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	<title>Der Albrecht &#187; Bildungspolitik</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Super-GAU oder Super-CAU</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 13:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landesregierung Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-gelb]]></category>

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		<description><![CDATA[Was tut sich für uns wirklich mit der neuen Regierung? Ein Ausblick]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Was sich durch den Regierungswechsel in Schleswig-Holstein für uns wirklich ändert</span></p>
<p><em>von Hannes Reinhardt</em></p>
<p>Bei welcher Partei man auch immer bei der Landtagswahl Ende September sein Kreuzchen gesetzt hat, die für uns Studierende sicherlich beste und wichtigste Nachricht vorweg: Es wird erstmal keine Studiengebühren an den Hochschulen in Schleswig-Holstein geben. Wollte sich die CDU in der Großen Koalition während der letzten Legislaturperiode in der Frage „Studiengebühren: Ja oder Nein“ noch an den anderen norddeutschen Bundesländern orientieren (was sich als schwierig darstellte, da mit Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zwei der Bundesländer keine Studiengebühren erheben, die zwei anderen Bundesländer – Niedersachsen und Hamburg – dies jedoch tun), so sieht sie nun erstmal grundsätzlich von dieser Maßnahme ab. Als Begründung wird angeführt, Studiengebühren seien zur Zeit aufgrund des großen gesellschaftlichen Widerstands praktisch nicht durchsetzbar. Mittlerweile wurde der Verzicht auf Studiengebühren sogar im schwarz-gelben Koalitionsvertrag festgeschrieben. Zu diesem Entschluss dürften die vielen Protestaktionen in den letzten Jahren in nicht allzu kleinem Umfang beigetragen haben. So sehr man auch am Erfolg derartiger Aktionen zweifeln mag: Unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen gehört bei keiner Regierungspartei zu den beliebtesten Aspekten der politischen Arbeit. Zudem stellt die jetzige Studierendenschaft eine in Zahl und Einfluss nicht zu unterschätzende Wählerschaft dar. Insofern können sich die Studierenden in Schleswig-Holstein im Gegensatz zu Studierenden in anderen CDU-geführten Bundesländern glücklich schätzen: Es bleibt in den nächsten Semestern beim jetzigen Semesterbeitrag. Jedoch wird sich die CAU auf eine weiterhin hohe Zahl von Studienanfängern in den nächsten Jahren einstellen müssen.</p>
<p>Der von der Kieler Studierendenschaft teils heftig kritisierte, Ende 2008 unterzeichnete Hochschulvertrag wird von der neuen schwarz-gelben Landesregierung nicht in Frage gestellt. Dazu gehören auch die vereinbarten Zielsetzungen: Mit dem neuen Hochschulgesetz sollten die Eigenverantwortung, die Führungskompetenz und die Profilbildung der Hochschulen gestärkt werden. Mit dieser Maxime als Basis will die Landesregierung gemeinsam mit den Hochschulen prüfen, in welchen Punkten einzelne Regelungen und/oder die Umsetzung des Hochschulgesetzes im Sinne des Bürokratieabbaus und einer größeren Flexibilität verändert werden müssen. Zudem soll in diesem Rahmen zusätzlich die Schaffung einer Wissenschaftskommission, die eine beratende Funktion einnehmen könnte, zur Diskussion gestellt werden. Die Unterstützung der Hochschulen bei Anträgen zur Exzellenzinitiative wurde ebenfalls von CDU und FDP vereinbart, zusammen mit der Zusage, die notwendige Finanzierung bereitzustellen. Die Stärkung der Lehrerbildung soll speziell in den Fachrichtungen und Studiengängen angestrebt werden, in denen absehbar ein erheblicher Mangel im Bereich des Lehrernachwuchses besteht.</p>
<p>Die Ziele des Bologna-Prozesses (bessere Studierbarkeit der Studiengänge, Senkung der Zahl der Studienabbrecher, Internationalisierung des Studiums sowie Qualitätssicherung) bilden für die neue Landesregierung auch weiterhin die Grundlage für Studium und Lehre. Die im Widerspruch zu diesen Zielen stehenden Probleme bei der Einführung der zweistufigen Studienstruktur wollen CDU und FDP möglichst rasch beseitigen. Dies gilt insbesondere für jene Fälle, in denen eine übermäßige Arbeits- und Prüfungsbelastung der Studierenden die Studierbarkeit der neuen Studiengänge erheblich beeinträchtigt. Gerade die starke Belastung der Bachelor-Studierenden stellt einen Hauptkritikpunkt am Bologna-Prozess dar, sodass höchstwahrscheinlich viele CAU-Studenten besonders hier auf schnelle Erfolge hoffen werden.</p>
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		<title>Block-Seminar</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 18:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Blockade]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>

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		<description><![CDATA[Französische Studenten und Dozenten sind unzufrieden mit Universitätsreformen und zeigen ihrem Präsidenten, wozu Tische und Stühle außer zum Lernen noch gut sein können. Die Regierung plant, die Lehrerausbildung umzustrukturieren und den Status bestimmter Dozenten zu ändern. Die Protestformen reichen von Demonstrationen über Streiks bis hin zu Universitätsblockaden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Studierende sowie Lehrende aus ganz Frankreich wehren sich gegen Reformen ihrer Regierung</span><br />
<em>von Annemarie Schönherr</em></p>
<p>Universitätspräsident Pascal Olivard sitzt in einem Straßencafé nahe der Philosophischen Fakultät, als er plötzlich eine unfreiwillige Dusche nimmt. Ein Eimer kaltes Wasser, garniert mit Essensresten, leert sich direkt über seinem Kopf. Am Montag darauf bleibt die Philosophische Fakultät in Brest geschlossen. Dass keine Kurse stattfinden, ist nichts Neues, nur der Grund ist dieses Mal ein anderer: administrative Schließung aus Sicherheitsgründen.</p>
<p>Einer der Gründe für den etwas anderen Regenschauer und den Ärger der Studenten ist die geplante Reform der Lehrerausbildung. Bisher folgte auf eine dreijährige fachwissenschaftliche Licence, die dem Bachelor entspricht, eine zweijährige Ausbildung am Universitären Institut für Lehrerausbildung. Im Laufe des ersten Jahres bereiteten sich die Studenten auf die Prüfungen des Wettbewerbs zur Lehrereinstellung vor und absolvierten im zweiten Jahr ein einjähriges bezahltes Praktikum. Für die neue Lehrerausbildung ist vorgesehen, dass alle zukünftigen Lehrer einen Master-Abschluss erwerben müssen, der auf den Lehrerberuf vorbereitet. Hiervon verspricht sich die Regierung einen besseren Unterricht und kündigt gleichzeitig ein höheres Einstiegsgehalt an. Die speziellen Institute zur Lehrerausbildung gäbe es dann nicht mehr.</p>
<p>Im ersten Jahr des neuen Masterstudiengangs sind unbezahlte Schulpraktika zur Hospitation vorgesehen. Im zweiten Jahr gäbe es die Möglichkeit, zwei bis drei Wochen praktische Schulerfahrungen unter Betreuung zu sammeln oder etwa 108 bezahlte Schulstunden eigenverantwortlich zu erteilen.</p>
<p>Die von dieser Reform Betroffenen kritisieren, dass mit der Änderung das bezahlte Praktikumsjahr komplett wegfiele. Hierdurch fehle den Auszubildenden einerseits die finanzielle Unterstützung, aber vor allem die praktische Berufserfahrung vor dem Eintritt in das Schulleben.</p>
<p>Neben den Studierenden sind auch Teile des Lehrkörpers von der Universitätsreform betroffen, denn der Status der lehrenden Wissenschaftler soll ebenfalls verändert werden. An dieser Stelle sei lediglich ein Aspekt dieser Veränderung erwähnt: Es ist vorgesehen, dass diese Gruppe von Dozenten alle vier Jahre vom Nationalen Universitätsrat in Bezug auf alle ihre Aktivitäten beurteilt wird. Diese Evaluierung soll anschließend die Grundlage für Promotion und Zuschüsse bilden. Bisher fand eine Beurteilung nur selten statt &#8211; vor allem vor Entscheidungen über Beförderungen. Die Rücknahme der Neuerungen, die die Lehramtsstudenten und die lehrenden Wissenschaftler betreffen, stehen nun im Mittelpunkt der Protestbewegungen.</p>
<p>In jeder Stadt und an jeder Universität sehen die Aktionen anders aus. Das folgende Beispiel der Université de Bretagne Occidentale, Kiels Partneruniversität in Brest, zeigt, welche Form die Proteste in den letzten Monaten annehmen konnten. Am aktivsten an der Bewegung beteiligt waren die Studenten und Dozenten der Geistes- und Sozialwissenschaften. Um sich über den Fortgang der geplanten Aktionen an der Philosophischen Fakultät zu verständigen, wurden regelmäßig Vollversammlungen abgehalten &#8211; zeitweise zweimal pro Woche. Die Anwesenden diskutierten bei diesen Anlässen über den Sinn und Zweck des Protests, den aktuellen Stand der Politik, zukünftige Aktionen sowie über die Blockade der Fakultät. Teilweise sehr emotionale Wortgefechte zwischen Blockade-Gegnern und -Befürwortern führten dazu, dass die Sitzungen bis zu vier Stunden dauern konnten. Neben dem Austausch von Argumenten haben einige Studierende diese Versammlungen genutzt, um ihrem Ärger über Präsident Sarkozy Luft zu machen. Die Aussagen „Ich hasse die Regierung Sarkozy“, „Nicolas, der Kleine“ und der Vorschlag, den Elysée-Palast zu blockieren, waren zu hören. Über alle Entscheidungen, die im Laufe der Versammlung getroffen werden mussten – ob die Wahl der Diskussionsleitung oder die Blockade &#8211; wurde abgestimmt. Am Ende der Veranstaltung war im besten Fall das weitere Vorgehen festgelegt.</p>
<div id="attachment_596" class="wp-caption alignleft" style="width: 349px"><img class="size-full wp-image-596" style="margin-left: -8px;" title="Wo geht's denn hier zum Hörsaal? - Foto AS" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/blockseminar.jpg" alt="Wo geht's denn hier zum Hörsaal? - Foto AS" width="339" height="335" /><p class="wp-caption-text">Wo geht&#39;s denn hier zum Hörsaal? - Foto AS</p></div>
<p>Die radikalste Form des Protests war die Blockierung der Zugänge zu den Gebäuden der Philosophischen Fakultät. Etwa zwanzig Studierende haben Anfang Februar zunächst aus Tischen und Stühlen eine Barrikade errichtet und überwacht. Nach einer ersten wochenendlichen Räumungsaktion der Universitätsleitung wurde auf Paletten zurückgegriffen. Nur einige Studierende wie zum Beispiel Erasmus-Studenten wurden durchgelassen. Anderen wurde die Frage nach ihrem Ziel gestellt. Parallel zur Sperrung haben die Blockierenden Informationen und FairTrade-Kaffee unter den Studenten verteilt. Insgesamt fielen auf diese Weise sechs Wochen lang die Veranstaltungen an der Philosophischen Fakultät aus.</p>
<p>Parallel zu der Blockade fanden immer wieder Aktionen und Demonstrationen statt, die auf die Forderungen und Bedenken der Studierenden und Lehrenden aufmerksam machen sollten. Die Sportstudenten sind zum Beispiel Ball spielend durch die Innenstadt gelaufen. Eine andere Gruppe Studierender hat sich verkleidet und unter dem Motto „Die Studentenschaft geht auf den Strich“ Diskussionen mit den Passanten in der Haupteinkaufsstraße angeregt. Des Weiteren haben einige Dozenten öffentliche Vorlesungen außerhalb des Universitätsgebäudes abgehalten, unter anderem zum Thema &#8220;1789&#8243;. Überlegt wurde auch, Bildungsinhalte in Dosen zu verkaufen.</p>
<p>Universitätspräsident Olivard kann inzwischen wieder ohne Angst vor einer kalten Dusche Kaffee trinken. Die Blockade der Philosophischen Fakultät in Brest ist aufgehoben und das Semester neigt sich seinem Ende zu. An anderen Universitäten hingegen, wie der Sorbonne IV in Paris, hat sich die Lage nach wie vor nicht beruhigt. Einige Kurse haben dort bis jetzt nicht ein einziges Mal stattgefunden.</p>
<p>Die Proteste haben bisher bewirkt, dass die Reform der Lehrerausbildung momentan nicht weiter umgesetzt, sondern erneut diskutiert wird. Was den Status der lehrenden Wissenschaftler angeht, so wurden einige Punkte überarbeitet. Welche weitere Wirkung die Proteste für die Umsetzung der Universitätsreform gehabt haben, bleibt zu beobachten. Die Leitung der Philosophischen Fakultät in Brest hat jedenfalls beschlossen, die Klausurenzeit um eine Woche nach hinten zu verschieben.</p>
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