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	<title>Der Albrecht &#187; Master</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
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		<title>Bologna: Bildung nach dem Fleischwolf</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 18:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[AStA]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulreform]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>
		<category><![CDATA[Vollversammlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hochschulreform ist Thema, überall und nirgendwo. Dozenten beziehen sich darauf und setzen voraus, dass die Zuhörer informiert sind über Umsetzung und Probleme, doch erklären meist nichts. Die Studenten wissen, dass die Bachelor/Master-Umstellung auf dem Bologna-Prozess beruht und dass sich daraus auch eine Menge Probleme ergeben haben. Welche das im Detail an der CAU sind, wurde bisher nur wenig diskutiert. Um das zu ändern findet am 27. Mai ab 10 Uhr unter dem Motto „SOS Bologna – jetzt schlagen wir Wellen!“ im Audimax eine Vollversammlung statt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Vollversammlung zieht Bilanz aus zehn Jahren Reform &#8211; Foren sollen Lösung bringen</span><br />
<em>von Carolin Ahrens und Jenni Belitz</em></p>
<div id="attachment_623" class="wp-caption aligncenter" style="width: 611px"><img class="size-full wp-image-623" style="margin-left:-8px;" title="Spaghetti Bologna - wer steigt hier noch durch? - Foto SN" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/bolognase.jpg" alt="Spaghetti Bologna - wer steigt hier noch durch? - Foto SN" width="601" height="400" /><p class="wp-caption-text">Spaghetti Bologna - wer steigt hier noch durch? - Foto SN</p></div>
<p>Bologna wird zehn. Zugegeben, die Stadt ist schon etwas älter. Die Unterzeichnung der Bologna- Erklärung jedoch wird am 19. Juni zehn Jahre her sein.</p>
<p>Aber von Anfang an: Was waren die ursprünglichen Ziele, die zuerst im Lissabon-Abkommen und der Sorbonne-Erklärung erarbeitet und in der Bologna-Erklärung konkretisiert wurden? Alles sollte einfacher, übersichtlicher und kompatibler werden. Europaweit sollte die Zusammenarbeit der Hochschulen im Sinne der Studenten gefördert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Studenten verbessert werden.</p>
<p>Bis jetzt sehen die Erfahrungen jedoch anders aus. Überall sind die Nebenwirkungen von Bologna deutlich spürbar. Insbesondere die Bachelor/Master- Umstellung sorgt an deutschen Hochschulen für Unzufriedenheit. In Kiel soll jetzt eine Vollversammlung die Probleme offen legen und diskutieren. Doch um konkrete Forderungen zu stellen, ist es wichtig, den Prozess zu verstehen.</p>
<p>Die Umstellung auf einen einheitlichen Hochschulabschluss in zwei Stufen sollte die Chancen der Studenten am internationalen Markt erhöhen. Zudem würde die Einführung des ECTS (European Credit Transfer System), das die Vergabe von an der Arbeitszeit gemessenen Leistungspunkten an die Studenten vorsieht, den Studenten das Auslandsstudium erleichtern. Die dort absolvierten Kurse könnten so ganz einfach „zu Hause&#8221; angerechnet werden. Und nicht zuletzt sollten die Hochschulen Europas näher zusammenrücken und ein Studium ganz im Zeichen der Globalisierung ermöglichen.</p>
<p>Wurden diese Ziele verfehlt? Am 28. und 29. April dieses Jahres fand in Leuven die letzte Bologna- Ministerkonferenz vor 2010 statt. Auf dieser alle zwei Jahre tagenden Konferenz sollen die Fortschritte der einzelnen Länder überprüft werden. Das Ergebnis von Leuven: Es gibt noch viel zu tun. Zwar sind wichtige Punkte umgesetzt und viele Veränderungen in Angriff genommen worden. Doch es gibt immer noch viele Defizite.</p>
<p>Und genau hier wird die Vollversammlung ansetzen. „Wir wollen die Probleme der Studenten offen legen, Lösungsansätze erarbeiten und damit konkrete Forderungen stellen“, erklärt die AStA-Referentin für Hochschulpolitik, Jytte Dössel. An der einleitenden Podiumsdiskussion werden Professor Dr. Gerhard Fouquet und Professor Dr. Frank Kempken vom Unipräsidium, Susanne Hoffmann, die Vorsitzende des AStA, Jost de Jager, Staatssekretär im Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium des Landes Schleswig- Holstein und Torsten Bultmann, Mitglied des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sowie Dr. Peter Grottian, emeritierter Professor für Politikwissenschaft der FU Berlin, teilnehmen. Der neue Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel hat zum Bedauern aller Beteiligten abgesagt. Die Moderation der Diskussion übernimmt der Debattierclub der CAU. Bei der zu erwartenden hitzigen Diskussion wird es aber nicht nur darum gehen, sich über individuelle Probleme auszulassen. Die Studierenden sollen langfristig motiviert werden, sich für eine Verbesserung bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses einzubringen und diese innerhalb der beständigen Vereinbarungen mitzugestalten.</p>
<p>Fünf Foren sollen als Plattform dienen, um Kritikpunkte möglichst tiefgreifend aufzuarbeiten. Nach einer Einführung werden dafür zunächst die wesentlichen Problemfelder vorgestellt. Zu den Themen Evaluation, Studienzugang, Bachelor/ Master-Übergang und -Anerkennung, Internationalität sowie Lehramtsausbildung werden Vorträge gehalten, die dann in die einzelnen Foren übergeleitet werden. „Sie sind für die Nachhaltigkeit der Aktion essentiell“, betont Dössel, denn mit dem Ende der Vollversammlung würde die Bewegung erst anfangen. Aus der intensiven Bearbeitung der Themen durch Studenten und Experten sollen klare Konzepte entstehen. Arbeitsgruppen könnten daraus hervorgehen, die weitere Entwicklungen verfolgen und die Aufarbeitung fortführen. „Ziel ist es auch, Studierende langfristig für den AStA und das Ehrenamt zu gewinnen“, hebt Dössel hervor. Bologna „verschwindet danach nicht in der Schublade“, stellt sie klar. Auch auf der europäischen Bühne wird es weiter gehen. Nach Bologna 2010 kommt nun Bologna 2020; der ursprüngliche Endpunkt der Hochschulreform wird nur eine Durchgangsstation sein. Im nächsten Jahr wird zusammengetragen, was sich getan hat &#8211; und vor allem, was noch getan werden muss.</p>
<p>An vielen Hochschulen ist die Umstellung auf BA/ MA noch nicht ausgereift. Studenten wie Hochschulen schlagen sich mit den Spätfolgen der teilweise hektischen Umsetzung herum. Doch die größten Defizite bestehen in puncto Mobilität. So stellt die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Margret Wintermantel, die in Leuven zu Gast war, fest: „In Deutschland muss der Staat etwa beim Auslands-BAföG, bei der Altersversorgung mobiler Wissenschaftler und beim Aufenthaltsrecht nachbessern. Wir brauchen da endlich ressortübergreifende Strategien.“</p>
<p>Doch mit Strategien allein ist es nicht getan. So heißt es in einer Pressemeldung der Hochschulrektorenkonferenz: „Die Lehre muss den einzelnen Studierenden noch viel konsequenter in den Mittelpunkt stellen, wie es die Philosophie von Bologna ist. Das fordert die Verantwortlichen in den Hochschulen, aber auch Einsicht und Handeln der Finanzpolitiker. Ohne genügend Personal und Räume geht es nicht.“</p>
<p>An der CAU haben sowohl das Universitätspräsidium als auch der AStA Befragungen bei Bachelorstudierenden durchgeführt. Dabei sind beide zum Teil zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gelangt. 3000 Studenten wurden zum Wintersemester 2007/2008 von der CAU-Spitze befragt. 70% der 1150 Antwortenden sind mit den Studienbedingungen zufrieden (rund 800 bewerten sie als befriedigend, 350 gut und einige sehr gut). Die Mehrzahl der Befragten sieht lediglich die Prüfungsorganisation als „verbesserungsbedürftig“ an. Bei Anzahl und Form der abzulegenden Prüfungen hingegen sehen etwa 1100 Studenten keinen Verbesserungsbedarf. Dabei haben 50% angegeben, nicht alle Prüfungen der ersten beiden Semester bestanden zu haben. Als Grund wird mit großem Abstand am häufigsten die Menge des zu lernenden Stoffs genannt. Gegenüber den Kieler Nachrichten gab Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Kempken zu, dass er die Anzahl der Prüfungen „schon etwas heftig“ findet. „Wir wissen nun aber genau, an welcher Stelle wir ansetzen müssen“, heißt es zu den Ergebnissen der Umfrage resümierend.</p>
<p>Der AStA ermittelte, dass durchschnittlich sieben Prüfungen pro Semester abgelegt werden. Weiterhin wurde in Erfahrung gebracht, dass die Studierenden im Mittel 21 Semesterwochenstunden haben. Der am häufigsten angegebene Wert beim Arbeitsaufwand ist 40 Stunden pro Woche. 55% der etwa 700 Befragten beurteilen dies als überlastend oder gar stark überlastend. Über 70% geben sogar an, dass dies Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Noch dazu hätten sie keine Zeit, einer Nebentätigkeit nachzugehen, obwohl viele darauf angewiesen wären, um ihre Kosten zu decken. Das Präsidium ist mit den Ergebnissen der Umfrage wohl zufriedener als erwartet, während der AStA nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse die Notwendigkeit sieht, eine der seltenen Vollversammlungen einzuberufen.</p>
<p>Ab dem 18. Mai wird es eine „zweiwöchige Aktionsoffensive“ geben, wie es der Politikstudent Marcel Mansouri bezeichnet. Er initiierte eine Hochschulgruppen übergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel der gemeinsamen Mobilisierung. Neben der Werbung auf Bannern werden vor dem Audimax und der Mensa I verschiedene Infostände aufgebaut, wo AStA, Campusradio und weitere Beteiligte das Wissen über die Themen der Foren ausbauen wollen. Es soll „verhindert werden, dass die Leute da völlig uninformiert hinkommen“, sagt Mansouri. Auch die politischen Hochschulgruppen werden Aktionen starten. Es sei wichtig, den anwesenden Verfechtern von Bologna auch eine Gegenstimme zu bieten. Denn nur wer Bescheid wisse, könne auch ernst genommen werden, sagt Mansouri.</p>
<p>Vermutlich kommt jeder, der den Stand der Hochschulreform einschätzen will, zu einem anderen Fazit. Prof. Dr. Wintermantels lautet: „Wir haben mit der Reform Vieles verbessern können, haben aber bei weitem noch nicht alles Angestrebte erreicht. Die noch notwendigen Anstrengungen aber lohnen sich im Sinne aller.“ Dies gilt natürlich nicht nur für die oberste Ebene, sondern gerade auch für die Basis. Es bleibt abzuwarten, ob sich viele Studenten ihrer Möglichkeiten und Chancen, etwas zu ändern bewusst sind oder noch werden. Nicht zuletzt lässt aber auch die Tatsache, dass sich die CAU so offen für Verbesserungsvorschläge zeigt, darauf hoffen, dass die Vollversammlung eine rege Beteiligung erfährt und zu konstruktiven Ergebnissen kommt.</p>
<p><em>Lest zu diesem Thema auch den Kommentar von René Marquardt: &#8220;<a href="http://www.der-albrecht.de/2009/05/15/rettet-die-kaninchen/">Rettet die Kaninchen</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Rettet die Kaninchen</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 14:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Kommentar von René Marquardt
Den Kaninchen geht es nicht gut. 70 Prozent der Kieler Kaninchen beklagen gesundheitliche Probleme aufgrund der Belastungen durch ihren stressigen Alltag. Den meisten fehlt die Zeit für einen Nebenjob; außerdem sind sieben Prüfungsleistungen pro Kaninchen-Semester einfach zu viel.
Was für Kaninchen? Na die Studenten, die Versuchskaninchen im Labor der Bildungspolitik. Seit zehn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Kommentar von René Marquardt</em></p>
<div id="attachment_666" class="wp-caption aligncenter" style="width: 604px"><img class="size-full wp-image-666" style="margin-left:-8px;" title="Giftspritze gesetzt - Gegenmittel gesucht - Illustration SN" src="http://www.der-albrecht.de/wp-content/uploads/kaninchen.jpg" alt="Giftspritze gesetzt - Gegenmittel gesucht - Illustration SN" width="594" height="389" /><p class="wp-caption-text">Giftspritze gesetzt - Gegenmittel gesucht - Illustration SN</p></div>
<p>Den Kaninchen geht es nicht gut. 70 Prozent der Kieler Kaninchen beklagen gesundheitliche Probleme aufgrund der Belastungen durch ihren stressigen Alltag. Den meisten fehlt die Zeit für einen Nebenjob; außerdem sind sieben Prüfungsleistungen pro Kaninchen-Semester einfach zu viel.</p>
<p>Was für Kaninchen? Na die Studenten, die Versuchskaninchen im Labor der Bildungspolitik. Seit zehn Jahren läuft der Bologna-Prozess, der 1999 von 29 europäischen Bildungsministern initiiert wurde. Seit zehn Jahren wird im europäischen Hochschulraum alles auf den Kopf gestellt. 2010 soll alles fertig sein. Fix und fertig sind aber vielmehr die Bachelor-Studenten. Viele haben vom Bulimie-Lernen genug (intensiver Wissenskonsum mit anschließender Wissensausscheidung bei der Prüfung) und so brechen laut dem Hochschul- Informations-System (HIS) durchschnittlich 25 Prozent der Bachelor ihr Studium ab. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt aller Studiengänge zusammen. Was waren noch gleich die Ziele des Bologna-Prozesses? Die Abbrecherquote senken. Schade, verfehlt.</p>
<p>Und sonst so? Praxisnäher, effizienter und schneller studieren. Die Mobilität der Studierenden erhöhen. Wie sieht hier die Bilanz nach zehn Jahren Bologna aus? „Weitgehend misslungen“, sagt die Professorenlobby: Der Deutsche Hochschulverband (DHV) ist mit der Gesamtsituation unzufrieden. Gesteckte Ziele seien „bestenfalls partiell erreicht“, erklärte DHV-Präsident Bernhard Kempen. So gehen Diplomanden häufiger ins Ausland als Bachelor. Ein Auslandssemester passt in den engen Studienplan der Bachelor oftmals nicht hinein. Die dafür ermöglichte schnelle Qualifikation der Turbo-Studenten nach drei Jahren Studium ist vor allem eine Ökonomisierung des Studiums. Mit dem Humboldtschen Bildungsideal der Universitäten, der Einheit von Forschung und Lehre, hat das nur noch wenig zu tun. Lange Präsenzzeiten und wenig Spielraum für das Eigenstudium machen den Bachelor zu einer verlängerten Schulausbildung. Verschulung ist der Begriff, der durch die Medien geistert. Studienpläne sind modularisiert und genaustens geplant. Der Student, der zu einem guten Teil seine Bildungsbausteine selbst wählen kann, ist passé.</p>
<p>Ein erdrückendes Bild. Ist denn alles schlecht? Bologna gescheitert? Nein, meint Imke Buß, Vorstandsmitglied im Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs). Bologna sei der richtige Weg; lediglich die Umsetzung sei fehlerhaft. „Die Reformen werden für willkürliche Sparmaßnahmen missbraucht“, kritisiert sie. Anwesenheitslisten seien im Bologna-Prozess gar nicht vorgesehen gewesen. Der Trend, viele Studienangebote nur im Wintersemester starten zu lassen, ebenfalls nicht. Und die kleinen Übergangsquoten vom Bachelor- zum Masterstudiengang genauso wenig. In dieselbe Kerbe schlägt der Philosophieprofessor Julian Nida-Rümelin aus München: „Vier Jahre Bachelor wäre möglich gewesen. In Deutschland hat man darauf verzichtet. Dies ist ein großer Fehler bei der Umsetzung.“</p>
<p>So geht es nicht weiter. Was können die Studenten tun? Mit Clownsmasken verkleidet Vorlesungen stürmen und Anwesenheitslisten klauen, wie es in vielen Unis in Deutschland passiert ist, mag lustig anmuten, ist aber ohne konkrete Forderungen nicht zielführend. Vielmehr muss der Studierendenschaft klar werden, dass sie die größte Gruppe der Betroffenen ist. Die Studenten sind in der Mehrzahl, also haben sie ein Recht darauf, dass ihre Forderungen gehört werden. Gehört werden aber nur diejenigen, die sich Gedanken machen und ihre Meinung äußern. Deshalb ist die geplante Vollversammlung des AStA der Uni Kiel der richtige Weg. Nur wenn viele Studenten zusammen kommen und für ihre Rechte eintreten, kann etwas bewegt werden. Auf dem Campus wollen engagierte Studenten zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen und zum Denken anregen. Also Augen auf, mitdenken und für Öffentlichkeit sorgen. Keiner sollte sich gefangen nehmen lassen vom engen Stundenplan und Prüfungsstress. Eine Reform der Reform ist notwendig. Der Bologna- Prozess kann noch nicht abgeschlossen sein. Rettet die Kaninchen!</p>
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		<title>Motivation light? Eine Diskussion</title>
		<link>http://www.der-albrecht.de/2009/02/09/motivation-light-eine-diskussion/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 20:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Kruse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Busse]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwas ist ja immer. Der Bachelor wird jetzt in vielen Studienfächern sein drittes Semester alt. Und er bringt nach wie vor aufgeheizte Stimmung. Wir streiten über Ansprüche und Aufgaben des Bachelors und den Zusammenhang von Bussen und Noten. Zwei Kommentare aus zwei Perspektiven: Erstsemester gegen Magisterstudentin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="unt">Fuck you, sissy&#8230;</span></p>
<p><em>von Lena-Johanna Oeffner</em></p>
<p>Ein Student hat es wahrlich nicht leicht: Chronisch pleite, kann er sich nur selten eine neue Hose oder eine anständige Mahlzeit leisten. Da er sich erst recht kein Auto leisten kann, muss er die öffentlichen Verkehrsmittel in Kiel nutzen – und die sind eine mittlere Katastrophe. Es ist wirklich eine Zumutung, in überfüllten Bussen zu sitzen und ständig zu spät zu kommen, weil die Busfahrer nicht pünktlich sind. Wenn dann doch wenigstens das Studium reibungslos ablaufen würde! Aber weit gefehlt &#8211; die Kurse sind viel zu anspruchsvoll, kaum einen schafft man auf Anhieb. Das liegt natürlich an den Dozenten, sie sind allesamt gemein. Dabei könnten die doch ruhig mal Rücksicht auf die hohe Zahl von Klausuren nehmen, die jedes Semester geschrieben werden müssen. Und die 30 Semesterwochenstunden. Schließlich gibt es ein Leben neben der Uni. Und dann verlangt auch noch jedes Institut ein anderes Anmeldeverfahren für die Kurse bzw Klausuren! Da muss sich der arme Student, ausgehungert und überarbeitet, doch glatt durchfragen und rechtzeitig informieren, damit er keine Frist versäumt. Wie schön wäre es doch, wenn alles auf dem silbernen Tablett serviert würde. Die guten Noten am besten gleich mit. Eigeninitiative und Bemühung werden wirklich überbewertet. Darum kann sich das gemeine Volk kümmern, der Student hat dies nicht nötig, er gehört schließlich zur Elite des Landes.</p>
<p>Davon allerdings ist in den Kursen nicht viel zu spüren. Was hingegen sofort auffällt: unaufmerksame, unmotivierte, unzufriedene Studenten. Und ihr Geheule. Ganz besonders dann, wenn ein besonders schwieriges grammatikalisches Konstrukt eine längere Diskussion erfordert. Und der Dozent es wagt, die Begeisterung seiner Studenten für eine Sprache anhand dieser Diskussion wecken zu wollen. Die Studenten allerdings verdrehen die Augen. „Können Sie uns nicht einfach die richtige Übersetzung sagen, damit wir weitermachen können?“ Wie bitte? Da hat wohl jemand etwas Grundlegendes nicht verstanden &#8211; von der Grammatik einmal abgesehen. Geht es nicht genau darum – eine Sprache so genau wie nur irgend möglich zu verstehen? Ist es nicht wunderbar, welche Möglichkeiten sich dann eröffnen? Ist es nicht herrlich, ein Gedicht zu lesen und jede grammatikalische Raffinesse, jedes Wortspiel, den herausragenden Stil und den subtilen Humor zu entdecken? Sollte es nicht Freude bereiten, lange Diskussionen über eine Sprache und ihre Eigenheiten zu führen? Nein? Offensichtlich nicht. Natürlich nicht – der Trend geht bekanntlich in Richtung „Leistungsschein light“. Es geht ja in erster Linie darum, den Schein zu bekommen, um sein Studium möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Ob tatsächlich verstanden wurde, was man übersetzt hat, ist nebensächlich. Zur Not wird auch schon mal geschummelt. Und wenn alles nichts hilft und einem die rote Fünf hämisch entgegen lacht, wird eben so lange um Fehler gefeilscht, bis es passt. Oder es werden ein paar Tränen vergossen. Und hinterher, unabhängig vom Ergebnis, beschwert man sich dann lauthals über den unfähigen und viel zu strengen Dozenten. &#8220;So ein Arschloch.&#8221; Keine Rede davon, dass sich auch mal selbst bemüht werden muss, um etwas zu erreichen. Oder von der eigenen Unzulänglichkeit. Vielleicht hätte man der Diskussion einfach etwas aufmerksamer folgen sollen. Dann wäre der Fehler kaum passiert. Und wenn doch, wurde es vielleicht einfach noch nicht begriffen. Und wem es auch nach dem dritten Besuch des gleichen Kurses noch immer nicht luzid ist, sollte sich eventuell Gedanken machen, ob das gewählte Studium das richtige für ihn ist. Die Leistung muss stimmen. Soviel steht fest.</p>
<p>Natürlich macht es keinen Spaß, im überfüllten Hörsaal auf dem Boden zu sitzen. Oder von einem Büro zum nächsten zu hetzen, ohne etwas zu erreichen. Und es ist mit Sicherheit kein Vergnügen, mit dem Rad durch den strömenden Regen zu fahren, weil der Bus mal wieder nicht angehalten hat. Umso schöner wäre es doch, im Hinblick genau darauf, sich einfach mal zusammen zu reißen und sein Studium ernsthaft zu betreiben. Die Bedingungen sind nicht ideal. Wir alle wissen das. Nun gilt es, das Beste daraus zu machen. Aus Liebe zur Sache. Damit die Freude nicht verloren geht.</p>
<hr style="margin-top:20px; margin-bottom: 20px;" /><span class="unt">Das Leid der Bachelor</span></p>
<p><em>von Carolin Ahrens</em></p>
<p>Der Bachelor erlebt in Kiel seine zweite Generation von Erstsemestern. Das Produkt des Bologna-Prozesses soll die Studienabschlüsse international angleichen. Soweit, so gut. Heutzutage reicht es schließlich nicht aus, nur national konkurrenzfähig zu sein. Doch das neue System ist immer noch nicht ausgereift.</p>
<p>Für Studienanfänger begann das Semester mit vielen Fragen. Und es war tatsächlich der Fall, dass trotz der großen Drohung: „An der Uni seid ihr alle für euch selbst verantwortlich!“ viele Möglichkeiten geboten wurden, die entsprechenden Antworten einzufordern. Nach einem Überschwall an Informationen zu Beginn des Semesters konnten die Studenten vor kurzem bei der Klausuranmeldung von Glück sagen, wenn einer der Dozenten überhaupt einen Hinweis auf die einwöchige Anmeldefrist gab. Für diejenigen, die diese Woche verpasst haben, heißt es nun: Pech gehabt, nächstes Jahr wisst ihr es besser, oder wie? Außerdem ist nicht klar, was die Konsequenzen einer verpassten Klausur sind, denn eine Anmeldung für den Nachholtermin ist nicht mehr möglich. Es kann doch nicht sein, dass die Studenten ein Semester umsonst im Kurs saßen, nur weil gerade niemand daran dachte, sie einheitlich zu informieren. Es wäre doch eine Möglichkeit, über die StuMail, bei der es schließlich von allen Seiten Anraten gibt, sich diese zuzulegen, an die Frist zu erinnern. Wozu gibt es das System sonst?</p>
<p>Aber damit nicht genug der Anmeldeprobleme: Besonders die Zwei-Fach-Bachelor sahen sich zusätzlich mit der Frage konfrontiert, wie sie sich anmelden müssen. Bei besonders ungünstigen Fächerkombinationen kann es zu bis zu vier verschiedenen Anmeldeverfahren kommen. Die Einen wollen die Anmeldung online, die Anderen verlangen schriftliche fachspezifische Formulare und bei wieder Anderen müssen sich die Studenten erst im Januar anmelden. Nur, wer informiert sie darüber? So mancher dachte sicher, als er sein Modul bei der Onlineanmeldung nicht fand, dass er sich für die Klausur gar nicht eintragen muss, denn diese Möglichkeit besteht schließlich auch noch.</p>
<p>Schon seit einiger Zeit muss an der CAU für alle Studiengänge ein ähnlicher Aufwand betrieben werden, um sich für Lehrveranstaltungen einzutragen. Daher sollte es doch Ziel sein, die Vorgänge weniger kompliziert zu gestalten und die Bürokratie einzudämmen. Das mit der neugewonnenen Eigenständigkeit ist ja schön und gut, aber es kann doch nicht davon ausgegangen werden, dass die Erstsemester über alles Bescheid wissen.</p>
<p>Mit dem Zwei-Fach-Bachelor ist es sowieso so eine Sache. Manche Dozenten scheinen überhaupt keine Ahnung zu haben, dass es so etwas überhaupt gibt, bis sie irgendwann erfahren, dass auch Fachfremde, die ihre Vorlesung im Profilierungsbereich gewählt haben, darin eine Klausur zu schreiben haben. So ist es in diesem Fall an den Studenten, zu erklären, was sie dort zu suchen hätten und was der Zweck dieser Fachergänzung überhaupt ist.</p>
<p>Außerdem sind für diese Fachergänzungsmodule zum Teil nur zehn Plätze ausgeschrieben, die dann unter den Bewerbern ausgelost werden. So kommt es dazu, dass in dem Bereich, in dem eigentlich das persönliche Profil im Hinblick auf die spätere Berufswahl ausgebildet werden soll, irgendwelche Kursen ausgewählt werden, die kaum interessieren oder nur dritte Wahl sind.</p>
<p>Noch dazu wird den Erstsemestern ständig von den Dozenten und den älteren Kommilitonen vorgeworfen, sie seien in den Vorlesungen furchtbar unhöflich, weil unruhig und unaufmerksam. Das lässt sich leider wirklich schlecht abstreiten, allerdings ist es wie immer unfair, alle über einen Kamm zu scheren. Schließlich hat es seine Gründe, dass dieses Verhalten heute auffällt und früher nicht. Wenn es die Anwesenheitspflicht beim Bachelor nicht geben würde, wäre es sicher auch angenehmer, sie zu unterrichten. Konzentration ist immer noch eine Frage der Motivation. Besonders in den großen Vorlesungen passt die Hälfte der Anwesenden nicht auf, weil sie nun hier versuchen ihre Eigenständigkeit umzusetzen, indem sie Zeitung lesen, sich mit wichtiger empfundenen Dingen wie anstehenden Hausarbeiten befassen oder sich einfach unterhalten. Warum wird den Studenten nicht weiterhin selbst überlassen, ob sie ihre Veranstaltungen besuchen? Wer dann aufgrund seiner Abwesenheit die Klausur nicht schafft, ist eben selbst schuld und lernt vielleicht etwas daraus. Sicher würde es in anderen Vorlesungen ähnlich laut und undiszipliniert zugehen, wenn es eine Anwesenheitspflicht gäbe.</p>
<p>Wie immer beim Anfang von etwas grundlegend Neuem ist es auch beim Bachelor so, dass zunächst viele mit den Veränderungen unzufrieden sind. Es ist wünschenswert, dass das System in der Zukunft weiter ausgefeilt wird, damit das Leid der Bachelor in den nächsten Jahrgängen ein Ende hat.</p>
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