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	<title>Der Albrecht &#187; Bildungsbündnis</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Gemeinsam gegen Bildungsklau</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 17:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsbündnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsdemonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz typisch norddeutschen Wetters demonstrierten am 9. und 11. Juni Tausende Schüler für eine bessere Bildung. Sie forderten unter Anderem kleinere Klassen, die Abschaffung der Profiloberstufe, des Zentralabiturs und des Abiturs nach zwölf Jahren. Leider blieb es dabei nicht immer friedlich. DER ALBRECHT hat das „Bildungsbündnis Kiel“ bei den Vorbereitungen besucht. Diese waren nicht immer einfach...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Zum zweiten Mal organisierte das Bildungsbündnis Kiel eine landesweite Schülerdemonstration</span></p>
<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<div id="attachment_759" class="wp-caption aligncenter" style="width: 608px"><img class="size-full wp-image-759" style="margin-left:-8px;" title="Demonstranten mit bengalischem Feuer - Foto BK" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/bildungsdd.jpg" alt="Demonstranten mit bengalischem Feuer - Foto BK" width="598" height="473" /><p class="wp-caption-text">Demonstranten mit bengalischem Feuer - Foto BK</p></div>
<p>Schon wieder stehen 2500 Schüler vor dem Kieler Bildungsministerium und schreien: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Sie fordern mehr Lehrer, kleinere Klassen sowie die Abschaffung der Profiloberstufe, des Zentralabiturs und des Abiturs nach zwölf Jahren. Das gab’s schon mal: Im November des letzten Jahres waren noch gut 5000 Schüler bei der ersten Bildungsdemonstration friedlich durch die Straßen gezogen. Doch die Demonstration heute, am 9. Juni, wird nicht ohne Ausschreitungen zu Ende gehen.</p>
<p>Mittwoch, 3. Juni, „Club M“. Das Bildungsbündnis Kiel trifft letzte Vorbereitungen für die Demonstration am Dienstag. Das Treffen sollte eigentlich an der Max-Planck-Schule stattfinden, doch als der Direktor Wind davon bekam, musste schnell ein anderer Ort gefunden werden. Nun also der „Club M“ – definitiv kein Treffpunkt der politischen Mitte. Auf dem Tisch liegen Antifa- Flyer, Karl Marx hängt an der Wand. Daneben: Plakate von DKP, Sozialistischer Deutscher Arbeiterjugend (SDAJ), Linke-HSG.</p>
<p>Das Bildungsbündnis hatte schon die Demonstration im November organisiert und dabei erfahren müssen, wie wichtig Personalien für die Außenwirkung sind. Ex-Cheforganisator Jann Lossdörfer ist Mitglied der SDAJ – dadurch und durch die offensichtliche Unterstützung durch linke Splittergruppen wie etwa ein „Bündnis Revolution“ war das Bildungsbündnis im letzten Jahr harter Kritik ausgesetzt. Junge Union und Elternverbände warfen den Organisatoren vor, die Schüler für linke Ideologien zu instrumentalisieren.</p>
<p>Dieses Mal soll alles besser werden. Bündnissprecher Sebastian Borkowski (18) sagt, dass jeder im überparteilichen Bündnis mitarbeiten könne. Doch die Reden, die auf der Demonstration gehalten werden, sind alle im Vorfeld abgesprochen. Überraschende Forderungen externer Redner wie beispielsweise der letztjährige Aufruf, dass sich die Schülerschaft mit der Arbeiterklasse solidarisieren solle, sollen dadurch verhindert werden.</p>
<p>Weniger gut geplant wirkt allerdings die Absprache mit anderen Organisationen. Bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) herrscht leichte Verwirrung, obwohl sie offiziell hinter dem Bündnis stehen: „Der Kontakt ist noch nicht so wirklich zustande gekommen“, sagt Gewerkschaftssekretär Philipp Westphal, gibt aber zu, dass die GEW wegen der Kita-Streiks zur Zeit nur begrenzt aufnahmefähig ist. Das Bildungsbündnis werde aber in jedem Falle unterstützt, „solange es sich im Rahmen von Bildungsstreiks bewegt.“</p>
<p>Auch die Kommunikation mit dem Kieler AStA läuft augenscheinlich nicht reibungslos. Während Borkowski noch davon ausgeht, dass dieser die Demonstration nicht unterstützt, stellt Jytte Dössel, Referentin für Hochschulpolitik, klar: „Wir unterstützen diese Demonstration. Wir rufen sogar dazu auf!“ Mehr könne der AStA allerdings nicht tun, da die Organisatoren erst in der letzten Woche vor der Veranstaltung auf sie zugekommen seien.</p>
<p>Problematisch ist auch, dass die Schüler schon zwei Tage später wieder zum Demonstrieren aufgerufen sind – diesmal gegen die Profiloberstufe. Dem Bildungsbündnis, der Landesschülervertretung sowie den Kreiselternbeiräten ist es nicht gelungen, diese beiden Veranstaltungen zusammenzulegen, um eine größere Öffentlichkeitswirkung zu erreichen. Von Seiten der Kreiselternbeiräte und einiger Lehrer ist dies auch gar nicht gewollt – sie richten sich nur gegen die Profiloberstufe, nicht aber gegen das Abitur nach zwölf Jahren oder das Zentralabitur.</p>
<p>Trotzdem ist Borkowski zuversichtlich. Hoffnung bereitet dem Bündnis, dass über Bildung anscheinend wieder gesprochen wird. Im Oberbürgermeister- Wahlkampf gab es auf einmal Plakate, die „frischen Wind für Bildung“ ankündigten. Die SPD hat auf einem Landesparteitag gar beschlossen, die Forderung nach der Abschaffung der Profiloberstufe in das Programm für den Landtagswahlkampf 2010 aufzunehmen. Doch das reicht Borkowski nicht: „Wir wollen mehr Druck aufbauen.“</p>
<p>Dienstag, 9. Juni. Grauer Himmel. Es nieselt. „Wir sind hier, weil wir auf uns aufmerksam machen wollen. Auf die schlechte Situation in unserem Bildungssystem!“, ruft Sebastian Borkowski den 2500 Schülern zu. Die Stimmung ist trotz des Wetters gut. Für die verspätet eintreffenden 30 Studenten gibt es Szenenapplaus.</p>
<p>Doch nach der Kundgebung am Bildungsministerium fliegen die ersten Eier, Tomaten und Flaschen gegen die Polizisten. Unter die Schüler haben sich etwa 20 schwarz gekleidete Autonome gemischt, die die Polizei provozieren. Als der Demonstrationszug an der Humboldtschule vorbeizieht, versuchen Hunderte, in die Schule einzudringen und beschädigen zwei Fenster.</p>
<p>Die Polizei nimmt im Laufe der Demonstration fünf Menschen in Gewahrsam und wird dabei von einer Gruppe Demonstranten bedrängt. „Ich lasse mich doch nicht von Kindern verarschen“, ruft ein Beamter.</p>
<p>Die Nachricht von den „Ausschreitungen“ bringt der Demonstration negative Schlagzeilen &#8211; „Beinahe außer Kontrolle“, schreiben die Kieler Nachrichten. Donnerstag, 11. Juni. Es regnet. Diesmal richtig. 1500 Schüler, die teilweise extra aus Husum angereist sind, versammeln sich auf dem Asmus-Bremer- Platz und laufen zunächst planlos im Kreis, bevor sie sich auf dem Weg zum Bildungsministerium machen – die Organisation der Landesschülervertretung klappt nicht ganz reibungslos. Die Polizei hält sich betont zurück, taucht erst nach Beginn der Veranstaltung überhaupt auf. Man habe aber mehrere Hundertschaften aus Kiel und Bad Segeberg in der Hinterhand, sagt ein Beamter. Ausschreitungen gibt es diesmal nicht, aber auch keine schwarz gekleideten Aufrührer – und nicht eine trockene Minute.</p>
<p>Borkowski ist zufrieden mit den Veranstaltungen. Man habe viele Leute mobilisieren können und gezeigt, „dass es ein vorherrschendes Problem ist, das nicht gleich wieder verschwindet.“ Das Bildungsbündnis will seine Arbeit direkt in den Schulen fortsetzen, denn von dort kamen bereits einige Gesprächsangebote. Auch die Landtagsfraktion der Grünen zeigte Interesse. In der nächsten Zeit, sagt Borkowski, seien keine weiteren Demonstrationen geplant. „Letztendlich kriegt man’s nur über Gespräche hin.“</p>
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		<title>Schülerstreik &#8211; zu links, um wahr zu sein?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 18:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 12. November haben in ganz Deutschland bis zu 100 000 Schüler für eine bessere Bildung demonstriert – allein hier in Kiel gingen etwa 5000 Kinder und Jugendliche auf die Straße. Doch zwischen die Rufe nach einer Abschaffung der Profiloberstufe und dem Zentralabitur mischten sich auch Forderungen nach einer Solidarisierung mit der Arbeiterklasse. „Klaus von der DKP“ verlas auf der Abschlusskundgebung der Demonstration ein freundliches kommunistisches Grußwort. Auch wenn die Junge Union, die bei der Veranstaltung „linksextremistische Aktivisten“ am Werk sieht, mit dieser Äußerung politisch bedingt etwas über die Strenge schlägt – so unpolitisch, wie das „Kieler Bildungsbündnis“ sein möchte, ist es nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Bastian Kruse</em></p>
<p>Ungewöhnliche Töne vor dem Bildungsministerium: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“, skandierten am Mittwoch, dem 12.11. etwa 5000 Schüler vor dem abweisend anmutenden Ministeriums-Zweckbau in der Brunswiker Straße. Sie waren dem Ruf des Landesschülerparlaments und vieler Schülervertretungen gefolgt und hatten sich gegen den erklärten Willen der Bildungsministerin zum Streik entschlossen.</p>
<p>In 40 deutschen Städten gingen an jenem Tag bis zu 100 000 Schüler auf die Straße, um für eine bessere Bildung zu demonstrieren. Hinter der Aktion steht das Schülerbündnis „Bildungsblockaden einreißen“, das seit zwei Jahren besonders in Berlin aktiv ist.</p>
<p>Das „Bildungsbündnis Kiel“ forderte nun lautstark mehr Lehrer, kleinere Klassen sowie die Abschaffung der Profiloberstufe, des Zentralabiturs und des Abiturs nach zwölf Jahren. Vom großen Andrang waren sowohl Organisatoren als auch Polizei überrascht – die Anfangskundgebung musste vom kleinen Asmus-Bremer-Platz auf den Rathausplatz verlegt werden.</p>
<p>„Wir sind sehr zufrieden. Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen!“, freut sich Freya Schulz, die Pressesprecherin des Bildungsbündnisses. „Schön, dass die Diskreditierung im Vorfeld nicht geklappt hat.“</p>
<p>Sowohl einzelne Pressevertreter als auch die Junge Union hatten dem Bündnis vorgeworfen, die Schüler für linke Ideologien zu instrumentalisieren. Die Initiatoren seien „linksextremistische Aktivisten“, hatte André Jagusch, der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union, verlauten lassen.</p>
<p>Tatsächlich erhält das Bildungsbündnis auffällig viel Unterstützung von links: Die Grüne Jugend und die JuSos waren ebenso dabei wie die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ). „Klaus von der DKP“ verlas auf der Abschlusskundgebung ein Grußwort seiner Partei, nachdem ein Vertreter des „Bündnisses Revolution“ die Solidarisierung der gesamten Schülerschaft mit der Arbeiterklasse gefordert hatte.</p>
<p>Zudem vernetzen sich die lokalen Bildungsbündnisse untereinander über die Internetseite schulaction.org. Diese ist auf einen Michael Koschitzki zugelassen &#8211; einen Berliner Studenten, der in der „Sozialistischen Alternative (SAV)“ aktiv ist. Die Organisation wird vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft und beobachtet.</p>
<p>Jann Lossdörfer, der Organisator der Kieler Demonstration, betont jedoch, dass jeder eingeladen sei, im Bündnis mitzuarbeiten. „Dass das viele Linke tun, wollen wir gar nicht verheimlichen. Das liegt vielleicht daran, dass die sich mehr für Schülerinteressen einsetzen.“</p>
<p>Jeder dürfe im Bündnis frei seine Meinung äußern: „Wir schreiben da niemandem etwas vor. Wir sind absolut überparteilich und ordnen uns nicht den Zielen irgendeiner Organisation unter.“ Überparteilich bedeute aber auch, dass solche Meinungen wie die des „Bündnisses Revolution“ toleriert werden, „solange sie ansonsten im Sinne des Bündnisses bei uns mitarbeiten.“</p>
<p>Dadurch, dass Meinungen wie die von „Revolution“ auf der Demonstration verkündet werden konnten, gerät der Fokus der Öffentlichkeit auf einmal auf die Zusammensetzung des Bündnisses selbst und macht es angreifbar. Es ist zudem nicht förderlich, dass Lossdörfer selbst Mitglied der SDAJ ist. Die Anfeindungen aus der politischen Mitte wurden nach der Demonstration auf den regelmäßigen Treffen des Kieler Bildungsbündnisses kontrovers diskutiert. „Wir haben im Nachhinein gesehen, dass wir unsere Überparteilichkeit nicht genug betont haben“, sagt Lossdörfer. „Da müssen wir noch nachlegen.“</p>
<p>Die Vorwürfe der Jungen Union verwundern den 18-Jährigen. „Sie haben sich nicht die Mühe gemacht, jemanden von uns zu fragen oder auf unseren Treffen aufzutauchen. Dort waren sie herzlich eingeladen und sind es auch heute noch.“ Die Arbeit gehe nun mit regelmäßigen offenen Treffen in der Hansastraße weiter, auf denen auch neue Schüler für das Bündnis gewonnen werden sollen. Ebenfalls wolle man den Parteien und dem Ministerium gegenüber die Forderungen der Schüler erneut deutlich machen. Es gibt allerdings erst ein einziges konkretes Gesprächangebot von Politikerseite – ausgerechnet die SPD verkündete dem Bildungsbündnis, konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen. Damit begibt sich die SPD in einen gewagten Dialog – unter anderem mit ihrer eigenen Jugendorganisation.</p>
<p>Genau wie die SPD sind sich auch die Schüler untereinander uneins über ihre Forderungen: Während auf den bundesweit einheitlichen Plakaten noch die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems gefordert wird und dies in vielen Städten bei den Kundgebungen eine zentrale Rolle spielte, konnte sich das Kieler Bildungsbündnis diesbezüglich auf keine Position einigen.</p>
<p>Der Kern des Bildungsbündnisses scheint dennoch entschlossen zu sein, im nächsten Jahr weitere Aktionen durchzuführen, jetzt, da er eine große Zahl von Schülern hinter sich glaubt. Am 13. Dezember wird es in Kassel eine Konferenz der Bildungsbündnisse aus ganz Deutschland geben, auf der das weitere Vorgehen abgestimmt wird. Jann Lossdörfer schließt weitere Streiks nicht aus: „Ich weiß von keinem Bundesland, dass dort nennenswerte Angebote für einen Dialog aus der Politik kommen mit dem Wunsch, auf unsere Forderungen einzugehen. Deswegen gehe ich davon aus, dass es 2009 zu weiteren Streiks kommt.“</p>
<p>Fraglich bleibt, wie lange die Begeisterung der Schülerschaft für die Proteste anhält – besonders, wenn es den Aktiven nicht gelingt, die Vorwürfe der politischen Einseitigkeit zu entkräften. Das Schlusswort eines von Schülern erstellten Youtube-Videos der Kieler Demonstration klingt nur milde enthusiastisch: „War spaßig, kann man mal wieder machen.“</p>
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