inseln" und "Die wundersame Irrfahrt des William Lithgow" packt einen das Fernweh!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Der mareVerlag bietet Raum für Meer</span></p>
<p>von Fatima Krumm und Imke Schröder</p>
<blockquote><p>&#8220;In heaven that&#8217;s all they talk about  the ocean and the sunset  how fucking wonderful it is to watch that big ball of fire  melt into the ocean.&#8221;</p></blockquote>
<p>– Der Faszination von Meeren und Ozeanen kann sich keiner  entziehen. Schon in dem deutschen Roadmovie „Knocking on heaven’s door“  wurde dem Meer ein Denkmal gesetzt. Doch <em>„warum existiert kein Medium, das sich mit dem größten Lebensraum unserer Erde beschäftigt und diesen in all seinen faszinierenden  Facetten abbildet?“</em> Diese Frage stand zu Beginn der Gründung des kleinen mareVerlags in Hamburg.</p>
<p>Von jeher inspirierte das Meer die Menschen &#8211; sei es zu Lyrik, Poesie, Malerei oder einer spontanen Weltumsegelung. Mitte der 90er  Jahre wurde der mare Verlag von dem Schweizer Meeresbiologen Nikolaus Gelpke gegründet und befindet sich seitdem auf der Überholspur: Von einem Monatsmagazin, über mareTv und mareRadio geht es sogar bis zur  eigenen Sparte für Meeresliteratur jeglicher Art. Zwei nach Reise und  Abenteuer, nach salziger Seeluft und Fernweh duftende Bücher sollen euch hier vorgestellt werden.</p>
<div id="attachment_1802" class="wp-caption alignleft" style="width: 117px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/427px-Schalansky_cover_2.jpg"><img class="size-full wp-image-1802" title="Cover: Atlas der abgelegenen Inseln" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/427px-Schalansky_cover_2.jpg" alt="Cover: Atlas der abgelegenen Inseln" width="107" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Cover: Atlas der abgelegenen Inseln</p></div>
<p>Judith Schalanskys „Atlas der abgelegenen Inseln&#8221; gibt Auskunft über 50  Inseln, um deren Existenz kaum jemand weiß. Mal in Form einer Anekdote  oder eines Mythos, mal durch Beschreibung naturwissenschaftlicher  Vorgänge. Selbst unbewohnte Inseln bekommen Leben eingehaucht. Manche messen nicht mehr als 1,7 Quadratkilometer, die Insel Tromelin sogar nur 0,8. Bewohnt von vier Menschen, die als Schiffbrüchige einst  strandeten. Kleine Geschichten, von Menschen und Meeren und Schiffen und Schafen, um dem Alltag für einen Moment zu entschwinden mit einer Reise an die Enden der Welt.</p>
<p>Schalansky will die Inseln nicht mehr nur als „Fußnoten der Kontinente“ verstehen. Kontinente sind auch Inseln, nur größere. Für sie ist Kartografie Poetik. Die originellen Seiten machen die entlegenen Orte fassbar, auch wenn niemand dort war, nicht einmal die Autorin selbst.</p>
<p>Roger Willemsen ist Herausgeber der modernen Reiseliteratur „Die  wundersamen Irrfahrten des William Lithgow“ aus dem 17. Jahrhundert.  Seiner zurückgelegten Entfernung nach hat er innerhalb von 19 Jahren  zweimal die Erde umrundet – wohlgemerkt vor 400 Jahren.</p>
<div id="attachment_1801" class="wp-caption alignright" style="width: 104px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Lithgow_cover_2.jpg"><img class="size-full wp-image-1801" title="Cover: Die wundersame Irrfahrt des William Lithgow" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/Lithgow_cover_2.jpg" alt="Cover: Die wundersame Irrfahrt des William Lithgow" width="94" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Cover: Die wundersame Irrfahrt des William Lithgow</p></div>
<p>Aus der schottischen Heimat tritt er seine Reise an, und reist ohne Verweilen von Stadt zu Land zu Kontinent. Schiffbruch, Überfälle, ab und zu eine Heldentat. So wankt Lithgow von einer Gefahr zur nächsten, um durch Glück und Zufall diesen gleich wieder zu entkommen. Durch leicht verträgliche Sätze wird die Hast, mit welcher Lithgow sich seiner Erinnerungen entledigt, auf den Leser übertragen und lässt ihn somit den innerlich Getriebenen schnell verfolgen. Das aus dem Jahr 1632  stammende Werk gewährt Einblicke in die verschiedenen Kulturkreise.<br />
Mit einer Karawane pilgert er nach Jerusalem, um dort, dem heutigen  Pauschaltourismus gleich, Sehenswürdigkeiten abzuklappern und Geld an  die betrügerischen Einheimischen zu bringen. Geschichtseinheiten sind all inclusive. Begann die erste Reise noch aus der Not heraus, so treibt ihn zu den nächsten der Forscherdrang und die Gunst der Daheimgebliebenen an. Mit scharfem Blick beobachtet er die fremden Völker und Kulturen, und  resümiert über die Religionen, wodurch er unfreiwillig aktuell wird. <em>„O wenn doch alle Priester, die Inzest, Ehebruch und Unzucht begehen, auf die gleiche strenge Weise bestraft würden, welche Ströme gottlosen Blutes würden sich über halb Europa ergießen und den Deckmantel der römischen Kirche mit sich reißen.“</em><br />
Fans der Reiseliteratur werden dankbar sein, dass Willemsen dieses  Wunderwerk entstaubt hat, denn eine Ähnlichkeit zu Simplicissimus und  Felix Krull ist unverkennbar. Und wen das Fernweh nun gepackt hat, dem bleibt nur eine Fahrt ans Meer –  was zum Glück ja vor der Haustür liegt.</p>
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		<title>Musik für die Augen. Augen für Musik.</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Musik für die Augen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 3. Juli findet die Abschlussveranstaltung des Kulturmanagement Jahrgangs 2009&#124;2010 statt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Mirjam Rüscher-Reher</em></p>
<p>Die Kunstwerke sind eingetrudelt – jetzt kann es losgehen. Am 3. Juli findet die Abschlussveranstaltung des Kulturmanagement Jahrgangs 2009|2010 statt: Unter dem Titel Musik für die Augen, Augen für Musik steigt das Kulturevent im Flandernbunker am Hindenburgufer. Neben dem Ausstellungsbereich und der Preisverleihung für die besten Werke gibt es was auf die Ohren von: N.A. Wilckens und Laut ist Leichter. Catering gibt es stilecht von der Firma „foto-kunst-genuss“. Von 15-23 Uhr ist genug Zeit um alles zu genießen – durch die Ausstellung von Installationen, Fotografien und Gemälden verschiedenster Künstler schlendern, den Konzerten lauschen und sich einen Happen leckeres Essen und was zu trinken holen. Karten gibt es im VVK (5,-) und an der AK (7,-). Weitere Informationen unter: <a href="http://www.musikfürdieaugen.de">www.musikfürdieaugen.de </a></p>
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		<title>Bergromantik und asiatische Assimilation</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Jiro Taniguchi]]></category>
		<category><![CDATA[Manga]]></category>
		<category><![CDATA[Melanie Schober]]></category>

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		<description><![CDATA[Jiro Taniguchis „Ein Zoo im Winter” und Melanie Schobers „Personal Paradise” zeigen eine verkehrte Welt. Der Japaner erzählt mit europäischem Strich, die Deutsche mit japanischer Hektik - und kulleräugigen Mädchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Mangas ohne Grenzen</span></p>
<p>Japanisch-deutsche Freundschaft in den neuen Mangas von Jiro Taniguchi und Melanie Schober</p>
<p>von Janwillem Dubil</p>
<p>„Die Japaner sind die Arier Asiens” hallte es während des zweiten Weltkriegs durch die Propagandakanäle der Nationalsozialisten um das Bündnis der beiden Länder zu rechtfertigen. Rückblickend wirkt diese abstruse Aussage wie der Startschuss zu einer Reihe von Verbrüderungen, die vor allem in Kunst und Kultur hochinteressante bis völlig absurde Blüten getragen haben. Unübertroffen ist diesbezüglich wohl der jodelnde Japaner Takeo Ischi, der in gebrochenem Deutsch Gassenhauer wie „Wenn ich verliebt bin muss ich jodeln” zum Besten gab.</p>
<p>Dass die beiden Nationen eine gemeinsame Faszination für die Berge eint, unterstreichen auch die Mangas Jiro Taniguchis. Mehr noch, sie weisen deutliche Anzeichen einer als typisch deutsch konnotierten, alpinen Romantik auf: Das fünfteilige Bergsteigerepos „Gipfel der Götter” hätte auch Luis Trenker zur Ehre gereicht und das Cover der Kurzgeschichtensammlung „Der Wanderer im Eis” erinnert frappierend an den röhrenden Hirsch.</p>
<p>Für sein neues Werk „Ein Zoo im Winter” hat Taniguchi das Gebirge verlassen &#8211; ein literarischer Achttausender ist ihm trotzdem gelungen. Inspiriert von seiner eigenen Biografie erzählt er von den Lehrjahren des Zeichners Hamaguchi, dem Eintauchen in die Großstadt und der Begegnung mit der jungen Mariko. Letztere ist die wohl eindrucksvollste in einer langen Reihe von eindrucksvollen Frauenfiguren, die Taniguchi im Laufe seiner Karriere entwarf: Ihre Anmut und Zerbrechlichkeit erwecken nicht nur Hamaguchis Aufmerksamkeit, sie fesseln Mariko auch ans Krankenbett &#8211; und zwar so fest, dass schon das Herzklopfen ihrer ersten großen Liebe tödlich für sie sein könnte.</p>
<p>Verheißungsvolles Versprechen und potentielles Scheitern in einem, ist Mariko das Herz dieser Geschichte eines Neuanfangs. Ihr Körper sind Taniguchi elegante, konzentrierte Bildkompositionen, die zwar Melancholie atmen, aber von der Liebe zu den Hauptfiguren leben. Mit „Ein Zoo im Winter” ist Taniguchi von seinem Berg hinabgestiegen um universelle Geschichten zu erzählen. Künstlerisch brachte es ihn dorthin zurück, wo er stets zu Hause war: In höchste Höhen.</p>
<p>Im deutschen Flachland frönen derweil junge Comiczeichner einer beispiellosen Japanophilie &#8211; nirgendwo außerhalb Japans entstehen so viele Mangas wie in der BRD. Dabei zeichnen sich diese vor allem dadurch aus, dass sie eifrig den Stil ihrer asiatischen Vorbilder kopieren, aber weder inhaltlich noch formal an deren Klasse anknüpfen können.</p>
<p>Melanie Schobers „Personal Paradise: Killer Kid 1” ist so ein Manga. Angesiedelt in der nahen Zukunft präsentiert sie Megacities, Moloch und mentale Mutationen &#8211; und somit alles, was der Genre-Primus „Akira” schon in den Achtzigern eindrucksvoller gezeigt hat. Darüber legt Schober die alte Geschichte vom Mädchen, dass unter dramatischen Umständen in die Obhut eines Killers gelangt und sich mit diesem anfreundet &#8211; Luc Bessons Film „Leon &#8211; Der Profi” lässt grüßen. Aber der war wenigstens Franzose.</p>
<p>Dass die Geschichte dennoch einen gewissen Charme entwickelt, liegt daran, dass sie nicht in Japan sondern explizit in Deutschland verortet wird. Die Figuren sehen zwar aus wie die bekannten Yugis, Milas oder Ranmas, heißen aber Daniela, Michael oder Paula. Vor allem sprechen sie aber einen, scheinbar an die so genannte deutsche „Jugendsprache” angelehnten, Slang, der unablässig Stilblüten wie „Ey, du Heino. Mach ma’ hinne.” fabriziert. Zusätzlich steigert „Personal Paradise” seinen Spaßfaktor durch das muntere Verteilen von Seitenhieben auf die hiesige Populär- und Hochkultur. Da findet selbst der japanische Killer Zerstreuung im Studium von Goethes Romanen &#8211; beim Weimarer Klassiker hört die asiatische Kulturassimilation dann doch auf.</p>
<blockquote><p>Jiro Taniguchi: Ein Zoo im Winter. Carlsen Comics, Hamburg 2010. 247 Seiten, Klappenbroschur. 16 Euro.</p></blockquote>
<blockquote><p>Melanie Schober: Personal Paradise: Killer Kid 1. Carlsen Manga, Hamburg 2010. 196 Seiten, Taschenbuch. 5,95 Euro.</p></blockquote>
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		<title>Audiolith: Auf Augenhöhe</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 11:13:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Audiolith]]></category>
		<category><![CDATA[Electropunk]]></category>
		<category><![CDATA[Label]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Lewerenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Electropunk-Label gibt es diesen Sommer drei neue Platten - Der Albrecht schaut auf St. Pauli vorbei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Ein Besuch beim Fachmann für Electropunk</span></p>
<p>von Kilian Haller</p>
<p>Seit 2003 personifizert Lars Lewerenz das Musiklabel Audiolith. Aus einem Do-It-Yourself-Betrieb in der eigenen Wohnung ist eine feste Institution in der deutschen Musiklandschaft geworden, die mit neuen Alben von Frittenbude, Bratze und Egotronic gerade wieder Staub aufwirbelt.</p>
<div id="attachment_1809" class="wp-caption alignleft" style="width: 252px"><a href="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/700px-Audiolith.jpg"><img class="size-full wp-image-1809" title="Lewerenz bei der Arbeit - foto kh" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/700px-Audiolith.jpg" alt="Lewerenz bei der Arbeit - foto kh" width="242" height="260" /></a><p class="wp-caption-text">Lewerenz bei der Arbeit - foto kh</p></div>
<p><em>DER ALBRECHT: Wie fing das eigentlich an mit dir und der Musik?</em></p>
<p>LARS LEWERENZ: Ich fang die Geschichte immer mit dem Konfirmanden-Unterricht an, wo ich nur einmal war und dann gesagt hab: &#8216;Mami, das ist nix für mich, die Leute rennen da nur wegen der Kohle hin.&#8217; Mein Vater hat mir dann stattdessen eine E-Gitarre gekauft.</p>
<p><em>Mit der ersten Oi-Punk-Band geht es weiter für Lewerenz: Er beginnt die Platten eines amerikanischen Independent-Labels zu importieren. Als dieses einen eigenen Vertrieb bekommt, gründet er Audiolith. Mittlerweile beschäftigt Lewerenz einen freien Mitarbeiter sowie einen Praktikanten und blickt auf 82 Veröffentlichungen zurück.</em></p>
<p><em>Gibt es ein bestimmtes Programm bei der Auswahl der Bands?</em></p>
<p>Ich hab&#8217; da nie irgendeinen Plan entwickelt, das ist beim Machen entstanden. Es muss gute Musik sein, die die Leute berührt, mit der die Leute sich identifizieren können, für die sie auch Geld ausgeben wollen.</p>
<p><em>Wie ist das mit der politischen Einstellung?</em></p>
<p>Es gibt (verschiedene) politische Einstellungen – und das find ich auch wichtig. Es geht auf jeden Fall auch darum, sich für politische Geschehnisse zu interessieren – also dass man mal Stellung bezieht, Soli-Konzerte spielt und so weiter. Aber es gibt keine Gleichschaltung, jeder kann da frei entscheiden wofür er einsteht.</p>
<p><em>Im Frühjahr lädt Lewerenz drei Bands, einige Journalisten und gewaltige Vorräte an Bier und Wodka-Red-Bull in einen Bus zur „Dorfdisko-Geiselfahrt“ und kutschiert durch vier Dörfer in ganz Deutschland. Das Ergebnis: Audiolith kommt nicht nur mit Reviews, sondern mit Geschichten in die Zeitungen.</em></p>
<p><em>Du sagst „Wird langsam Zeit, dass die CD stirbt“. Ist es dir wichtig, neue Distributionswege auszuprobieren?</em></p>
<p>Jeder kann heutzutage am Rechner ein gutes Album aufnehmen, eine CD pressen und eine Webseite machen, wenn er nicht ganz doof ist. Aber die Kunst ist ja eigentlich, das zu verkaufen. Ohne ein Feedback würde das gar nicht gehen – daher machen wir immer wieder Aktionen, mit denen wir die Leute einbeziehen. Die merken dann: Das sind Typen auf Augenhöhe, genauso wie du und ich.</p>
<p><em>Wie geht&#8217;s denn bei euch weiter dieses Jahr?</em></p>
<p>Wir haben extrem viel zu tun. Da kommt der Audiolith-Pferdemarkt; das sind eigene Bühnen, die wir auf Festivals schmeißen. Im Herbst gibt es neue Alben von der Band Saalschutz und Ira Atari sowie eine Veranstaltungsreihe im Hafenklang, wo wir neue Künstler vorstellen werden. Da kommt noch so einiges!</p>
<p><em>Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
<p>Wenn die Leute das lesen und irgendwelche Fragen haben oder Ideen haben, können sie mir gerne schreiben, Lars@audiolith.net. Ich steh&#8217; Antwort und Rede!</p>
<blockquote><p>Wir verlosen ein Audiolith-Überraschungspaket mit CDs und Merchandise. Einfach bis zum 20. Juni eine E-Mail mit dem Codewort „Panda-Fetisch“ und Kontaktdaten an redaktion@der-albrecht.de schicken.</p></blockquote>
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